Aktuell: Jugendliche aus der Landeskirche besuchten KZ-Gedenkstätte Auschwitz

Oswiecim/Polen (medio). Jugendliche aus der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck haben im Rahmen der Reihe «Events für Sinnsucher*innen» des Landeskirchenamtes die KZ-Gedenkstätte Auschwitz in Polen besucht. Im Lagerkomplex am Westrand der polnischen Stadt Oswiecim (dt.: Auschwitz) ermordeten die Nazis von 1940 bis 1945 rund 1,5 Millionen Menschen, größtenteils Juden. 

Schweigend und mit zögerlichen Schritten hätte die Gruppe Jugendlicher das Stammlager Auschwitz I betreten, berichtete Pfarrer Johannes Meier, der für die theologischen Nachwuchsgewinnung der Landeskirche zuständig ist und die Fahrt begleitete. Am Tor, an dessen Bogen in schmiedeeisernen Lettern der weltbekannte, zynische Spruch «Arbeit macht frei.» prangt, flüsterte eine 18jährige Teilnehmerin sichtlich betroffen: «Genau hier, wo wir jetzt langlaufen, sind damals die Menschen in den Tod getrieben worden» und ließ ihr Handy bewusst in der Tasche, so Meier.

Später habe es eine kleine Umfrage im digitalen Freundeskreis der Jugendlichen gegeben: «Soll man in Auschwitz fotografieren?» Die Antworten seien unterschiedlich ausgefallen: Nein, sagten die einen, absolut pietätlos. Ja, fanden andere. Einhellig sei wichtig erachtet worden, dass sich die Menschen diesen Ort immer wieder vor Augen führen müssten.

Mit der Reihe «Events für Sinnsucher*innen» bietet die Evangelische Kirche von Kurhessen-Waldeck Veranstaltungen für theologieinteressierte Schülerinnen und Schüler der Oberstufe (Q2) und junge Menschen bis 22 Jahre an. Die Reise nach Auschwitz habe zum ersten Mal zum Programm gehört, so Meier. Gerade aus theologischer Sicht sei dies ein wichtiger und schwieriger Ort, der immer wieder neu zum Nachdenken über Schuld und Verantwortung herausfordere und auch grundsätzliche Glaubensfragen aufwerfe, sagte der Pfarrer. (24.10.2019)

2019-10-24 29492

«Events für Sinnsucher*innen»
Jugendliche aus der Landeskirche besuchten KZ-Gedenkstätte Auschwitz

Prangt zynisch über dem Eingang des Stammlagers Auschwitz I: «Arbeit macht frei.» (Foto: Wikipedia/xiquinhosilva)

Oswiecim/Polen (medio). Jugendliche aus der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck haben im Rahmen der Reihe «Events für Sinnsucher*innen» des Landeskirchenamtes die KZ-Gedenkstätte Auschwitz in Polen besucht. Im Lagerkomplex am Westrand der polnischen Stadt Oswiecim (dt.: Auschwitz) ermordeten die Nazis von 1940 bis 1945 rund 1,5 Millionen Menschen, größtenteils Juden. 

Schweigend und mit zögerlichen Schritten hätte die Gruppe Jugendlicher das Stammlager Auschwitz I betreten, berichtete Pfarrer Johannes Meier, der für die theologischen Nachwuchsgewinnung der Landeskirche zuständig ist und die Fahrt begleitete. Am Tor, an dessen Bogen in schmiedeeisernen Lettern der weltbekannte, zynische Spruch «Arbeit macht frei.» prangt, flüsterte eine 18jährige Teilnehmerin sichtlich betroffen: «Genau hier, wo wir jetzt langlaufen, sind damals die Menschen in den Tod getrieben worden» und ließ ihr Handy bewusst in der Tasche, so Meier.

Später habe es eine kleine Umfrage im digitalen Freundeskreis der Jugendlichen gegeben: «Soll man in Auschwitz fotografieren?» Die Antworten seien unterschiedlich ausgefallen: Nein, sagten die einen, absolut pietätlos. Ja, fanden andere. Einhellig sei wichtig erachtet worden, dass sich die Menschen diesen Ort immer wieder vor Augen führen müssten.

Mit der Reihe «Events für Sinnsucher*innen» bietet die Evangelische Kirche von Kurhessen-Waldeck Veranstaltungen für theologieinteressierte Schülerinnen und Schüler der Oberstufe (Q2) und junge Menschen bis 22 Jahre an. Die Reise nach Auschwitz habe zum ersten Mal zum Programm gehört, so Meier. Gerade aus theologischer Sicht sei dies ein wichtiger und schwieriger Ort, der immer wieder neu zum Nachdenken über Schuld und Verantwortung herausfordere und auch grundsätzliche Glaubensfragen aufwerfe, sagte der Pfarrer. (24.10.2019)


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Weitere Informationen zur theologischen Nachwuchsgewinnung und der Reihe «Events für Sinnsucher*innen» finden Sie im Internet unter: