Aktuell: Bedford-Strohm: Mehr Menschen aus Afghanistan in Sicherheit bringen

Hannover/Kabul (epd). Der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Heinrich Bedford-Strohm, hat sich bestürzt über die Anschläge mit zahlreichen Toten am Flughafen Kabul gezeigt. Die Explosionen seien «eine traurige Bestätigung für die lebensgefährliche Situation in Afghanistan», sagte Bedford-Strohm am Donnerstagabend (26.8.). Er sei in Gedanken und Gebeten bei den Opfern.

Nun gelte es weiteres menschliches Leid, das auch aus Fehleinschätzungen der Vergangenheit resultiere, wenigstens zu begrenzen, fügte Bedford-Strohm hinzu. Dazu müssten unter anderem alle Wege genutzt werden, um auch nach dem Ende der Evakuierungsflüge Menschen aus Afghanistan in Sicherheit zu bringen.

Zudem müssten Abschiebungen dorthin nicht nur ausgesetzt, sondern gestoppt werden, sagte der bayerische Landesbischof. Auch müssten die Afghanen, die sich in Deutschland befinden, nun einen sicheren Aufenthaltstitel bekommen, so dass auch der Familiennachzug möglich werde.

2021-08-27 33602

Anschläge in Kabul
Bedford-Strohm: Mehr Menschen aus Afghanistan in Sicherheit bringen

Bedford-Strohm: Mehr Menschen aus Afghanistan in Sicherheit bringen
Unser Foto zeigt eine Evakuierungsszene am Flughafen von Kabul vor wenigen Tagen. Mittlerweile hat Deutschland seinen Evakuierungseinsatz in Afghanistan beendet. Die USA wollen den Militäreinsatz bis zum 31. August beenden und bis dahin noch möglichst viele Menschen außer Landes bringen. (Foto: U.S. Marine Corps/Melissa Marnell)

Hannover/Kabul (epd). Der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Heinrich Bedford-Strohm, hat sich bestürzt über die Anschläge mit zahlreichen Toten am Flughafen Kabul gezeigt. Die Explosionen seien «eine traurige Bestätigung für die lebensgefährliche Situation in Afghanistan», sagte Bedford-Strohm am Donnerstagabend (26.8.). Er sei in Gedanken und Gebeten bei den Opfern.

Nun gelte es weiteres menschliches Leid, das auch aus Fehleinschätzungen der Vergangenheit resultiere, wenigstens zu begrenzen, fügte Bedford-Strohm hinzu. Dazu müssten unter anderem alle Wege genutzt werden, um auch nach dem Ende der Evakuierungsflüge Menschen aus Afghanistan in Sicherheit zu bringen.

Zudem müssten Abschiebungen dorthin nicht nur ausgesetzt, sondern gestoppt werden, sagte der bayerische Landesbischof. Auch müssten die Afghanen, die sich in Deutschland befinden, nun einen sicheren Aufenthaltstitel bekommen, so dass auch der Familiennachzug möglich werde.

Mindestens 85 Tote bei IS-Anschlägen am Flughafen von Kabul

Bei den Anschlägen am Flughafen von Kabul sind am Donnerstag (26.8.) mindestens 85 Menschen ums Leben gekommen. Der arabische Sende Al Dschasira berichtete am Freitagmorgen von mindestens 72 toten Zivilisten. Das US-Militär meldete 13 getötete amerikanische Soldaten. Die Terrororganisation «Islamischer Staat" hat sich mittlerweile zu der Terrorattacke bekannt. US-Präsident Joe Biden drohte den Drahtziehern der Anschläge mit Vergeltung.

Drei Attentäter mit Sprengstoffwesten und Gewehren hatten am Donnerstag eines der drei Tore des Flughafens angegriffen, vor dem Tausende Familien warteten, um mit einem Evakuierungsflug Afghanistan zu verlassen. Zahlreiche Länder haben angesichts der Sicherheitslage bereits ihre Evakuierungsflüge eingestellt, darunter Deutschland.

Zuvor hatten zahlreiche Botschaften in Kabul vor einem Anschlag des IS gewarnt und Menschen aufgerufen, das Gebiet um den Flughafen zu räumen. Der IS in Afghanistan ist eine Abspaltung von Taliban-Kämpfern, die gezielt Attentate auf westliche Ziele verübt, aber auch religiöse Minderheiten wie die Schiiten ins Visier nimmt. Die Organisation soll unter anderem für den Anschlag auf die Geburtsklinik der internationalen Hilfsorganisation «Ärzte ohne Grenzen» in Kabul im Mai 2020 verantwortlich sein, bei dem mindestens 24 Menschen ums Leben kamen.

Der Anschlag auf den Flughafen ist das erste Terrorattentat seit der Machtübernahme der Taliban. Die Islamisten hatten vor gut zehn Tagen das Land vollständig eingenommen und kontrollieren alle Straßen und Grenzübergänge Afghanistans. (27.08.2021)

Mindestens 85 Tote bei IS-Anschlägen am Flughafen von Kabul

Bei den Anschlägen am Flughafen von Kabul sind am Donnerstag (26.8.) mindestens 85 Menschen ums Leben gekommen. Der arabische Sende Al Dschasira berichtete am Freitagmorgen von mindestens 72 toten Zivilisten. Das US-Militär meldete 13 getötete amerikanische Soldaten. Die Terrororganisation «Islamischer Staat" hat sich mittlerweile zu der Terrorattacke bekannt. US-Präsident Joe Biden drohte den Drahtziehern der Anschläge mit Vergeltung.

Drei Attentäter mit Sprengstoffwesten und Gewehren hatten am Donnerstag eines der drei Tore des Flughafens angegriffen, vor dem Tausende Familien warteten, um mit einem Evakuierungsflug Afghanistan zu verlassen. Zahlreiche Länder haben angesichts der Sicherheitslage bereits ihre Evakuierungsflüge eingestellt, darunter Deutschland.

Zuvor hatten zahlreiche Botschaften in Kabul vor einem Anschlag des IS gewarnt und Menschen aufgerufen, das Gebiet um den Flughafen zu räumen. Der IS in Afghanistan ist eine Abspaltung von Taliban-Kämpfern, die gezielt Attentate auf westliche Ziele verübt, aber auch religiöse Minderheiten wie die Schiiten ins Visier nimmt. Die Organisation soll unter anderem für den Anschlag auf die Geburtsklinik der internationalen Hilfsorganisation «Ärzte ohne Grenzen» in Kabul im Mai 2020 verantwortlich sein, bei dem mindestens 24 Menschen ums Leben kamen.

Der Anschlag auf den Flughafen ist das erste Terrorattentat seit der Machtübernahme der Taliban. Die Islamisten hatten vor gut zehn Tagen das Land vollständig eingenommen und kontrollieren alle Straßen und Grenzübergänge Afghanistans. (27.08.2021)


arrow_forward Gemeinsame Erklärung:

Bischöfe der beiden großen Kirchen rufen die Bundesregierung in einem eindringlichen Appell zur schnellen und unbürokratischen Hilfe für die Bevölkerung in Afghanistan auf. Die gemeinsame Erklärung zur akuten Notlage der afghanischen Bevölkerung der Konferenz für Friedensarbeit im Raum der EKD, der auch die EKKW angehört, finden Sie hier: