Aktuell: Konfirmation 2020 anders: Burgruine, Grillplatz, Privatgarten

Kassel/Marburg/Bad Hersfeld (epd). Exakt 6.289 junge Menschen sollten in diesem Jahr in der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck konfirmiert werden. Als die Corona-Pandemie im Frühjahr bedrohliche Ausmaße anzunehmen drohte, verschoben fast alle Gemeinden die Feier auf einen späteren Zeitpunkt. Corona-bedingt entstehen nun Formate, die zuvor kaum denkbar waren. Ob auf Sportplätzen, in Mehrzweckhallen oder auf Grillplätzen, ob in Privatgärten oder auch schon mal in einer katholische Kirche - der Fantasie, wie der Pandemie ein Schnippchen geschlagen werden kann, sind keine Grenzen gesetzt.

Manche Gemeinden hätten schon vor den Sommerferien mit den Konfirmationen begonnen, sagt die Pröpstin des Sprengels Kassel, Katrin Wienold-Hocke. Jede Gemeinde könne ja selbst über den Termin und die Art und Weise entscheiden, wie die Konfirmation stattfinde. «Da gibt es die unterschiedlichsten Modelle», fährt sie fort. Wo es viele Konfirmanden gebe, würden diese in kleinere Gruppen aufgeteilt. Manche Konfirmationen fänden auch im Freien statt. Im Kirchenkreis Wolfhagen habe es sogar einen Konfirmationsgottesdienst auf einer Burgruine gegeben, weist sie auf eine besondere Rarität hin.

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In der Landeskirche wird nach Corona-Stopp (fast) überall wieder gefeiert
Konfirmation 2020 anders: Burgruine, Grillplatz, Privatgarten

Konfirmation 2020 anders: Burgruine, Grillplatz, Privatgarten
Unser Foto zeigt eine Konfirmandin der Markuskirchengemeinde in Kassel mit Mund-Nasen-Schutz, Konfirmationskerze und Kreuz. (Foto: medio.tv/Schauderna)

Kassel/Marburg/Bad Hersfeld (epd). Exakt 6.289 junge Menschen sollten in diesem Jahr in der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck konfirmiert werden. Als die Corona-Pandemie im Frühjahr bedrohliche Ausmaße anzunehmen drohte, verschoben fast alle Gemeinden die Feier auf einen späteren Zeitpunkt. Corona-bedingt entstehen nun Formate, die zuvor kaum denkbar waren. Ob auf Sportplätzen, in Mehrzweckhallen oder auf Grillplätzen, ob in Privatgärten oder auch schon mal in einer katholische Kirche - der Fantasie, wie der Pandemie ein Schnippchen geschlagen werden kann, sind keine Grenzen gesetzt.

Manche Gemeinden hätten schon vor den Sommerferien mit den Konfirmationen begonnen, sagt die Pröpstin des Sprengels Kassel, Katrin Wienold-Hocke. Jede Gemeinde könne ja selbst über den Termin und die Art und Weise entscheiden, wie die Konfirmation stattfinde. «Da gibt es die unterschiedlichsten Modelle», fährt sie fort. Wo es viele Konfirmanden gebe, würden diese in kleinere Gruppen aufgeteilt. Manche Konfirmationen fänden auch im Freien statt. Im Kirchenkreis Wolfhagen habe es sogar einen Konfirmationsgottesdienst auf einer Burgruine gegeben, weist sie auf eine besondere Rarität hin.

«Die Konfirmationen nehmen Fahrt auf», betont Propst Helmut Wöllenstein aus dem Sprengel Marburg zu berichten. Die meisten Feiern werde es in den kommenden Wochen geben. Diese fielen ganz unterschiedlich aus. «Es kommt entscheidend auf die Verständigung mit den Familien der Konfirmanden an», sagt Wöllenstein. Die meisten zeigten sich zum Glück kooperativ. Um einer möglichen Ansteckungsgefahr aus dem Weg zu gehen, würden bisweilen auch Grillplätze aufgesucht oder die Feier finde vor der Kirche statt. «Auch in Privatgärten gibt es Konfirmationen», hebt er hervor. Allerdings nicht für eine Familie allein, sondern mit einer kleinen Gruppe von Konfirmanden. Ein Pfarrer, der neun Konfirmanden hat, wolle gleich drei Gottesdienste am gleichen Tag hintereinander feiern und so je drei Jugendliche konfirmieren. Das Abendmahl allerdings, für das besondere Hygienemaßnahmen gelten, werde aber nur in wenigen Gemeinden gefeiert und dann auch nur mit den Konfirmanden allein.

Konfirmationskollekte für die Ausbildungshilfe

Traditionell gehen die Spenden aus den Konfirmationskollekten an den Verein «Ausbildungshilfe - Christian Education Fund» der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck, der in diesem Jahr 60 Jahre alt wird. Das Ziel der Hilfsorganisation ist es, Menschen aus armen Verhältnissen in Afrika, Asien und Lateinamerika eine Ausbildung zu ermöglichen. Corona erschwert in diesem Jahr das Spendensammeln. Für den Verein entfiel durch die Absage der Konfirmationen im Frühjahr vorübergehend eine seiner Haupteinnahmequellen, so Geschäftsführer Bernd Kappes. Ein Großteil der jährlichen Spenden kommen aus der jährlichen Konfirmationskollekte.

Evangelische Bank / IBAN DE88 5206 0410 0000 0030 77

Kontakt: Ausbildungshilfe – Christian Education Fund, Ansprechpartner: Pfarrer Bernd Kappes (bernd.kappes@ekkw.de), Internet: www.ausbildungshilfe.de

Konfirmation sogar in katholische Kirche verlegt

«Viele Konfirmanden bedauern es sehr, dass sie nicht als Gruppe konfirmiert werden», gibt Pröpstin Sabine Kropf-Brandau vom Sprengel Hanau-Hersfeld zu bedenken. Manche Gemeinden, die nur über sehr kleine Kirchen verfügten, verlegten ihre Konfirmation in eine größere Kirche. Andere feierten im Freien oder würden den Gottesdienst sogar nach draußen übertragen, da pro Konfirmand nur zehn Familienangehörige in die Kirche dürfen. Die Gemeinde Niederdorfelden etwa hat ihre Konfirmation sogar in die katholische Kirche verlegt. Aus einigen Gemeinden habe sie gehört, dass die Konfirmation zwar stattfinde, die große Familienfeier aber ins kommende Jahr verlegt wurde, weil die Familien schlicht keine Gaststätten gefunden hätten.

Da das Singen in der Kirche nicht gestattet sei, würden sich die Kantoren sehr um eine musikalische Gestaltung der Gottesdienste bemühen, ergänzt Kropf-Brandau. Das musikalische Angebot beschränkte sich dabei nicht nur auf die Orgel. «Da sind auch Überraschungen dabei», sagt sie. Das Abendmahl werde, wenn überhaupt, vor der Konfirmation und nur mit den Konfirmanden allein gefeiert.

«Die Konfirmationen sind sehr kreativ und vielfältig geworden», umschreibt Kropf-Brandau das Engagement der Gemeinden. Die Belastung für die Pfarrer dabei sei recht hoch, denn teilweise müssten bis zu fünf Konfirmationsgottesdienste in einer Gemeinde gefeiert werden. Einige wenige Gemeinden hätten die Konfirmation auch ins kommende Jahr verlegt, aber das sei eher die Ausnahme als die Regel. (02.09.2020)

Aktuelle Regelungen und Empfehlungen

Die aktuellen Regelungen für Gottesdienste, Trauerfeierlichkeiten und Bestattungen und religiöse Zusammenkünfte finden Sie in der Verordnung des Landes Hessen zur Beschränkung von sozialen Kontakten und des Betriebes von Einrichtungen und von Angeboten aufgrund der Corona-Pandemie (Corona-Kontakt- und Betriebsbeschränkungsverordnung) vom 7. Mai 2020 (Lesefassung Stand: 15. August 2020). Verordnung auf hessen.de aufrufen (PDF-Dokument)

Ergänzende Hinweise der Landeskirche gibt ein Schreiben des Prälaten der EKKW an alle Kirchenvorstände der Kirchengemeinden (Stand: 18. August 2020). Wir dokumenieren im Auszug die Empfehlungen zum Thema «Konfirmationen»:

«Für Konfirmationen gelten die gleichen hygienischen Sicherheitsbestimmungen. Wir empfehlen, die Form der Konfirmationsgottesdienste an die gültigen Rahmenbedingungen anzupassen und mit den Konfirmandinnen und Konfirmanden sowie den Eltern zu verabreden. 

Das kann bedeuten:

  • Bei großen Gruppen sind u. U. mehrere Gottesdienste geboten.
  • Die Zahl der teilnehmenden Gäste pro Konfirmand*in ist zu begrenzen.
  • Über eine Videoaufnahme und / oder das Streamen des Gottesdienstes ist eine mediale Teilnahme weiterer Personen zu ermöglichen.
  • Auf die Feier des Abendmahls zu verzichten.
  • Die Anwendung der 10-Personen-Regel sollte im Vorfeld vorbereitet werden.

„Bitte denken Sie daran, die Kollekte in den Konfirmationsgottesdiensten für die „Ausbildungshilfe“ zu erheben. Gerade unsere Partner in Afrika und Asien benötigen dringend unsere Solidarität. Weitere Hinweise und liturgische Ideen zur Konfirmation finden Sie unter „Gedanken zum Wiedersehen»

Weitere Empfehlungen der Landeskirche zum Umgang mit der aktuellen Situation im Blick auf das Coronavirus finden Sie hier.


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Weitere Informationen zum Fest der Konfirmation finden Sie im Ratgeber auf ekkw.de: