Aktuell: Kunstwerk «Roundabout» von Michael Göbel in Kasseler Martinskirche zu sehen

Kassel (medio). Am 12. September startet ein Kulturprojekt in der Martinskirche in Kassel: Dort zeigt der Kasseler Künstler Michael Göbel eine raumgreifende Skulptur, die eigens für diese Ausstellung produziert wurde. Das Kunstwerk zeigt ein Kettenkarussell (engl. «Roundabout»), das auf der Seite liegt. Umgestürzt? Im Aufbau? Diese Fragen bleiben offen. Das Kettenkarussell soll in St. Martin Ruhe ausstrahlen. Zu besichtigen ist die Ausstellung vom 12. September bis zum 17. Oktober 2021 in St. Martin in Kassel. Die Schirmherrschaft dafür hat neben Kassels Kulturdezernentin Susanne Völker auch Bischöfin der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck, Dr. Beate Hofmann, übernommen.

«Roundabout» will das Drehen um sich selbst unterbrechen

Bei dem Kunstwerk handelt es sich um ein Kettenkarussell, welches monochrom eingefärbt, und teilweise im Boden versunken ist. Die Skulptur, die extra für diese Ausstellung produziert wurde, steht auf einer Fläche von rund 7 x 6 Meter. «Mit einer Höhe von über vier Meter wird die Arbeit eine enorme Präsenz im Raum haben, verstärkt durch die intensive rubinrote Farbe, die mit den weißen, grauen und schwarzen Tönen des Kirchenraums kontrastiert. Die Arbeit unterbricht das Drehen um sich selbst, wie das Kreisen um einen Gedanken, eine Sache oder eine Empfindung, und fordert auf, die Situation von außen zu betrachten, ihr Wesen zu erforschen», heißt es in einer Mitteilung des Evangelischen Stadtkirchenkreises Kassel.

Das traditionelle Fahrgeschäft, bei dem die Passagiere von Ketten und Stangen gehalten, aber gleichzeitig durch Rotation in einen fliegenden Zustand versetzt werden, werde in St. Martin absolute Ruhe ausstrahlen. Die Versprechen des Jahrmarktes – lärmige Zerstreuung, Spaß und Ablenkung, auch lustvolle Gefährdung – würden in der Kirche nicht eingelöst. Symbolisch unterbreche «Roundabout» das endlose Drehen um sich selbst und fordere dazu auf, die Situation genauer zu betrachten, ihr Wesentliches zu erforschen: Vertiefung und Kontemplation statt manischem Gedankenkreisen.

Begleitprogramm zur Ausstellung

Unter dem Motto: «5 Wochen, 5 Themen» gliedert sich das Begleitprogramm über die gesamte Ausstellungszeit in fünf Themenwochen. Dazu wird es immer freitags ein Impuls und Gespräch geben, dazu samstags ein Konzert und sonntags einen Gottesdienst. In den fünf Wochen sind Interessierte eingeladen, auf Tafeln im Stadtraum und besonders an der Martinskirche ihre Gedanken zu den Themen aufzuschreiben. Die Referentinnen und Referenten der Impulse und Gespräche sollen diese dann zugespielt bekommen und werden sie in ihren Impulsvorträgen aufgreifen.

Die Martinskirche, nach dem Zweiten Weltkrieg neugestaltet, steht weithin sichtbar als Mahnmal für Krieg und Zerstörung und gleichzeitig Symbol für den Neubeginn in den 1950er-Jahren. Die Kirche trotzte dem Untergang, indem sie nicht rückwärtsgewandt ihre zerstörten Türme rekonstruierte, sondern sich für Neues öffnete und zeitgenössische Architektur auf das historische Gebäude abstimmte. So, wie das Gebäude schon von außen Zeit und Vergangenes sichtbar macht, beschäftigt sich «Roundabout» mit der Veränderung. Das Karussell scheint nicht zerstört oder defekt, sondern lediglich in Schieflage und leicht fragmentiert zu sein: nahezu funktionstüchtig und in sich geschlossen, eingefroren in der Bewegung. 

Die Ausstellung ist täglich von 10 Uhr bis 17 Uhr geöffnet, der Eintritt ist frei. (03.09.2021)

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Raumgreifende Skulptur und Ausstellung von Kasseler Künstler
Kunstwerk «Roundabout» von Michael Göbel in Kasseler Martinskirche zu sehen

Kunstwerk «Roundabout» von Michael Göbel in Kasseler Martinskirche zu sehen
Das Kunstwerk «Roundabout» von Michael Göbel ist ab dem 12. September in der Kasseler Martinskirche zu sehen.

Kassel (medio). Am 12. September startet ein Kulturprojekt in der Martinskirche in Kassel: Dort zeigt der Kasseler Künstler Michael Göbel eine raumgreifende Skulptur, die eigens für diese Ausstellung produziert wurde. Das Kunstwerk zeigt ein Kettenkarussell (engl. «Roundabout»), das auf der Seite liegt. Umgestürzt? Im Aufbau? Diese Fragen bleiben offen. Das Kettenkarussell soll in St. Martin Ruhe ausstrahlen. Zu besichtigen ist die Ausstellung vom 12. September bis zum 17. Oktober 2021 in St. Martin in Kassel. Die Schirmherrschaft dafür hat neben Kassels Kulturdezernentin Susanne Völker auch Bischöfin der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck, Dr. Beate Hofmann, übernommen.

«Roundabout» will das Drehen um sich selbst unterbrechen

Bei dem Kunstwerk handelt es sich um ein Kettenkarussell, welches monochrom eingefärbt, und teilweise im Boden versunken ist. Die Skulptur, die extra für diese Ausstellung produziert wurde, steht auf einer Fläche von rund 7 x 6 Meter. «Mit einer Höhe von über vier Meter wird die Arbeit eine enorme Präsenz im Raum haben, verstärkt durch die intensive rubinrote Farbe, die mit den weißen, grauen und schwarzen Tönen des Kirchenraums kontrastiert. Die Arbeit unterbricht das Drehen um sich selbst, wie das Kreisen um einen Gedanken, eine Sache oder eine Empfindung, und fordert auf, die Situation von außen zu betrachten, ihr Wesen zu erforschen», heißt es in einer Mitteilung des Evangelischen Stadtkirchenkreises Kassel.

Das traditionelle Fahrgeschäft, bei dem die Passagiere von Ketten und Stangen gehalten, aber gleichzeitig durch Rotation in einen fliegenden Zustand versetzt werden, werde in St. Martin absolute Ruhe ausstrahlen. Die Versprechen des Jahrmarktes – lärmige Zerstreuung, Spaß und Ablenkung, auch lustvolle Gefährdung – würden in der Kirche nicht eingelöst. Symbolisch unterbreche «Roundabout» das endlose Drehen um sich selbst und fordere dazu auf, die Situation genauer zu betrachten, ihr Wesentliches zu erforschen: Vertiefung und Kontemplation statt manischem Gedankenkreisen.

Begleitprogramm zur Ausstellung

Unter dem Motto: «5 Wochen, 5 Themen» gliedert sich das Begleitprogramm über die gesamte Ausstellungszeit in fünf Themenwochen. Dazu wird es immer freitags ein Impuls und Gespräch geben, dazu samstags ein Konzert und sonntags einen Gottesdienst. In den fünf Wochen sind Interessierte eingeladen, auf Tafeln im Stadtraum und besonders an der Martinskirche ihre Gedanken zu den Themen aufzuschreiben. Die Referentinnen und Referenten der Impulse und Gespräche sollen diese dann zugespielt bekommen und werden sie in ihren Impulsvorträgen aufgreifen.

Die Martinskirche, nach dem Zweiten Weltkrieg neugestaltet, steht weithin sichtbar als Mahnmal für Krieg und Zerstörung und gleichzeitig Symbol für den Neubeginn in den 1950er-Jahren. Die Kirche trotzte dem Untergang, indem sie nicht rückwärtsgewandt ihre zerstörten Türme rekonstruierte, sondern sich für Neues öffnete und zeitgenössische Architektur auf das historische Gebäude abstimmte. So, wie das Gebäude schon von außen Zeit und Vergangenes sichtbar macht, beschäftigt sich «Roundabout» mit der Veränderung. Das Karussell scheint nicht zerstört oder defekt, sondern lediglich in Schieflage und leicht fragmentiert zu sein: nahezu funktionstüchtig und in sich geschlossen, eingefroren in der Bewegung. 

Die Ausstellung ist täglich von 10 Uhr bis 17 Uhr geöffnet, der Eintritt ist frei. (03.09.2021)

Zum Künstler

Michael Göbel (*1973) studierte von 1995 bis 2002 Bildende Kunst bei Prof. Urs Lüthi an der Kunsthochschule Kassel. In seinen künstlerischen Arbeiten reflektiert er immer wieder seine Umgebung im räumlichen als auch im gesellschaftlich-sozialen Sinn. Seine Arbeiten wurden in zahlreichen deutschen und europäischen Institutionen und Galerien gezeigt. Er erhielt u.a. Förderungen und Auszeichnungen durch die Dr.-Wolfgang-Zippel-Stiftung sowie das Künstlerstipendium Willingshausen und war Artist in Residence in Akureyri (Island). Göbel war von 2014 bis 2016 selbst Dozent an der Kunsthochschule Kassel. Er ist Vorstandsmitglied im Kasseler Kunstverein und neben seiner künstlerischen Tätigkeit als Kurator und Ausstellungsorganisator aktiv.


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Weitere Informationen zum Kunstwerk in der Martinskirche, dem Begleitprogramm und dem Künstler Michael Göbel finden Sie hier: