Aktuell: Bischöfin Hofmann: «Gott will das Leben und nicht den Tod»

Kassel (medio). In ihrer Osterbotschaft nimmt die Bischöfin der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck, Dr. Beate Hofmann, Bezug zum Ukraine-Krieg und den Bildern, die von diesem Krieg erzählen: «Dieses Jahr reiht sich das Bild von Jesus am Kreuz ein in eine Flut von vielen anderen Bildern, auf denen Menschen Gewalt leiden.» Hoffnung schenke das leere Grab: «Es ist das zentrale Gegenbild zu den Massengräbern von Butscha», sagt die Bischöfin im Blick auf die Auferstehung. Es wecke Hoffnung, die Eigendynamik des Krieges zu durchbrechen und schenke Kraft, nicht in Feindbildern zu denken. Die Bischöfin macht deutlich: «Gott will das Leben und nicht den Tod.»

Die Osterbotschaft im Wortlaut

«Dieses Jahr reiht sich das Bild von Jesus am Kreuz ein in eine Flut von vielen anderen Bildern, auf denen Menschen Gewalt leiden. Wir sehen Frauen und Kinder auf der Flucht, bombardierte Kindergärten und Krankenhäuser, Menschen in Schutzräumen und Kellern und immer wieder Verwundete und Tote. Besonderes Entsetzen haben in diesem Krieg in der Ukraine die jüngsten Bilder aus Butscha hervorgerufen.

Was gibt uns Hoffnung angesichts des Grauens dieses Krieges? Das leere Grab ist für mich ein Gegenbild. Es ist das zentrale Gegenbild zu den Massengräbern von Butscha: Jesus Christus erleidet den gewaltsamen Tod am Kreuz, doch am Ostermorgen ist sein Grab leer. Gott erweckt seinen Sohn zum Leben und durchbricht damit die Spirale des sinnlosen Tötens und der Gewaltverherrlichung. Er will das Leben und nicht den Tod. Das Bild vom leeren Grab weckt bei mir die Hoffnung, dass wir die Eigendynamik dieses Krieges durchbrechen können. Es gibt mir Kraft, nicht in Feindbildern zu denken, sondern nach Wegen der Entfeindung zu suchen.»

2022-04-26 35284

Osterbotschaft unter dem Eindruck des Ukraine-Kriegs
Bischöfin Hofmann: «Gott will das Leben und nicht den Tod»

Bischöfin Hofmann: «Gott will das Leben und nicht den Tod»
Im Evangelium nach Lukas wird davon berichtet, dass ein Mann namens Josef aus der jüdischen Stadt Arimathäa nach dem Tod Jesu zu Pilatus ging und darum bat den Leib Jesu vom Kreuz abnehmen und bestatten zu dürfen. Pilatus willigte ein und Josef wickelte Jesus in ein Leinentuch und legte ihn in ein Felsengrab, in dem noch nie jemand gelegen hatte. So ähnlich, wie auf unserem Foto abgebildet, könnte das Grab damals ausgesehen haben. Am Ostermorgen war der Stein weggewälzt und das Grab leer.

Kassel (medio). In ihrer Osterbotschaft nimmt die Bischöfin der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck, Dr. Beate Hofmann, Bezug zum Ukraine-Krieg und den Bildern, die von diesem Krieg erzählen: «Dieses Jahr reiht sich das Bild von Jesus am Kreuz ein in eine Flut von vielen anderen Bildern, auf denen Menschen Gewalt leiden.» Hoffnung schenke das leere Grab: «Es ist das zentrale Gegenbild zu den Massengräbern von Butscha», sagt die Bischöfin im Blick auf die Auferstehung. Es wecke Hoffnung, die Eigendynamik des Krieges zu durchbrechen und schenke Kraft, nicht in Feindbildern zu denken. Die Bischöfin macht deutlich: «Gott will das Leben und nicht den Tod.»

Die Osterbotschaft im Wortlaut

«Dieses Jahr reiht sich das Bild von Jesus am Kreuz ein in eine Flut von vielen anderen Bildern, auf denen Menschen Gewalt leiden. Wir sehen Frauen und Kinder auf der Flucht, bombardierte Kindergärten und Krankenhäuser, Menschen in Schutzräumen und Kellern und immer wieder Verwundete und Tote. Besonderes Entsetzen haben in diesem Krieg in der Ukraine die jüngsten Bilder aus Butscha hervorgerufen.

Was gibt uns Hoffnung angesichts des Grauens dieses Krieges? Das leere Grab ist für mich ein Gegenbild. Es ist das zentrale Gegenbild zu den Massengräbern von Butscha: Jesus Christus erleidet den gewaltsamen Tod am Kreuz, doch am Ostermorgen ist sein Grab leer. Gott erweckt seinen Sohn zum Leben und durchbricht damit die Spirale des sinnlosen Tötens und der Gewaltverherrlichung. Er will das Leben und nicht den Tod. Das Bild vom leeren Grab weckt bei mir die Hoffnung, dass wir die Eigendynamik dieses Krieges durchbrechen können. Es gibt mir Kraft, nicht in Feindbildern zu denken, sondern nach Wegen der Entfeindung zu suchen.»

Dr. Beate Hofmann, Bischöfin der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck (Foto: medio.tv/Schauderna)

Jesu Auferstehung (Markus 16, 1-8)

«Und als der Sabbat vergangen war, kauften Maria Magdalena und Maria, die Mutter des Jakobus, und Salome wohlriechende Öle, um hinzugehen und ihn zu salben. Und sie kamen zum Grab am ersten Tag der Woche, sehr früh, als die Sonne aufging. Und sie sprachen untereinander: Wer wälzt uns den Stein von des Grabes Tür? Und sie sahen hin und wurden gewahr, dass der Stein weggewälzt war; denn er war sehr groß.

Und sie gingen hinein in das Grab und sahen einen Jüngling zur rechten Hand sitzen, der hatte ein langes weißes Gewand an, und sie entsetzten sich. Er aber sprach zu ihnen: Entsetzt euch nicht! Ihr sucht Jesus von Nazareth, den Gekreuzigten. Er ist auferstanden, er ist nicht hier. Siehe da die Stätte, wo sie ihn hinlegten. Geht aber hin und sagt seinen Jüngern und Petrus, dass er vor euch hingeht nach Galiläa; da werdet ihr ihn sehen, wie er euch gesagt hat. Und sie gingen hinaus und flohen von dem Grab; denn Zittern und Entsetzen hatte sie ergriffen. Und sie sagten niemand etwas; denn sie fürchteten sich.»

(Quelle: Lutherbibel, revidiert 2017, © 2016 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart)


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