Aktuell: Einsam oder in Sorge? Hier finden Sie Hilfe!

Mit dem zweiten Lockdown rücken auch die Sorgen und Nöte der Menschen wieder in den Vordergrund. Einsamkeit oder die Befürchtung, an Weihnachten nicht wie gewohnt mit den Angehörigen feiern zu können, werden leicht zu bedrückenden Themen. Da kann es helfen zu teilen, was einem zu schaffen macht und sich an Menschen zu wenden, die für die Seele sorgen. Hier finden Sie Kontaktmöglichkeiten.

2020-12-15 31929

Weihnachten im Lockdown
Einsam oder in Sorge? Hier finden Sie Hilfe!

Einsam oder in Sorge? Hier finden Sie Hilfe!

Mit dem zweiten Lockdown rücken auch die Sorgen und Nöte der Menschen wieder in den Vordergrund. Einsamkeit oder die Befürchtung, an Weihnachten nicht wie gewohnt mit den Angehörigen feiern zu können, werden leicht zu bedrückenden Themen. Da kann es helfen zu teilen, was einem zu schaffen macht und sich an Menschen zu wenden, die für die Seele sorgen. Hier finden Sie Kontaktmöglichkeiten.

Seelsorge in Ihrer Gemeinde

Sie möchten Kontakt zu Ihrem Gemeindepfarrer oder Ihrer Gemeindepfarrerin aufnehmen? Telefonnummern und E-Mail-Adressen finden Sie im ekkw.de-Gemeindeverzeichnis.

Telefonseelsorge

Unter den Rufnummern (0800) 111 0 111 oder (0800) 111 0 222 erreichen Sie ausgebildete Menschen, die zuhören, die sich einlassen, die raten und helfen - kostenfrei und anonym (auch per E-Mail und App): www.telefonseelsorge.de

ekkw.de-Onlineseelsorger

Haben Sie Fragen zur Bibel, zur Kirche oder zum Glauben? Suchen Sie Hilfe und möchten gerne mit jemand darüber nachdenken? Dann schreiben Sie Pfarrer Jörg Wohlgemuth. Er ist Pfarrer der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck und ekkw.de-Onlineseelsorger.

Chatseelsorge der evangelischen Kirche

Die Chatseelsorge ist ein Seelsorge- und Beratungsangebot der evangelischen Kirche für alle Menschen, unabhängig von Religionszugehörigkeit, Alter und Geschlecht. Mitarbeitende der beteiligten Landeskirchen und Fachorganisationen stehen Ihnen als Beratende zur Seite. Der Online-Chat gewährleistet die Vertraulichkeit und die Anonymität des Chatpartners. www.chatseelsorge.de

Weitere Hilfs- und Beratungsangebote

Gerade in Zeiten von Kontaktverboten, geschlossenen Kindergärten, Schulen, Sport- und Spielplätzen und eingeschränkten Freizeitmöglichkeiten sind Beratung und Hilfe für Menschen vor allem in Krisensituationen wichtiger denn je. Die Diakonie Hessen bündelt verschiedenste Angebote in den regionalen Beratungsstellen ihrer Mitgliedsorganisationen. Dort finden Hilfesuchende Unterstützung bei ihren Fragen, Problemen, Sorgen und Ängsten. Link zur Übersichtsseite der Diakonie Hessen

Die Einschränkungen und Veränderungen infolge der Corona-Pandemie stellen viele Familien zunehmend vor große Herausforderungen. Der eingeschränkte Betrieb oder die Schließung von Kitas, Schulen und öffentlichen Freizeitangeboten bedeuten für viele auch ein Verlust von strukturierten Tagesabläufen, Einschränkung der Bewegungsmöglichkeiten und der sozialen Kontakte. Wenn Frustration, Sorgen oder Konflikte zu groß werden, können diese niedrigschwelligen Hilfsangebote für Kinder, Jugendliche und Eltern ein erster Schritt sein: die «Nummer gegen Kummer»(116 111) für Kinder und Jugendliche oder das Elterntelefon (0800 111 0550).

Das Hilfetelefon «Gewalt gegen Frauen» ist ein bundesweites Beratungsangebot für Frauen, die Gewalt erlebt haben oder noch erleben. Unter der Nummer 08000 116 016 und via Online-Beratung unterstützen wir Betroffene aller Nationalitäten, mit und ohne Behinderung – 365 Tage im Jahr, rund um die Uhr. Auch Angehörige, Freundinnen und Freunde sowie Fachkräfte beraten wir anonym und kostenfrei. Link zu www.hilfetelefon.de

Ist mit ihren Kolleginnen und Kollegen mit den verschiedensten Lebenssituationen der Menschen vertraut: Pfarrerin Tamara Morgenroth, Geschäftsführerin des Diakonischen Werks Region Kassel (Foto: privat)

Drei Fragen an...

Zum Weihnachtsfest stehen viele Menschen vor einem Dilemma: Familie besuchen oder lieber verzichten, um sie zu schützen? Wir haben Tamara Morgenroth gefragt, was die Auslöser sind und was man tun kann. Sie ist Pfarrerin und Geschäftsführerin des Diakonischen Werks Region Kassel. Die Fragen stellte Medienhaus-Volontär Tobias Stübing.

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Frau Morgenroth, was löst ein solches Dilemma bei den Menschen aus?

Das Dilemma besteht darin, dass der Wunsch, seinen Lieben etwas Gutes zu tun, in Coronazeiten auf zweierlei Weise beantwortet werden kann: Durch Nähe und / oder Distanz. Da gilt es abzuwägen, was schwerer wiegt: Gesundheit oder Einsamkeit. Das Dilemma lässt sich meiner Meinung dadurch lösen, dass alle Beteiligten befragt werden. Sicher ist es gut gemeint, wenn die junge Generation entscheidet, die Älteren nicht zu besuchen, um sie nicht zu gefährden. Die Entscheidung darf aber nicht primär bei ihnen liegen, so nach dem Motto: Ich weiß, was gut für dich ist. Es gibt viele ältere Menschen, die sagen: Mir ist es wichtiger, nicht allein zu sein, als aus gesundheitlichen Gründen isoliert zu werden. Andere legen großen Wert darauf, Kontakte zu vermeiden. Was also richtig ist, muss im Gespräch auf Augenhöhe geklärt werden.

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Warum ist Gemeinschaft und Nähe für uns zu Weihnachten besonders wichtig?

In unserer Arbeit als Diakonisches Werk stellen wir fest, dass Weihnachten sehr ambivalente Gefühle bei den Menschen auslöst. Bei den einen ist es das Bedürfnis nach Nähe und Gemeinschaft, bei anderen aber gerade das Gegenteil. Es gibt durchaus auch Menschen, die gerade Weihnachten am liebsten allein verbringen, gerade weil Weihnachten ein so emotional aufgeladenes Fest ist und damit viele Erwartungen verbunden sind. Für andere ist es gerade in dieser Zeit wichtig, nicht allein zu sein, sondern in Gemeinschaft zu verbringen.

Dass Weihnachten mit Nähe und Gemeinschaft verbunden wird, liegt in der Geschichte begründet, die erzählt wird und die auch jenseits des Glaubens an Jesus Christus ganz menschliche Empfindungen und Wünsche anspricht: die Geburt eines Kindes in unwirtlicher Umgebung, ein liebendes Elternpaar, Menschen, die kommen und Geschenke bringen und nicht zuletzt eine Umwälzung der Verhältnisse: ein König, der aus einfachsten Verhältnissen kommt – das bringt etwas in uns zum Klingen: Weihnachten weckt die Sehnsucht nach einer heilen Welt. Davon möchten wir auch etwas ganz real erleben.

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Wie kann das Fest trotz Distanz für alle gut gelingen?

Wichtig ist, dass keine großen Feiern stattfinden, sondern die Zahl derer, die zusammen kommen, klein bleibt. Die Menschen, die allein leben, aber Gesellschaft wünschen, sollten dann auf der Gästeliste Priorität haben. Das kann dann zum Beispiel heißen: Wir laden lieber die alleinlebende Mutter ein als die noch als Paar zusammenlebenden Schwiegereltern. Oder: Wir laden nur die ältere Generation ein, verzichten aber auf das Familientreffen mit Geschwistern, Neffen und Nichten...

Neue Medien schaffen Nähe auch auf Distanz, aber mein Tipp ist auch, das gute alte Briefeschreiben wieder aufleben zu lassen. Eine alleinlebende Tante von mir hatte die Briefe, die sie bekommen hat, immer in ihrer Schürzentasche, um sie wieder und wieder lesen zu können. Ein schöner handgeschriebener Brief zeigt: Ich nehme mir Zeit für Dich, auch wenn ich nicht da sein kann. Das wirkt sehr nachhaltig.

Weihnachten erinnert an die Geburt Jesu Christi. Auch ohne Besuch eines Gottesdienstes kann man die Weihnachtsgeschichte im Lukas-Evangelium, Kapitel 2 lesen. Sie findet sich sogar im Internet.  Und «O du fröhliche» und «Stille Nacht» klingt auch im heimischen Wohnzimmer schön – gespielt auf einem Klavier oder einer Trompete, oder auch auf CD.

Anmerkung der Redaktion: Im digitalen Weihnachtsbegleiter der Landeskirche finden Sie den Weihnachtspodcast mit der Weihnachtsgeschichte, Gebet, Segen und natürlich dem Lied «O du fröhliche» zum Mitsingen. (Link zum Podcast)

(15.12.2020)


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