Aktuell: Unterstützungskommission arbeitet sexualisierte Gewalt in Kirche auf

Kassel (epd). Eine unabhängige Unterstützungskommission für Opfer sexualisierter Gewalt in der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck (EKKW) hat ihre Arbeit aufgenommen. Betroffene seien aufgerufen, sich an die Kommission oder eine andere Beratungsstelle zu wenden, sagte Dr. Thomas Zippert, landeskirchlicher Koordinator zum Thema «Sexualisierte Gewalt», der selbst nicht Mitglied der Kommission ist, am Mittwoch (18.12.) in Kassel. Wie bisher können darüber hinaus auch die Pröpstinnen und Pröpste angesprochen werden.

Der ehrenamtlich tätigen Kommission gehören mit der Psychotraumatologin Friedegunde Bölt, der Geschäftsführerin Petra Zimmermann von «Pro Familia» sowie dem früheren Präsidenten des Bundessozialgerichts, Dr. h.c. Peter Masuch, unabhängige Fachleute an. Die Kommission, die sich im Oktober konstituierte, werde sich die vorgetragenen Fälle neutral anschauen und Vorschläge zum weiteren Vorgehen erarbeiten und an die Kirche weiterleiten, sagte Masuch.

In den vergangenen zehn Jahren seien 30 Fälle von sexualisierter Gewalt in der EKKW bekanntgeworden, ergänzte Zippert. Wenn ein Fall bekanntwerde, erfolge grundsätzlich eine Anklage, sofern die betroffenen Opfer nichts dagegen hätten. Auch personelle Konsequenzen, die zur Entlassung aus dem Dienstverhältnis führten, seien schon mehrfach gezogen worden. Ebenso habe es schon finanzielle Anerkennungsleistungen gegeben, ergänzte Pröpstin Katrin Wienold-Hocke.

Im kommenden Jahr werde er die rund 800 Pfarrer der EKKW sowie die Jugendarbeiter und Kirchenmusiker zum Thema schulen, sagte Zippert. Auch sollen weitere Multiplikatoren zur Schulung der vielen ehrenamtlichen Mitarbeiter gewonnen werden. Landeskirchenweit gelte es, Präventionskonzepte zu installieren, die Vergangenheit aufzuarbeiten und den richtigen Umgang mit Betroffenen zu erlernen.

Kirchengemeinden und kirchliche Einrichtungen seien aufgerufen, der jeweiligen Lage angepasste Verhaltenskodizes zu entwerfen. «Ich habe bisher keinen Widerstand gegen das Thema gespürt», schilderte Zippert seine bisherigen Erfahrungen in der Landeskirche. (19.12.2019)

2019-12-20 29829


Unterstützungskommission arbeitet sexualisierte Gewalt in Kirche auf

Kassel (epd). Eine unabhängige Unterstützungskommission für Opfer sexualisierter Gewalt in der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck (EKKW) hat ihre Arbeit aufgenommen. Betroffene seien aufgerufen, sich an die Kommission oder eine andere Beratungsstelle zu wenden, sagte Dr. Thomas Zippert, landeskirchlicher Koordinator zum Thema «Sexualisierte Gewalt», der selbst nicht Mitglied der Kommission ist, am Mittwoch (18.12.) in Kassel. Wie bisher können darüber hinaus auch die Pröpstinnen und Pröpste angesprochen werden.

Der ehrenamtlich tätigen Kommission gehören mit der Psychotraumatologin Friedegunde Bölt, der Geschäftsführerin Petra Zimmermann von «Pro Familia» sowie dem früheren Präsidenten des Bundessozialgerichts, Dr. h.c. Peter Masuch, unabhängige Fachleute an. Die Kommission, die sich im Oktober konstituierte, werde sich die vorgetragenen Fälle neutral anschauen und Vorschläge zum weiteren Vorgehen erarbeiten und an die Kirche weiterleiten, sagte Masuch.

In den vergangenen zehn Jahren seien 30 Fälle von sexualisierter Gewalt in der EKKW bekanntgeworden, ergänzte Zippert. Wenn ein Fall bekanntwerde, erfolge grundsätzlich eine Anklage, sofern die betroffenen Opfer nichts dagegen hätten. Auch personelle Konsequenzen, die zur Entlassung aus dem Dienstverhältnis führten, seien schon mehrfach gezogen worden. Ebenso habe es schon finanzielle Anerkennungsleistungen gegeben, ergänzte Pröpstin Katrin Wienold-Hocke.

Im kommenden Jahr werde er die rund 800 Pfarrer der EKKW sowie die Jugendarbeiter und Kirchenmusiker zum Thema schulen, sagte Zippert. Auch sollen weitere Multiplikatoren zur Schulung der vielen ehrenamtlichen Mitarbeiter gewonnen werden. Landeskirchenweit gelte es, Präventionskonzepte zu installieren, die Vergangenheit aufzuarbeiten und den richtigen Umgang mit Betroffenen zu erlernen.

Kirchengemeinden und kirchliche Einrichtungen seien aufgerufen, der jeweiligen Lage angepasste Verhaltenskodizes zu entwerfen. «Ich habe bisher keinen Widerstand gegen das Thema gespürt», schilderte Zippert seine bisherigen Erfahrungen in der Landeskirche. (19.12.2019)

V.l.: Dr. h.c. Peter Masuch, Friedegunde Bölt und Petra Zimmermann (r.) bilden die unabhängige Unterstützungskommission. Mit auf dem Foto ist Koordinator Dr. Thomas Zippert (2.v.r.). (Fotos: medio.tv/Schauderna)

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Weitere Informationen zur Aufarbeitung von sexualisierter Gewalt in der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck und Kontaktmöglichkeiten zu den Mitgliedern der unabhängigen Unterstützungskommission finden Sie im Ratgeber auf ekkw.de: