Aktuell: Rat der Religionen begrüßt Haltung der Stadt Kassel gegen Waffenbörse

Kassel (medio). Der Kasseler Rat der Religionen unterstützt das Vorhaben der Stadt Kassel, die jährlich stattfindende Waffenbörse in der Stadt zu untersagen. Waffen dienten nicht dem friedlichen Zusammenleben und dem gegenseitigen Respekt, den die heutige Zeit allen abverlange, heißt es in einer vom Sprecherrat des Rats veröffentlichten Stellungnahme. Darin spricht sich der Rat entschlossen gegen eine Waffenbörse in Kassel in diesem Jahr und auch für die Zukunft aus.

«Waffen bringen Vernichtung, Frieden dagegen Aufbau. [...] Waffen sind keine Schmuckstücke und keine Alltagsgegenstände. Waffen werden ausschließlich zum Töten hergestellt.», heißt es in dem Papier. Der Besitz von Waffen dürfe nicht verharmlost oder bagatellisiert werden, so der Rat der Religionen. Die gewalttätigen Anschläge in Halle im Herbst 2019 und in Hanau im Februar 2020 mit ihren antisemitischen und ausländerfeindlichen Motiven seien  nur zwei Beispiele, die aber deutlich zeigten, dass Waffengebrauch kein Spiel sei. Dazu Position zu beziehen, sei eine Notwendigkeit. Die Stellungnahme ging auch dem Kasseler Oberbürgermeister Christian Geselle zu, teilte Stadtdekanin Barbara Heinrich vom Evangelischen Stadtkirchenkreis Kassel mit. Heinrich ist Mitglied im Sprecherrat des Rats. 

Die Kasseler Stadtverordneten hatten in ihrer 43. Sitzung am 28. September 2020 dem Antrag der SPD-Fraktion zugestimmt und den Magistrat der Stadt aufgefordert, alle «rechtlichen Möglichkeiten zur Untersagung der jährlich stattfindenden Waffenbörse zu ergreifen.»

Laut der Expo Management GmbH, die die Waffenbörse in Kassel veranstaltet, könne die nächste vom 29. April bis 2. Mai 2021 in den Kasseler Messehallen geplante Börse wegen der momentanen Lage in der Corona-Pandemie nicht stattfinden. Ein neuer Termin stehe noch nicht fest, heißt es auf der Internetseite der Firma. 

2021-04-01 32623

Für friedliches Zusammenleben und gegenseitigen Respekt
Rat der Religionen begrüßt Haltung der Stadt Kassel gegen Waffenbörse

Kassel (medio). Der Kasseler Rat der Religionen unterstützt das Vorhaben der Stadt Kassel, die jährlich stattfindende Waffenbörse in der Stadt zu untersagen. Waffen dienten nicht dem friedlichen Zusammenleben und dem gegenseitigen Respekt, den die heutige Zeit allen abverlange, heißt es in einer vom Sprecherrat des Rats veröffentlichten Stellungnahme. Darin spricht sich der Rat entschlossen gegen eine Waffenbörse in Kassel in diesem Jahr und auch für die Zukunft aus.

«Waffen bringen Vernichtung, Frieden dagegen Aufbau. [...] Waffen sind keine Schmuckstücke und keine Alltagsgegenstände. Waffen werden ausschließlich zum Töten hergestellt.», heißt es in dem Papier. Der Besitz von Waffen dürfe nicht verharmlost oder bagatellisiert werden, so der Rat der Religionen. Die gewalttätigen Anschläge in Halle im Herbst 2019 und in Hanau im Februar 2020 mit ihren antisemitischen und ausländerfeindlichen Motiven seien  nur zwei Beispiele, die aber deutlich zeigten, dass Waffengebrauch kein Spiel sei. Dazu Position zu beziehen, sei eine Notwendigkeit. Die Stellungnahme ging auch dem Kasseler Oberbürgermeister Christian Geselle zu, teilte Stadtdekanin Barbara Heinrich vom Evangelischen Stadtkirchenkreis Kassel mit. Heinrich ist Mitglied im Sprecherrat des Rats. 

Die Kasseler Stadtverordneten hatten in ihrer 43. Sitzung am 28. September 2020 dem Antrag der SPD-Fraktion zugestimmt und den Magistrat der Stadt aufgefordert, alle «rechtlichen Möglichkeiten zur Untersagung der jährlich stattfindenden Waffenbörse zu ergreifen.»

Laut der Expo Management GmbH, die die Waffenbörse in Kassel veranstaltet, könne die nächste vom 29. April bis 2. Mai 2021 in den Kasseler Messehallen geplante Börse wegen der momentanen Lage in der Corona-Pandemie nicht stattfinden. Ein neuer Termin stehe noch nicht fest, heißt es auf der Internetseite der Firma. 

Wir dokumentieren die Stellungnahme im Wortlaut:

Stellungnahme des Rats der Religionen Kassel zur geplanten Waffenbörse in Kassel im Jahr 2021

«Der Rat der Religionen Kassel engagiert sich seit seiner Gründung im Jahr 2011 für das friedliche und gleichberechtigte Miteinander aller Menschen in Kassel, gleich welcher Religion und Herkunft, und lehnt jede Form von Diskriminierung, Terror und Gewalt im Namen von Religion entschieden ab. Dazu gehört auch die Distanzierung von religiöser Intoleranz und jeglicher Form von Rassismus und Fremdenfeindlichkeit.

Die gewalttätigen Anschläge in Halle im Herbst 2019 und in Hanau im Februar 2020 mit ihren antisemitischen und ausländerfeindlichen Motiven sind nur zwei Beispiele und zeigen deutlich, dass Waffengebrauch kein Spiel ist, und erfordern die Notwendigkeit, hier Position zu beziehen.

Waffen bringen Vernichtung, Frieden dagegen Aufbau. Der Rat der Religionen begrüßt und unterstützt die Haltung der Stadt Kassel, eine geplante Waffenbörse in den Kasseler Messehallen zu untersagen. Waffen sind keine Schmuckstücke und keine Alltagsgegenstände. Waffen werden ausschließlich zum Töten hergestellt. Ihr Besitz darf nicht verharmlost oder bagatellisiert werden.

Sie dienen nicht dem friedlichen Zusammenleben und dem gegenseitigen Respekt, den die heutige Zeit von uns allen abverlangt. Von daher spricht sich der Rat der Religionen entschlossen gegen eine Waffenbörse in Kassel in diesem Jahr und auch für die Zukunft aus.
 
Kassel, im März 2021
 
Der Sprecherrat des Rats der Religionen Kassel
 
Mahmut Eryilmaz, Esther Haß, Dekanin Barbara Heinrich»

Stichwort: Rat der Religionen in Kassel

Der Rat der Religionen der Stadt Kassel wurde unter Vorsitz des ehemaligen Oberbürgermeisters Bertram Hilgen am 11. Mai 2011 gegründet. Der Verein versteht sich als freiwilliger Zusammenschluss verschiedener in Kassel vertretener Religionsgemeinschaften und verfolgt das Ziel, den Stadtfrieden durch das Vorleben eines respektvollen, gleichberechtigten und friedlichen Miteinanders zu fördern und zu sichern. Neben den christlichen Kirchen und der jüdischen Gemeinde sind in dem Rat die Glaubensgemeinschaft Ahmadiyya Muslim Jamaat, die Alevitische Gemeinde, die Baha’i Gemeinde, die Sunnitisch muslimischen Gemeinden, die Tibetischen Buddhisten sowie die Unitarier vertreten. (17.03.2021)


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Den Rat der Religionen der Stadt Kassel finden Sie im Internet unter: