Aktuell: Landeskirche unterstützt Schulen im Libanon

Hanau/Kassel. (medio). Ein eindringlicher Hilferuf erreichte die Evangelische Kirche von Kurhessen-Waldeck (EKKW) aus dem Libanon. Die leitenden Verantwortlichen aus Schule und Kirche im Libanon und in Syrien schilderten Anfang März eingehend, wie verzweifelt die Lage im Libanon und vor allem im Norden des Landes derzeit ist. Der gesamte Libanon befinde sich wirtschaftlich im freien Fall. Besonders hart treffe es die ökonomisch schwache nördliche Region im Grenzgebiet zu Syrien, so Dr. Martin Lückhoff, Vorsitzender des Arbeitskreises «Freundschaft mit der Rum-orthodoxen Kirche von Antiochia», mit der die Landeskirche seit über 30 Jahren eine freundschaftliche Beziehung unterhält. 

Betrieb vor allem von Schulen im nördlichen Libanon in Gefahr 

Um die Region zu stabilisieren bzw. eine weitere Abwanderung von jungen Menschen zu verhindern, betreibt das griechisch-orthodoxe Erzbistum Akkar medizinische und soziale Einrichtungen und vor allem Schulen, die im nördlichen Libanon als wichtige ‚Leuchttürme‘ gelten. Wegen der Covid-19-Pandemie seien die Schulen bereits seit drei Monaten geschlossen und durch den Ausfall dringend erforderlicher private Schulgebühren könnten  die Gehälter nicht mehr bezahlt werden. Das gefährde massiv die Wiederaufnahme und den  Weiterbetrieb der offenen, interreligiöse Einrichtungen. Staatliche Unterstützung gebe es nicht, weder für die Eltern noch für Lehrer oder Angestellte. Man brauche nicht viel Fantasie, um nachzuvollziehen, wie weitreichend die Folgen für die Region wären, würde das griechisch-orthodoxe Erzbistum Akkar sich zurückziehen und die Schulen schließen, so Dekan Lückhoff, dessen Kirchenkreis Hanau die Freundschaft zur Rum-orthodoxen Kirche von Antiochia maßgeblich ausgestaltet. 

Rund 2.500 Schüler - libanesische und einige aus Syrien - und 300 Lehrer und Angestellte seien betroffen. Die Ausgaben für Gehälter betragen derzeit etwa 30.000 US-Dollar pro Monat. Es gebe keine staatliche Unterstützung. «Die Schulen sind in der wirtschaftlich abgehängten Region für die Zukunft maßgeblich», so der Dekan. «30 000 Dollar ist nicht das Geld, das wir haben. Aber gemeinsam mit der Landeskirche und «Brot für die Welt» konnten wir bereits einen Beitrag leisten für die Bildungschancen der Kinder und Jugendlichen dort.» 

10.000 Euro aus Kollekten- und Spendenmitteln als Soforthilfe

Aus Kollekten- und Spendenmitteln der Landeskirche und des Kirchenkreises Hanau konnten gemeinsam 5.000 Euro zur Verfügung gestellt werden, ein weiterer Zuschuss von 5.000 Euro komme von Kirchen helfen Kirchen. Somit konnten insgesamt 10.000 Euro an die Ecole Nationale Orthodoxe in Akkar überwiesen werden. Und der Dank für die Unterstützung sei postwendend per E-Mail mit Bildern aus dem schulischen Alltag gekommen: «Ich übermittle Ihnen gerne das Dankeschön und die Gebete unseres Metropoliten Basilyos Mansour für ihre Freundlichkeit. Wir bedanken uns bei Ihnen für Ihre Bereitschaft, in diesen sehr schwierigen Tagen den Bedürftigen zur Seite zu stehen», heißt es in dem Schreiben.  

Unterstützungsprojekte in Syrien und im Libanon

Im August 2019 traf sich eine Delegation der Landeskirche und des Kirchenkreises Hanau mit Kirchenvertreten in Syrien und im Libanon. Damals machten sich die Dezernentin für Diakonie und Ökumene, Oberlandeskirchenrätin Claudia Brinkmann-Weiß, und Dekan Lückhoff,  ein Bild von der Lage vor Ort. Sie informierten sich über die Situation der in der Region lebenden Christen und über die konkreten Projekte, die mit Unterstützung der Landeskirche und des Kirchenkreises vorangebracht werden. So machte der Bau eines Krankenhauses mit finanzieller Unterstützung der EKKW gute Fortschritte. Zudem konnte die Diakonie Hessen  beim Bau eines Altenheimes Hilfestellung leisten. 

2021-06-10 33172

10.000 Euro Hilfsgelder und Spendenaufruf
Landeskirche unterstützt Schulen im Libanon

Landeskirche unterstützt Schulen im Libanon
Zum Dankesschreiben für die Hilfe, das den Kirchenkreis Hanau erreichte, gehörten auch Bilder glücklicher Schüler. Darin schreibt die Schulleitung, dass die Schüler der Schule zu den ersten in den offiziellen Prüfungen gehörten und sich in den außerschulischen Aktivitäten wie Theater, Poesie und Schreiben auszeichnen würden. (Foto: Ecole Nationale Orthodoxe-Akkar)

Hanau/Kassel. (medio). Ein eindringlicher Hilferuf erreichte die Evangelische Kirche von Kurhessen-Waldeck (EKKW) aus dem Libanon. Die leitenden Verantwortlichen aus Schule und Kirche im Libanon und in Syrien schilderten Anfang März eingehend, wie verzweifelt die Lage im Libanon und vor allem im Norden des Landes derzeit ist. Der gesamte Libanon befinde sich wirtschaftlich im freien Fall. Besonders hart treffe es die ökonomisch schwache nördliche Region im Grenzgebiet zu Syrien, so Dr. Martin Lückhoff, Vorsitzender des Arbeitskreises «Freundschaft mit der Rum-orthodoxen Kirche von Antiochia», mit der die Landeskirche seit über 30 Jahren eine freundschaftliche Beziehung unterhält. 

Betrieb vor allem von Schulen im nördlichen Libanon in Gefahr 

Um die Region zu stabilisieren bzw. eine weitere Abwanderung von jungen Menschen zu verhindern, betreibt das griechisch-orthodoxe Erzbistum Akkar medizinische und soziale Einrichtungen und vor allem Schulen, die im nördlichen Libanon als wichtige ‚Leuchttürme‘ gelten. Wegen der Covid-19-Pandemie seien die Schulen bereits seit drei Monaten geschlossen und durch den Ausfall dringend erforderlicher private Schulgebühren könnten  die Gehälter nicht mehr bezahlt werden. Das gefährde massiv die Wiederaufnahme und den  Weiterbetrieb der offenen, interreligiöse Einrichtungen. Staatliche Unterstützung gebe es nicht, weder für die Eltern noch für Lehrer oder Angestellte. Man brauche nicht viel Fantasie, um nachzuvollziehen, wie weitreichend die Folgen für die Region wären, würde das griechisch-orthodoxe Erzbistum Akkar sich zurückziehen und die Schulen schließen, so Dekan Lückhoff, dessen Kirchenkreis Hanau die Freundschaft zur Rum-orthodoxen Kirche von Antiochia maßgeblich ausgestaltet. 

Rund 2.500 Schüler - libanesische und einige aus Syrien - und 300 Lehrer und Angestellte seien betroffen. Die Ausgaben für Gehälter betragen derzeit etwa 30.000 US-Dollar pro Monat. Es gebe keine staatliche Unterstützung. «Die Schulen sind in der wirtschaftlich abgehängten Region für die Zukunft maßgeblich», so der Dekan. «30 000 Dollar ist nicht das Geld, das wir haben. Aber gemeinsam mit der Landeskirche und «Brot für die Welt» konnten wir bereits einen Beitrag leisten für die Bildungschancen der Kinder und Jugendlichen dort.» 

10.000 Euro aus Kollekten- und Spendenmitteln als Soforthilfe

Aus Kollekten- und Spendenmitteln der Landeskirche und des Kirchenkreises Hanau konnten gemeinsam 5.000 Euro zur Verfügung gestellt werden, ein weiterer Zuschuss von 5.000 Euro komme von Kirchen helfen Kirchen. Somit konnten insgesamt 10.000 Euro an die Ecole Nationale Orthodoxe in Akkar überwiesen werden. Und der Dank für die Unterstützung sei postwendend per E-Mail mit Bildern aus dem schulischen Alltag gekommen: «Ich übermittle Ihnen gerne das Dankeschön und die Gebete unseres Metropoliten Basilyos Mansour für ihre Freundlichkeit. Wir bedanken uns bei Ihnen für Ihre Bereitschaft, in diesen sehr schwierigen Tagen den Bedürftigen zur Seite zu stehen», heißt es in dem Schreiben.  

Unterstützungsprojekte in Syrien und im Libanon

Im August 2019 traf sich eine Delegation der Landeskirche und des Kirchenkreises Hanau mit Kirchenvertreten in Syrien und im Libanon. Damals machten sich die Dezernentin für Diakonie und Ökumene, Oberlandeskirchenrätin Claudia Brinkmann-Weiß, und Dekan Lückhoff,  ein Bild von der Lage vor Ort. Sie informierten sich über die Situation der in der Region lebenden Christen und über die konkreten Projekte, die mit Unterstützung der Landeskirche und des Kirchenkreises vorangebracht werden. So machte der Bau eines Krankenhauses mit finanzieller Unterstützung der EKKW gute Fortschritte. Zudem konnte die Diakonie Hessen  beim Bau eines Altenheimes Hilfestellung leisten. 

Rum-orthodoxe Kirche von Antiochia

Die griechisch-orthodoxe Kirche von Antiochia und die Evangelische Kirche von Kurhessen-Waldeck verbindet seit über 30 Jahren eine freundschaftliche Beziehung. Das Patriarchat von Antiochia bezeichnet sich als «rum-orthodox», wobei «rum» die arabische Wiedergabe von «rhomäisch» (byzantinisch-griechisch) ist: Es ist also das griechisch-orthodoxe Patriarchat arabischer Sprache.

Spendenaktion für griechisch-orthodoxes Erzbistum Akkar

Sie möchten die Arbeit des griechisch-orthodoxen Erzbistums Akkar mit einer Spende unterstützen?

Spendenkonto (Empfänger: EKKW)
IBAN: DE33520604100000003000
(Evangelische Bank Kassel)
Verwendungszweck: Z 760000004

Infokontakt: Freundeskreis «Freundschaft mit der Rum-Orthodoxen Kirche von Antiochia», Dekan Dr. Martin Lückhoff, E-Mail: syrienhillfe@ekkw.de

(10.06.2021)


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Weitere Informationen zur Freundschaft mit der Rum-orthodoxen Kirche von Antiochia finden Sie unter:

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Informationen zum Thema finden Sie auch auf der Internetseite des Evangelischen Kirchenkreises Hanau unter: