Aktuell: Bischöfin Hofmann für «Sorgenetze» zwischen Kirche und Gesellschaft

Schwalmstadt (epd). Die Bischöfin der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck, Prof. Dr. Beate Hofmann, hat sich für die Bildung von «Sorgenetzen» zwischen Kirche, Diakonie und Kommunen ausgesprochen. Dabei komme es auf eine Haltung der Kooperation, nicht der Konkurrenz an, sagte sie am Mittwoch auf dem Forum Diakonische Kirche der Hephata-Diakonie in Schwalmstadt. «Wir werden uns eine rein professionelle Versorgung aufgrund der demografischen Entwicklung überhaupt nicht leisten können», warnte sie im Hinblick auf die Zukunft der Pflege. Dafür fehlten nicht nur die Geldmittel, sondern auch die Pflegekräfte.

Stabile Sorge-Strukturen für Alte, Kinder, Behinderte, Pflegebedürftige und Pflegekräfte könnten aber nur entstehen, wenn sich ganz unterschiedliche Akteure miteinander vernetzten und zur Kooperation bereit seien, fuhr Hofmann fort. Der von der Politik gewollte Wettbewerb unter den Anbietern von Pflegedienstleistungen erschwere eine Kooperation. «Das ökonomische Modell kommt an seine Grenzen», sagte Hofmann. Gefordert sei vielmehr ein Denken vom Menschen her.

Der Vorstandsvorsitzende der Diakonie Hessen, Carsten Tag, hob hervor, dass alle Kräfte gebündelt werden müssten, um das Beste für sorgebedürftige Menschen zu erreichen. «Es geht nur im Miteinander», sagte er und forderte ebenfalls eine enge Zusammenarbeit zwischen Kirche, Diakonie und Kommunen. Der Staat brauche zur Erfüllung seiner Aufgaben gesellschaftliche Akteure. In der Diakonie Hessen arbeiteten 44.000 Beschäftigte, dazu kämen noch 50.000 Ehrenamtliche, sagte Tag.

Karl-Christian Schelzke, langjähriger Direktor des Städte- und Gemeindebundes, wies auf die große Bedeutung einer gegenseitigen Wertschätzung von professionellen und ehrenamtlichen Akteuren hin. Es komme darauf an, auf  die Menschen zuzugehen und ihnen zuzuhören, sagte er. Je ehrlicher staatliche Akteure seien, desto mehr Bereitschaft entstehe bei den Bürgern, sich zu engagieren. Wenn diese nicht erlebten, dass sie vor Ort etwas mitgestalten könnten, erfolge leicht eine Abwendung von der demokratischen Gesellschaft, warnte er. (28.10.2020)

2020-10-28 31409

Hephata-Forum Diakonische Kirche am 28. Oktober
Bischöfin Hofmann für «Sorgenetze» zwischen Kirche und Gesellschaft

Bischöfin Hofmann für «Sorgenetze» zwischen Kirche und Gesellschaft

Schwalmstadt (epd). Die Bischöfin der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck, Prof. Dr. Beate Hofmann, hat sich für die Bildung von «Sorgenetzen» zwischen Kirche, Diakonie und Kommunen ausgesprochen. Dabei komme es auf eine Haltung der Kooperation, nicht der Konkurrenz an, sagte sie am Mittwoch auf dem Forum Diakonische Kirche der Hephata-Diakonie in Schwalmstadt. «Wir werden uns eine rein professionelle Versorgung aufgrund der demografischen Entwicklung überhaupt nicht leisten können», warnte sie im Hinblick auf die Zukunft der Pflege. Dafür fehlten nicht nur die Geldmittel, sondern auch die Pflegekräfte.

Stabile Sorge-Strukturen für Alte, Kinder, Behinderte, Pflegebedürftige und Pflegekräfte könnten aber nur entstehen, wenn sich ganz unterschiedliche Akteure miteinander vernetzten und zur Kooperation bereit seien, fuhr Hofmann fort. Der von der Politik gewollte Wettbewerb unter den Anbietern von Pflegedienstleistungen erschwere eine Kooperation. «Das ökonomische Modell kommt an seine Grenzen», sagte Hofmann. Gefordert sei vielmehr ein Denken vom Menschen her.

Der Vorstandsvorsitzende der Diakonie Hessen, Carsten Tag, hob hervor, dass alle Kräfte gebündelt werden müssten, um das Beste für sorgebedürftige Menschen zu erreichen. «Es geht nur im Miteinander», sagte er und forderte ebenfalls eine enge Zusammenarbeit zwischen Kirche, Diakonie und Kommunen. Der Staat brauche zur Erfüllung seiner Aufgaben gesellschaftliche Akteure. In der Diakonie Hessen arbeiteten 44.000 Beschäftigte, dazu kämen noch 50.000 Ehrenamtliche, sagte Tag.

Karl-Christian Schelzke, langjähriger Direktor des Städte- und Gemeindebundes, wies auf die große Bedeutung einer gegenseitigen Wertschätzung von professionellen und ehrenamtlichen Akteuren hin. Es komme darauf an, auf  die Menschen zuzugehen und ihnen zuzuhören, sagte er. Je ehrlicher staatliche Akteure seien, desto mehr Bereitschaft entstehe bei den Bürgern, sich zu engagieren. Wenn diese nicht erlebten, dass sie vor Ort etwas mitgestalten könnten, erfolge leicht eine Abwendung von der demokratischen Gesellschaft, warnte er. (28.10.2020)


arrow_forward Linktipp:

Das 14. Forum Diakonische Kirche war als Live-Stream bei Facebook und über die Website des Diakoniezentrums zu sehen. Eine Aufzeichnung der Veranstaltung ist auf der Hephata-Facebookseite abrufbar: