Aktuell: Chancen und Herausforderungen der digitalen Medien für die Kirche

Kassel (medio). Innerhalb weniger Jahre hat sich die Kommunikation durch das Internet verändert. Um herauszufinden welche Möglichkeiten sich im ländlichen Raum für die Kirche bieten, fand am 20. September eine Tagung in Kassel statt. Ausrichter war die Landkirchenkonferenz der Evangelischen Kirche Deutschlands, teilte Pfarrer Karl-Günther Balzer von der Fachstelle Kirche im ländlichen Raum der Landeskirche mit. Deligierte aus den verschiedenen Landeskirchen nahmen an dem Fachtag teil.
 
«Die Kirchen sind Kommunikationsgesellschaften», stellte Bischof Martin Hein in seiner Begrüßung fest. Dementsprechend forderte er, dass die digitale Kommunikation in ländlichen Räumen zu ermöglichen sei. Eric Müller vom Institut für Medienpädagogik, München, problematisierte eine Konzentration der Digitalisierung auf den städtischen Bereich. Dadurch verschärfe sich die Ungleichheit zwischen Stadt und Land zu Ungunsten des Landes.
 
Wie die digitalen Medien auf dem Land genutzt werden können, stellte Gabriela Christmann vom Leibnitz Institut für Raumbezogene Sozialforschung in Berlin vor. Dazu gehöre z. B. die Nutzung von Dorf-Apps, mit denen Nachbarschaftshilfen, Mitfahrgelegenheiten und Veranstaltungen auf dörflicher Ebene organisiert werden. Die Chance für das Dorf liege darin, dass die Digitalisierung für den sozialen Zusammenhalt genutzt werde. Dabei wird die örtliche Kirchengemeinde ein Akteur.
 
Es gelte beherzt die Chancen der neuen Kommunikationsmöglichkeiten zu nutzen. Dazu ermutigte Marcell Saß, praktischer Theologe aus Marburg. Dass die Gemeinschaft sich dabei auch verändert, hält Saß für unausweichlich. Es werde sich der Frage zu stellen sein, wie künftige Verbindlichkeitsmodelle aussehen können.
 
Am Nachmittag wurden die Themen in mehreren Workshops diskutiert und vertieft. Kirche erlebt durch die Digitalisierung einen starken Veränderungsprozess. Das Ergenis lautete: die Kommunikationsformen ändern sich, so Balzer. Es ist wichtig für die Kirche, dass sie die Kommunikationswege des Evangeliums reflektiert, damit sie weiterhin Menschen erreichen kann und eine beachtete gesellschaftliche Stimme bleibt. (21.09.2019)

2019-10-01 29453

Landkirchenkonferenz der EKD
Chancen und Herausforderungen der digitalen Medien für die Kirche

Kassel (medio). Innerhalb weniger Jahre hat sich die Kommunikation durch das Internet verändert. Um herauszufinden welche Möglichkeiten sich im ländlichen Raum für die Kirche bieten, fand am 20. September eine Tagung in Kassel statt. Ausrichter war die Landkirchenkonferenz der Evangelischen Kirche Deutschlands, teilte Pfarrer Karl-Günther Balzer von der Fachstelle Kirche im ländlichen Raum der Landeskirche mit. Deligierte aus den verschiedenen Landeskirchen nahmen an dem Fachtag teil.
 
«Die Kirchen sind Kommunikationsgesellschaften», stellte Bischof Martin Hein in seiner Begrüßung fest. Dementsprechend forderte er, dass die digitale Kommunikation in ländlichen Räumen zu ermöglichen sei. Eric Müller vom Institut für Medienpädagogik, München, problematisierte eine Konzentration der Digitalisierung auf den städtischen Bereich. Dadurch verschärfe sich die Ungleichheit zwischen Stadt und Land zu Ungunsten des Landes.
 
Wie die digitalen Medien auf dem Land genutzt werden können, stellte Gabriela Christmann vom Leibnitz Institut für Raumbezogene Sozialforschung in Berlin vor. Dazu gehöre z. B. die Nutzung von Dorf-Apps, mit denen Nachbarschaftshilfen, Mitfahrgelegenheiten und Veranstaltungen auf dörflicher Ebene organisiert werden. Die Chance für das Dorf liege darin, dass die Digitalisierung für den sozialen Zusammenhalt genutzt werde. Dabei wird die örtliche Kirchengemeinde ein Akteur.
 
Es gelte beherzt die Chancen der neuen Kommunikationsmöglichkeiten zu nutzen. Dazu ermutigte Marcell Saß, praktischer Theologe aus Marburg. Dass die Gemeinschaft sich dabei auch verändert, hält Saß für unausweichlich. Es werde sich der Frage zu stellen sein, wie künftige Verbindlichkeitsmodelle aussehen können.
 
Am Nachmittag wurden die Themen in mehreren Workshops diskutiert und vertieft. Kirche erlebt durch die Digitalisierung einen starken Veränderungsprozess. Das Ergenis lautete: die Kommunikationsformen ändern sich, so Balzer. Es ist wichtig für die Kirche, dass sie die Kommunikationswege des Evangeliums reflektiert, damit sie weiterhin Menschen erreichen kann und eine beachtete gesellschaftliche Stimme bleibt. (21.09.2019)