Aktuell: «Familie und Betrieb» seit 25 Jahren an der Seite von Landwirtschaftsbetrieben

Hofgeismar/Treysa (medio). Wettbewerb und betriebswirtschaftlicher Druck bringen Landwirtschaftsbetriebe immer wieder in die Krise. Das trifft gerade Menschen in familiengeführten Betrieben oft hart und persönlich. Aus wirtschaftlichen Problemlagen können dann Paar- und Familienkonflikte erwachsen oder es stellt sich die Frage, wie der Bauernhof an nachfolgende Generationen übergeben werden kann. In solchen Situationen bietet die Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck mit der ländlichen Familienberatung «Familie und Betrieb» Hilfe und Unterstützung.

1994 gründete die Landeskirche unter dem Namen «Evangelischen Familienberatung» die Einrichtung mit Sitz in Schwalmstadt-Treysa. Acht Jahre später stieg auch die Evangelische Kirche von Hessen und Nassau in die Trägerschaft ein. Gleichzeitig wurde der Name «Familie und Betrieb – Ländliche Familienberatung» eingeführt. Jetzt feierte die Einrichtung ihr 25-jähiges Jubiläum.

Der Synodalsaal in der Evangelischen Akademie Hofgeismar bot am 10. November 2019 den angemessenen Rahmen für die Jubiläumsfeierlichkeiten. Hartmut Schneider wies als Geschäftsführer von Familie und Betrieb beeindruckende Zahlen vor: «Fast 6.000 Menschen wurden in rund 2.000 Beratungsprozessen begleitet und beraten, berichtete Pfarrer Karl-Günter Balzer von der Fachstelle Kirche im ländlichen Raum des Referats Wirtschaft-Arbeit-Soziales der Landeskirche, bei dem die Einrichtung angesiedelt ist. Mehr als 70 Frauen und Männer haben an sieben zweijährigen Ausbildungskursen in Seelsorge und Beratung teilgenommen.» Zusammen mit Fachreferentin Christina Meibohm ehrte Schneider die anwesenden Absolventen dieser Ausbildungsjahrgänge.

Prälat Bernd Böttner bezog sich in der Festpredigt auf die Grünen Kreuze, die zurzeit auf vielen Äckern stehen. Mit den Kreuzen protestieren Landwirte gegen die derzeitige Agrarpolitik, den Strukturwandel und die Kritik aus der Gesellschaft. Sie fürchten zwischen Markt und Anspruch der Gesellschaft zerrieben zu werden. Böttner wies darauf hin, dass weder stiller noch lauter Protest allein helfen. Dazu brauche es Menschen, die sich der Nöte und Sorgen annehmen.

Dass es hierbei eine gute Zusammenarbeit mit anderen Institutionen gibt, darauf wies Anne Mawick vom Landesbetrieb Landwirtschaft Hessen (LLH) hin. Gemeinsam wurde ein System der Komplementärberatung entwickelt, in dem beide Einrichtungen zusammenarbeiten. Nicole Beckmann, die Leiterin des Referates «Wirtschaft – Arbeit – Soziales» der Landeskirche, verwies auf die gute und tragfähige Basis, auf der Familie und Betrieb als Teil dieses Referats und insbesondere der zugehörigen Fachstelle «Kirche im ländlichen Raum» stehe.

Glückwünsche und Wertschätzung kamen in den Grüßen von Heidemarie Scharf vom Hessischen Ministerium für Umwelt, Klimaschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz, Peter Voss-Fels, dem Generalsekretär des Hessischen Bauernverbands und Hildegard Schuster, Präsidentin des Landfrauenverbands Hessen, sowie Vertretern der Bundesarbeitsgemeinschaft der Landwirtschaftlichen Familienberatungen und Sorgentelefone zum Ausdruck.

Familie und Betrieb habe sich in all den Jahren immer wieder verändert und neue Beratungsansätze entwickelt und übernommen, heißt es in der Mitteilung. Dass das nicht nur im Rückblick, sondern auch mit Blick auf die Zukunft ein vielversprechendes und notwendiges Angebot ist, wurde in Schneiders Worten deutlich, mit denen er das Selbstverständnis der Einrichtung zusammenfasste: «Wir sind an der Seite von Menschen aus Familienunternehmen der Landwirtschaft. Methodisch – auf der Höhe der Zeit und selbstverständlich immer im Wandel. Mit der Achtung vor dem fremden Gegenüber und ... zu uns selbst: Gottes-, Nächsten- und Selbstliebe!» (22.11.2019)

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Wenn Bauern und Bäuerinnen in Not geraten
«Familie und Betrieb» seit 25 Jahren an der Seite von Landwirtschaftsbetrieben

Bei der Veranstaltung wurden Frauen und Männer geehrt, die Seelsorge und Beratung für Familienbetriebe anbieten und sich dazu ausbilden ließen. (Foto: medio.tv/Balzer)

Hofgeismar/Treysa (medio). Wettbewerb und betriebswirtschaftlicher Druck bringen Landwirtschaftsbetriebe immer wieder in die Krise. Das trifft gerade Menschen in familiengeführten Betrieben oft hart und persönlich. Aus wirtschaftlichen Problemlagen können dann Paar- und Familienkonflikte erwachsen oder es stellt sich die Frage, wie der Bauernhof an nachfolgende Generationen übergeben werden kann. In solchen Situationen bietet die Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck mit der ländlichen Familienberatung «Familie und Betrieb» Hilfe und Unterstützung.

1994 gründete die Landeskirche unter dem Namen «Evangelischen Familienberatung» die Einrichtung mit Sitz in Schwalmstadt-Treysa. Acht Jahre später stieg auch die Evangelische Kirche von Hessen und Nassau in die Trägerschaft ein. Gleichzeitig wurde der Name «Familie und Betrieb – Ländliche Familienberatung» eingeführt. Jetzt feierte die Einrichtung ihr 25-jähiges Jubiläum.

Der Synodalsaal in der Evangelischen Akademie Hofgeismar bot am 10. November 2019 den angemessenen Rahmen für die Jubiläumsfeierlichkeiten. Hartmut Schneider wies als Geschäftsführer von Familie und Betrieb beeindruckende Zahlen vor: «Fast 6.000 Menschen wurden in rund 2.000 Beratungsprozessen begleitet und beraten, berichtete Pfarrer Karl-Günter Balzer von der Fachstelle Kirche im ländlichen Raum des Referats Wirtschaft-Arbeit-Soziales der Landeskirche, bei dem die Einrichtung angesiedelt ist. Mehr als 70 Frauen und Männer haben an sieben zweijährigen Ausbildungskursen in Seelsorge und Beratung teilgenommen.» Zusammen mit Fachreferentin Christina Meibohm ehrte Schneider die anwesenden Absolventen dieser Ausbildungsjahrgänge.

Prälat Bernd Böttner bezog sich in der Festpredigt auf die Grünen Kreuze, die zurzeit auf vielen Äckern stehen. Mit den Kreuzen protestieren Landwirte gegen die derzeitige Agrarpolitik, den Strukturwandel und die Kritik aus der Gesellschaft. Sie fürchten zwischen Markt und Anspruch der Gesellschaft zerrieben zu werden. Böttner wies darauf hin, dass weder stiller noch lauter Protest allein helfen. Dazu brauche es Menschen, die sich der Nöte und Sorgen annehmen.

Dass es hierbei eine gute Zusammenarbeit mit anderen Institutionen gibt, darauf wies Anne Mawick vom Landesbetrieb Landwirtschaft Hessen (LLH) hin. Gemeinsam wurde ein System der Komplementärberatung entwickelt, in dem beide Einrichtungen zusammenarbeiten. Nicole Beckmann, die Leiterin des Referates «Wirtschaft – Arbeit – Soziales» der Landeskirche, verwies auf die gute und tragfähige Basis, auf der Familie und Betrieb als Teil dieses Referats und insbesondere der zugehörigen Fachstelle «Kirche im ländlichen Raum» stehe.

Glückwünsche und Wertschätzung kamen in den Grüßen von Heidemarie Scharf vom Hessischen Ministerium für Umwelt, Klimaschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz, Peter Voss-Fels, dem Generalsekretär des Hessischen Bauernverbands und Hildegard Schuster, Präsidentin des Landfrauenverbands Hessen, sowie Vertretern der Bundesarbeitsgemeinschaft der Landwirtschaftlichen Familienberatungen und Sorgentelefone zum Ausdruck.

Familie und Betrieb habe sich in all den Jahren immer wieder verändert und neue Beratungsansätze entwickelt und übernommen, heißt es in der Mitteilung. Dass das nicht nur im Rückblick, sondern auch mit Blick auf die Zukunft ein vielversprechendes und notwendiges Angebot ist, wurde in Schneiders Worten deutlich, mit denen er das Selbstverständnis der Einrichtung zusammenfasste: «Wir sind an der Seite von Menschen aus Familienunternehmen der Landwirtschaft. Methodisch – auf der Höhe der Zeit und selbstverständlich immer im Wandel. Mit der Achtung vor dem fremden Gegenüber und ... zu uns selbst: Gottes-, Nächsten- und Selbstliebe!» (22.11.2019)


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