Aktuell: Corona in Indien: Fürbittenaufruf und Bitte um Spenden für Nothilfe

Kassel/Indien (medio). In Indien verschärft sich die Corona-Lage drastisch. Täglich werden neue Höchstwerte bei den Neuinfektionen mit dem Virus aufgestellt. Nach offiziellen Angaben gibt es jeden Tag mehr als 400.000 Neuinfektionen und rund 4.000 Todesfälle. Die Dunkelziffer dürfte weit über diesen Zahlen liegen. Nach Schätzungen von Experten wird die Kurve erst Mitte Mai ihre Spitze erreichen, dann möglicherweise mit 800.000 Neuinfektionen täglich. In den Kliniken fehlen Betten, Sauerstoff und Beatmungsgeräte. Eine große Herausforderung ist der Transport der Sauerstoffbehälter über weite Entfernungen. Internationale Hilfe für Indien rollt an, auch aus Deutschland.  

Bischof Niranjan: Erkrankte finden kaum noch Hilfe

Mit großer Sorge verfolgt die Evangelische Kirche von Kurhessen-Waldeck die Lebenssituation der Menschen besonders in ihrer südindischen Partnerkirche «Church of South India». Bischof Ravikumar Niranjan berichtete von Angst und Sorge in den Gemeinden: Erkrankte und infizierte Menschen könnten dort kaum noch Hilfe finden. Die Krankenhäuser seien überfüllt und es fehle an Sauerstoff-Flaschen und Intensivbetten mit Beatmungsgeräten, teilte Partnerschaftsreferent Pfarrer Bernd Müller mit. In Folge des erneut verhängten, strengen 15tägigen Lock Downs, geschlossener Schulen, Kirchen und Einrichtungen würden familiäre Not, Arbeitslosigkeit und  Ernährungsengpässe erwartet. Familien seien alleingelassen mit Krankheiten und würdelosem Abschiednehmen von Verstorbenen an überfüllten Krematorien unter freiem Himmel. Die Feierlichkeiten zum 50jährigen Jubiläum der Diözese Karnataka Nord müssten ausgesetzt werden oder digital stattfinden.

2021-05-10 32905

Sorge um Partner in Südindien
Corona in Indien: Fürbittenaufruf und Bitte um Spenden für Nothilfe

Corona in Indien: Fürbittenaufruf und Bitte um Spenden für Nothilfe
Kaum Hilfe in Sicht: Unser Foto zeigt eine Schlange von Krankenwagen, in denen Mesnchen vor einem indischen Krankenhaus in der Diözese Amritsar ums Überleben kämpfen. (Foto: Bishop Samanta Roy)

Kassel/Indien (medio). In Indien verschärft sich die Corona-Lage drastisch. Täglich werden neue Höchstwerte bei den Neuinfektionen mit dem Virus aufgestellt. Nach offiziellen Angaben gibt es jeden Tag mehr als 400.000 Neuinfektionen und rund 4.000 Todesfälle. Die Dunkelziffer dürfte weit über diesen Zahlen liegen. Nach Schätzungen von Experten wird die Kurve erst Mitte Mai ihre Spitze erreichen, dann möglicherweise mit 800.000 Neuinfektionen täglich. In den Kliniken fehlen Betten, Sauerstoff und Beatmungsgeräte. Eine große Herausforderung ist der Transport der Sauerstoffbehälter über weite Entfernungen. Internationale Hilfe für Indien rollt an, auch aus Deutschland.  

Bischof Niranjan: Erkrankte finden kaum noch Hilfe

Mit großer Sorge verfolgt die Evangelische Kirche von Kurhessen-Waldeck die Lebenssituation der Menschen besonders in ihrer südindischen Partnerkirche «Church of South India». Bischof Ravikumar Niranjan berichtete von Angst und Sorge in den Gemeinden: Erkrankte und infizierte Menschen könnten dort kaum noch Hilfe finden. Die Krankenhäuser seien überfüllt und es fehle an Sauerstoff-Flaschen und Intensivbetten mit Beatmungsgeräten, teilte Partnerschaftsreferent Pfarrer Bernd Müller mit. In Folge des erneut verhängten, strengen 15tägigen Lock Downs, geschlossener Schulen, Kirchen und Einrichtungen würden familiäre Not, Arbeitslosigkeit und  Ernährungsengpässe erwartet. Familien seien alleingelassen mit Krankheiten und würdelosem Abschiednehmen von Verstorbenen an überfüllten Krematorien unter freiem Himmel. Die Feierlichkeiten zum 50jährigen Jubiläum der Diözese Karnataka Nord müssten ausgesetzt werden oder digital stattfinden.

Gemeinsamer Spendenaufruf zur Nothilfe

Für den kommenden Sonntag «Rogate» (deutsch: Betet!) rufen die eng mit Indien verbundenen Kirchenkreise Werra-Meißner, Schwalm-Eder und Hersfeld-Rotenburg sowie das Dezernat Diakonie und Ökumene zum  Fürbittengebet auf und haben einen gemeinsamen Spendenaufruf zur Nothilfe gestartet: 

«Nothilfe Corona Partnerkirche Indien»
Konto der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck bei Evangelische Bank eG
BIC: GENODEF1EK1
IBAN DE33 5206 0410 0000 00 30 00
Spendenzweck: «Nothilfe Corona Partnerkirche Indien»

Ökumene-Dezernentin Brinkmann-Weiß bittet um Spenden und Fürbitte

«Die Pandemieentwicklung in Indien und auch in der Region unserer Partnerkirche ist furchtbar und macht uns sehr betroffen. Wir sind in engem Kontakt mit unseren Partnern, die uns konkrete Hilfsbedarfe benennen werden. Hilfe wird auch nach der Pandemie noch dringend benötigt, denn viele Existenzen sind dauerhaft zerstört, besonders unter der armen Bevölkerung», sagte Claudia Brinkmann-Weiß, Dezernentin für Diakonie und Ökumene der Landeskirche. 

Die Dezernentin ruft zu Spenden auf, die seitens der Landeskirche aus Mitteln des Katastrophenhilfsfonds aufgestockt werden sollen. Gleichzeitig bittet sie um die Fürbitte für die Partner der Landeskirche in Indien. 

Dramatisches Infektionsgeschehen in Indien

Ein Überschreiten der Marke von 20 Millionen Corona-Fällen wird in Indien demnächst erwartet. Nach Schätzungen von Experten wird die Kurve erst Mitte Mai ihre Spitze erreichen, dann möglicherweise täglich mit 800.000 Neuinfektionen. Am 2. Mai wurden offiziell gezählt: 19.902.794 Infizierte,  3.419.423 aktuelle Corona-Fälle, 218.695 Todesfälle. Die Lage in dem Bundesstaat der EKKW-Partner in Karnataka: 1.601.865 Infizierte, 421.456 aktuelle Corona-Fälle, 16.011 Todesfälle. (Zahlen: Ökumenedezernat) 

Fürbitte für unsere Partnerkirche in Südindien

«Gott, du Schöpfer, Bewahrer der Schöpfung, Gedenke der Menschen überall in der Welt, die unter dem Coronavirus leiden müssen. Insbesondere beten wir für die Menschen in Indien. Wir sind sprachlos über die rasant steigenden Zahlen von Kranken und Sterbenden. Besorgt sind wir, dass auch unsere Partnerkirche in Südindien große Not auf sich zukommen sieht:

Arbeitslosigkeit und Angst; fehlende Krankenbetten und überlastete Intensivstationen auch in den kirchlichen Krankenhäusern, Mangel an medizinischer Hilfe und Familien, die um ihr tägliches Auskommen bangen.

Du Gott, unsere Zuflucht und Stärke, erhebe deine schützenden und heilenden Hände über die an Corona Erkrankten und bewahre sie. Hilf ihnen, dass sie die notwendige medizinische  Unterstützung finden. Sei mit den Wanderarbeiterinnen und Wanderarbeitern, Obdachlosen, Mittellosen und mit allen, die um ihre Existenz bangen. Schütze sie und schenke ihnen ein Leben in Würde.

Nimm die Verstorbenen in deine Barmherzigkeit auf. Schenke Trost und Hoffnung für diejenigen, die ihre Angehörigen, Kolleginnen und Kollegen und Freundinnen und Freunde verloren haben. Sei mit denen, die Verstorbene bestatten. Stärke und ermutige das Personal im Gesundheitswesen. Schenke ihnen Kraft, Geduld und Ausdauer. Wir bitten für alle, die in Panik geraten sind und die in Angst leben, dass sie Ruhe, Geduld und Vertrauen finden. 

Du Gott des Lebens, du hast uns nicht allein gelassen. Wir danken dir für die Hilfsbereitschaft vieler Menschen und Staaten. Lehre uns, die vorhandenen Ressourcen gerechter miteinander zu teilen und lass uns aufmerksam sein für die großen Nöte weltweit. Stärke uns, unsere Solidarität mit denen auszudrücken, die uns am dringendsten brauchen.

Leite die, die politische Verantwortung tragen, damit sie Entscheidungen in Weitsicht und Weisheit treffen zum Wohlergehen aller Menschen. Wir bitten für Bischof Niranjan und alle Verantwortlichen in Verkündigung und Seelsorge in unserer Partnerkirche in Südindien: Gib ihnen Möglichkeiten, zu helfen, wo Not ist.

Gott, in Verbundenheit mit allen Christen auf der Erde vertrauen wir uns Deiner Liebe an. Amen.»

(nach einem Entwurf von Dr. Johny Thonipara, Asienreferent Zentrum Oekumene)

(05.05.2021)


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Fürbitte für die Partnerkirche in Südindien in Zeiten von Corona - nach einem Entwurf von Dr. Johny Thonipara, Asienreferent Zentrum Oekumene der EKKW und EKHN: