Aktuell: Bischöfin Dr. Hofmann: Diakonische Kultur stiftet Identität

Hanau (medio). Fachkräftemangel, Mietenwahnsinn und diakonische Kultur waren Schwerpunktthemen der Mitgliederversammlung der Diakonie Hessen, die am Mittwoch (20.11.) in Hanau tagte. Prominente Gastrednerin war Bischöfin Dr. Beate Hofmann, die in einem Impulsvortrag vor mehr als 180 Vertreterinnen und Vertretern der Mitgliedseinrichtungen der Diakonie Hessen über das evangelische Profil diakonischer Einrichtungen in einer vielfältigen Gesellschaft sprach. Die Vorstände der Diakonie Hessen, Wilfried Knapp und Dr. Harald Clausen, berichteten im Anschluss über die gesellschaftspolitischen Herausforderungen für den Wohlfahrtsverband und seine Mitglieder, darunter der Fachkräftemangel in den sozialen Berufen und die wachsende Armut in Hessen, teilte die Diakonie Hessen mit.

Bischöfin Dr. Hofmann: Diakonische Kultur zeigt sich in dem, wie wir etwas machen

«Was heute gute Pflege ist, ist im christlichen Raum entstanden», sagte Bischöfin Dr. Beate Hofmann in ihrem Vortrag, in dem sie aktuelle Studienergebnisse zum evangelischen Profil präsentierte. «Wenn Sie Leitbilder unterschiedlicher Einrichtungen nebeneinanderstellen, dann steht da im Großen und Ganzen überall das Gleiche. Diakonische Kultur zeigt sich viel stärker in dem, wie wir etwas machen.» Erkennbar sei dies im diakonischen Umfeld etwa im Respekt vor der Würde oder der Achtsamkeit im Umgang mit Menschen. Die Herausforderung sei, «dass das Diakonische Teil der Unternehmensidentität und nicht nur das Engagement einzelner Mitarbeitender ist», so die Bischöfin weiter.

2019-11-22 29629

Mitgliederversammlung der Diakonie Hessen
Bischöfin Dr. Hofmann: Diakonische Kultur stiftet Identität

Hanau (medio). Fachkräftemangel, Mietenwahnsinn und diakonische Kultur waren Schwerpunktthemen der Mitgliederversammlung der Diakonie Hessen, die am Mittwoch (20.11.) in Hanau tagte. Prominente Gastrednerin war Bischöfin Dr. Beate Hofmann, die in einem Impulsvortrag vor mehr als 180 Vertreterinnen und Vertretern der Mitgliedseinrichtungen der Diakonie Hessen über das evangelische Profil diakonischer Einrichtungen in einer vielfältigen Gesellschaft sprach. Die Vorstände der Diakonie Hessen, Wilfried Knapp und Dr. Harald Clausen, berichteten im Anschluss über die gesellschaftspolitischen Herausforderungen für den Wohlfahrtsverband und seine Mitglieder, darunter der Fachkräftemangel in den sozialen Berufen und die wachsende Armut in Hessen, teilte die Diakonie Hessen mit.

Bischöfin Dr. Hofmann: Diakonische Kultur zeigt sich in dem, wie wir etwas machen

«Was heute gute Pflege ist, ist im christlichen Raum entstanden», sagte Bischöfin Dr. Beate Hofmann in ihrem Vortrag, in dem sie aktuelle Studienergebnisse zum evangelischen Profil präsentierte. «Wenn Sie Leitbilder unterschiedlicher Einrichtungen nebeneinanderstellen, dann steht da im Großen und Ganzen überall das Gleiche. Diakonische Kultur zeigt sich viel stärker in dem, wie wir etwas machen.» Erkennbar sei dies im diakonischen Umfeld etwa im Respekt vor der Würde oder der Achtsamkeit im Umgang mit Menschen. Die Herausforderung sei, «dass das Diakonische Teil der Unternehmensidentität und nicht nur das Engagement einzelner Mitarbeitender ist», so die Bischöfin weiter.

Vorstand Dr. Clausen: «Roboter sind kein Ersatz für menschliche Nähe»

«Unsere Gesellschaft wird vielfältiger und älter. Dies stellt die Sozialwirtschaft vor große Herausforderungen», sagte Dr. Harald Clausen, Vorstand der Diakonie Hessen, zum Bericht, den er gemeinsam mit seinem Vorstandskollegen Wilfried Knapp bei der Versammlung vorstellte. «Der Fachkräftemangel geht uns alle an. Wir merken jeden Tag, was es heißt, wenn Kolleginnen und Kollegen fehlen. Mehr Technik oder gar Roboter können kein Ersatz für menschliche Nähe sein.» Die Soziale Arbeit profitiere zwar von der Digitalisierung, berge aber auch Risiken. «Die Digitalisierung ist ein Baustein, der unsere Arbeit und die Teilhabe aller erleichtern kann. Allerdings birgt sie die Gefahr, dass die Menschen und das soziale Miteinander auf der Strecke bleiben. Dort die Waage zu halten, ist eine Herausforderung, der wir uns stellen», sagte Dr. Clausen.

Vorstand Wilfried Knapp: «Wir setzen uns für lebenswerte und solidarische Gesellschaft ein»

«Dass unsere Arbeit noch lange nicht getan ist, zeigt auch die steigende Armut in Hessen und der Mietenwahnsinn in den großen Städten», sagte Wilfried Knapp, Vorstand der Diakonie Hessen. «Ohne die Unterstützung des Landes und der Kommunen können wir die Kluft zwischen Stadt und Land, Arm und Reich nicht überwinden.» Große Familien, Alleinerziehende, Erwerbslose oder Menschen mit Migrationsgeschichte seien die Verlierer der Gesellschaft. Knapp: «Wir brauchen bezahlbaren Wohnraum und mehr Sozialwohnungen für diejenigen, die auf dem normalen Wohnungsmarkt keine Chance haben. Wir setzen uns für eine lebenswerte und solidarische Gesellschaft ein, die alle einschließt. Dafür erheben wir unsere Stimme.»

 «Unerhört. Sozial. III» zu Kinder- und Jugendrechten und Jahresabschluss 2018

Zum 30. Tag der Kinderrechte veröffentlicht die Diakonie Hessen das dritte Positionspapier aus ihrer Reihe «Unerhört. Sozial.». Der Landesverband gibt damit Denkanstöße zu Kinder- und Jugendrechten heraus. Eine der wesentlichen Forderungen ist, die von der UNO bereits 1989 verabschiedete Kinderrechtskonvention in allen Lebensbereichen umzusetzen.
 
Laut Jahresabschlussbericht der Diakonie Hessen schließt der Verband mit seinen 1.698 hauptamtlichen Mitarbeitenden das Jahr 2018 mit einem Betriebsergebnis von etwa einer halben Million Euro ab. Der Überschuss werde vollständig in die Rücklagen eingestellt. Erträgen von rund 110 Millionen Euro, die zu 75 Prozent in den Regionalen Diakonischen Werken in Hessen und Nassau erwirtschaftet wurden, standen Aufwendungen von über 109 Millionen Euro gegenüber. (22.11.2019)


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Weitere Informationen zur Mitgliederversammlung der Diakonie Hessen in Hanau finden Sie unter:

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Ein Interview der Diakonie Hessen mit Bischöfin Dr. Hofmann können Sie hier lesen: