Aktuell: Junge Leute wollen in ihrer Kirche mitreden – auf allen Ebenen

Fulda. Um als junge Leute in einer Landeskirche gehört zu werden, braucht es auch Geduld. In der neuen Synode von Kurhessen-Waldeck sind erstmals ein Vertreter und eine Vertreterin der Jugend mit Sitz und Stimme dabei. «Das hat 25 Jahre gedauert», sagt Jesse Steinchen, der auch Vorsitzender des Landesjugendforums ist. Die andere Vertreterin in der Synode ist Nina Triebensky.

Es braucht also einen langen Atem, aber es braucht auch Räume. Und genau um diese ging es bei der Vollversammlung des Landesjugendforums. «Räume für Wünsche – Wünsche für Räume» lautete das Titelthema der Veranstaltung, zu der 27 junge Leute nach Fulda gekommen waren. Das Landesjugendforum versteht sich als Interessenvertretung aller jungen Ehrenamtlichen in der Landeskirche, gemeint ist damit das Altersspektrum von der Konfirmation bis 27 Jahre. Zweimal im Jahr trifft sich das Forum und wählt alle zwei Jahre einen 15-köpfigen Sprecher- bzw. Sprecherinnenkreis.

Eine Befürchtung der jungen Ehrenamtlichen ist, dass im Zuge von Sparbemühungen der Kirche auch bei Jugendräumen gekürzt wird – auch die Energie, also die Beheizung solcher Räume, ist da ein Problem. Die Ausgangssituation ist sehr unterschiedlich. In der Gemeinde Kinzigtal etwa gibt es ein ganzes Jugendhaus, berichtet Carmen Krimmel. Andere Gemeinden, erläutert Lea Siegmann, hätten gar keine speziellen Jugendräume; im ländlichen Raum sei die Lage meist anders als in den Städten. Wichtig sei, so Siegmann, dass Jugendräume wertschätzend gestaltet würden: «Es sollte kein abgeranzter Raum sein, in dem Sofas stehen, die ein Mitglied des Kirchenvorstands nicht mehr haben wollte.» Der Kontakt beim Forum sei wichtig, um sich über Gemeinsamkeiten und Unterschiede auszutauschen und zu sehen, wie man zusammenarbeiten könne.

2022-11-04 36531

Vollversammlung des Landesjugendforums
Junge Leute wollen in ihrer Kirche mitreden – auf allen Ebenen

Junge Leute wollen in ihrer Kirche mitreden – auf allen Ebenen
Die Mitglieder des Landesjugendforums bei ihrer Vollversammlung in Fulda. (Foto: Landesjugendforum)

Fulda. Um als junge Leute in einer Landeskirche gehört zu werden, braucht es auch Geduld. In der neuen Synode von Kurhessen-Waldeck sind erstmals ein Vertreter und eine Vertreterin der Jugend mit Sitz und Stimme dabei. «Das hat 25 Jahre gedauert», sagt Jesse Steinchen, der auch Vorsitzender des Landesjugendforums ist. Die andere Vertreterin in der Synode ist Nina Triebensky.

Es braucht also einen langen Atem, aber es braucht auch Räume. Und genau um diese ging es bei der Vollversammlung des Landesjugendforums. «Räume für Wünsche – Wünsche für Räume» lautete das Titelthema der Veranstaltung, zu der 27 junge Leute nach Fulda gekommen waren. Das Landesjugendforum versteht sich als Interessenvertretung aller jungen Ehrenamtlichen in der Landeskirche, gemeint ist damit das Altersspektrum von der Konfirmation bis 27 Jahre. Zweimal im Jahr trifft sich das Forum und wählt alle zwei Jahre einen 15-köpfigen Sprecher- bzw. Sprecherinnenkreis.

Eine Befürchtung der jungen Ehrenamtlichen ist, dass im Zuge von Sparbemühungen der Kirche auch bei Jugendräumen gekürzt wird – auch die Energie, also die Beheizung solcher Räume, ist da ein Problem. Die Ausgangssituation ist sehr unterschiedlich. In der Gemeinde Kinzigtal etwa gibt es ein ganzes Jugendhaus, berichtet Carmen Krimmel. Andere Gemeinden, erläutert Lea Siegmann, hätten gar keine speziellen Jugendräume; im ländlichen Raum sei die Lage meist anders als in den Städten. Wichtig sei, so Siegmann, dass Jugendräume wertschätzend gestaltet würden: «Es sollte kein abgeranzter Raum sein, in dem Sofas stehen, die ein Mitglied des Kirchenvorstands nicht mehr haben wollte.» Der Kontakt beim Forum sei wichtig, um sich über Gemeinsamkeiten und Unterschiede auszutauschen und zu sehen, wie man zusammenarbeiten könne.

(Foto: Landesjugendforum)

Nachdem auf Landesebenen die Stimme der Jugend fest in der Synode verankert ist, ist der Wunsch nun, dass auch in den Kirchenkreisen zu erreichen. Bisher, sagt Leon Harms, gebe es lediglich im Stadtkirchenkreis Kassel und im Kirchenkreis Schwalm-Eder Jugendvertretungen. Das liege aber nicht nur an den Kirchenkreisen, in manchen Gebieten sei eine solche Vertretung mangels Mitgliedern wieder eingegangen. 

Ein Corona-Einschnitt sei im Landesjugendforum noch nicht zu bemerken, sagt Jesse Steinchen. Er rechnet aber damit, dass das in zwei Jahren kommen könne. Die meisten, die sich dort engagierten, seien im Alter von 13 bis 15 über die Konfirmanden- und Jugendarbeit hinzugekommen. Wenn es dort nun Abbrüche gebe, werde das im Gremium wohl erst später auffallen. 

Generell ist das Bild nach der Coronapause unterschiedlich. So hat Carmen Krimmel festgestellt, dass der Zulauf zu Jugendgruppen wieder stärker geworden ist. Auch Freizeiten seien gefragt, ergänzt Steinchen. Aber es gebe auch Gemeinden und Gruppen, wo es gar nicht gut laufe: «Manche fangen fast wieder bei Null an.» 

Es sind Themen wie diese, die den jungen Leuten auf den Nägeln brennen und auf die sie aufmerksam machen wollen. Und sie wollen mitreden und mitgestalten. Um diese Partizipation zu verbessern, arbeitet das Forum derzeit an einem «Jugend-Check». Mit gezielten Fragen können sich dann Gemeinden, Kirchenkreise und andere selbst prüfen. Gibt es zum Beispiel Sitzungstermine in der Woche um 11.30 Uhr? Das wäre für Studierende oder Schüler und Schülerinnen kaum machbar. Anhand etlicher Fragen und einer Punkteskala werden dann die Teilhabe-Möglichkeiten bewertet. 

Bei der Vollversammlung in Fulda wurde übrigens nicht nur geredet. Kennenlernen, Spieleabende, Andachten, das Erproben neuer Formate und ein Abschlussgottesdienst gehörten ebenfalls zum Programm, erzählt Leon Harms.  (04.11.2022 / Olaf Dellit) 

Kontaktmöglichkeiten zu den Vorsitzenden: Jesse Steinchen ( jesse.steinchen@ekkw.de), Lea Siegmann (lea.siegmann@ekkw.de), Leon Harms (leon.harms@ekkw.de), Instagram: @lajufo_ekkw; Geschäftsführung: Landeskirchenamt, Referat Kinder- und Jugendarbeit, Ruth Battefeld, Tel.: (0561) 9378 1925, E-Mail: ruth.battefeld@ekkw.de  

V.l.: Jesse Steinchen, Carmen Krimmel , Lea Siegmann und Leon Harms (Foto: Landesjugendforum)

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