Aktuell: Leitwort für Ökumenischen Kirchentag lautet «Schaut hin»

Frankfurt a.M. (epd). «Schaut hin» lautet das biblische Leitwort für den 3. Ökumenischen Kirchentag 2021. «Schauen bedeutet mehr als sehen», sagte Kirchentagspräsidentin Bettina Limperg am Samstag (26.10.) bei der Vorstellung des Leitworts in Frankfurt am Main. Das Motto aus dem Markusevangelium (Mk 6,38) sei «taufrisch» bei der vorangegangenen Präsidiumssitzung erarbeitet worden. Der Kirchentag wird vom 12. bis 16. Mai 2021 in Frankfurt stattfinden. Neben der Evangelischen Kirchen in Hessen und Nassau und dem Bistum Limburg arbeiten auch die Evangelische Kirche von Kurhessen-Waldeck, die katholischen Bistümer Mainz und Fulda sowie die Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen Hessen-Rheinhessen an den Vorbereitungen mit.

Das biblische Leitwort ist eine Richtschnur für die Programmgestaltung. Vier Themenbereiche sollen beim Kirchentag 2021 bearbeitet werden: Glaube, Spiritualität und Kirchen im 21. Jahrhundert, Perspektiven des Zusammenlebens, Klimawandel und Herrschaft, Macht und Kapital. Das letztgenannte Thema springe einen in Frankfurt nahezu an, sagte Limperg. Die Stadt sei für ihr Bankenwesen bekannt und unter anderem Sitz der Europäischen Zentralbank. Bei allen vier Themen stünden Gerechtigkeitsfragen im Zentrum, betonte die Präsidentin des Bundesgerichtshof. Diese seien letztlich Fragen von Verantwortung.

Die gastgebende Evangelische Kirche in Hessen und Nassau (EKHN) wolle beim Ökumenischen Kirchentag «drei Ausrufezeichen» setzen, sagte der Kirchenpräsident Volker Jung. «Wir wollen ein Ausrufezeichen für eine solidarische und gerechte Gesellschaft setzen. Wir möchten, dass alle sorgsam aufeinander schauen und miteinander umgehen.» Wichtig sei auch ein «Ausrufezeichen für mehr Klimaschutz und die Umwelt». Hier sei es besonders wichtig, nicht mehr nur hinzusehen, sondern auch mehr zu tun. Schließlich müsse es 2021 auch um ein «Ausrufezeichen für eine Kirche der Zukunft» gehen. Dies ist nach Jung eine «Kirche, die offen für neue Perspektiven ist, die ökumenisch denkt, glaubt und lebt, die Analoges und Digitales verbindet, die andere Kulturen und Religionen sensibel im Blick hat und sich den vielen Zweifelnden in Glaubensfragen neu zuwendet.»

Auf katholischer Seite ist Gastgeber das Bistum Limburg. Bischof Georg Bätzing sagte, er nehme das Motto als Appell für die katholische Kirche in Deutschland an. Am 1. Advent soll ebenfalls in Frankfurt der «synodale Weg» beginnen, in dem katholische Laien und Bischöfe über Reformen in der Kirche diskutieren. Dabei gehe es auch darum, auf Themen wie den Missbrauchskandal zu schauen.

In Zusammenarbeit mit dem Zentralkomitee der deutschen Katholiken gab es 2003 in Berlin erstmals einen Ökumenischen Kirchentag, 2010 folgte der zweite in München. Zum dritten Ökumenischen Kirchentag 2021 werden mehr als 100.000 Gäste erwartet. (29.10.2019)

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3. Ökumenischen Kirchentag 2021
Leitwort für Ökumenischen Kirchentag lautet «Schaut hin»

Logo des 3. Ökumenischen Kirchentages 2021

Frankfurt a.M. (epd). «Schaut hin» lautet das biblische Leitwort für den 3. Ökumenischen Kirchentag 2021. «Schauen bedeutet mehr als sehen», sagte Kirchentagspräsidentin Bettina Limperg am Samstag (26.10.) bei der Vorstellung des Leitworts in Frankfurt am Main. Das Motto aus dem Markusevangelium (Mk 6,38) sei «taufrisch» bei der vorangegangenen Präsidiumssitzung erarbeitet worden. Der Kirchentag wird vom 12. bis 16. Mai 2021 in Frankfurt stattfinden. Neben der Evangelischen Kirchen in Hessen und Nassau und dem Bistum Limburg arbeiten auch die Evangelische Kirche von Kurhessen-Waldeck, die katholischen Bistümer Mainz und Fulda sowie die Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen Hessen-Rheinhessen an den Vorbereitungen mit.

Das biblische Leitwort ist eine Richtschnur für die Programmgestaltung. Vier Themenbereiche sollen beim Kirchentag 2021 bearbeitet werden: Glaube, Spiritualität und Kirchen im 21. Jahrhundert, Perspektiven des Zusammenlebens, Klimawandel und Herrschaft, Macht und Kapital. Das letztgenannte Thema springe einen in Frankfurt nahezu an, sagte Limperg. Die Stadt sei für ihr Bankenwesen bekannt und unter anderem Sitz der Europäischen Zentralbank. Bei allen vier Themen stünden Gerechtigkeitsfragen im Zentrum, betonte die Präsidentin des Bundesgerichtshof. Diese seien letztlich Fragen von Verantwortung.

Die gastgebende Evangelische Kirche in Hessen und Nassau (EKHN) wolle beim Ökumenischen Kirchentag «drei Ausrufezeichen» setzen, sagte der Kirchenpräsident Volker Jung. «Wir wollen ein Ausrufezeichen für eine solidarische und gerechte Gesellschaft setzen. Wir möchten, dass alle sorgsam aufeinander schauen und miteinander umgehen.» Wichtig sei auch ein «Ausrufezeichen für mehr Klimaschutz und die Umwelt». Hier sei es besonders wichtig, nicht mehr nur hinzusehen, sondern auch mehr zu tun. Schließlich müsse es 2021 auch um ein «Ausrufezeichen für eine Kirche der Zukunft» gehen. Dies ist nach Jung eine «Kirche, die offen für neue Perspektiven ist, die ökumenisch denkt, glaubt und lebt, die Analoges und Digitales verbindet, die andere Kulturen und Religionen sensibel im Blick hat und sich den vielen Zweifelnden in Glaubensfragen neu zuwendet.»

Auf katholischer Seite ist Gastgeber das Bistum Limburg. Bischof Georg Bätzing sagte, er nehme das Motto als Appell für die katholische Kirche in Deutschland an. Am 1. Advent soll ebenfalls in Frankfurt der «synodale Weg» beginnen, in dem katholische Laien und Bischöfe über Reformen in der Kirche diskutieren. Dabei gehe es auch darum, auf Themen wie den Missbrauchskandal zu schauen.

In Zusammenarbeit mit dem Zentralkomitee der deutschen Katholiken gab es 2003 in Berlin erstmals einen Ökumenischen Kirchentag, 2010 folgte der zweite in München. Zum dritten Ökumenischen Kirchentag 2021 werden mehr als 100.000 Gäste erwartet. (29.10.2019)