Aktuell: Was ist die Liturgische Kammer der EKKW und woran wird gerade gearbeitet? 2022-11-25 36719

Drei Fragen an den Vorsitzenden Pfarrer Lars Hillebold
Was ist die Liturgische Kammer der EKKW und woran wird gerade gearbeitet?

Was ist die Liturgische Kammer der EKKW und woran wird gerade gearbeitet?
Die Liturgische Kammer in neuer Besetzung. v.l: Margit Zahn, Isabell Paul, Christian Fischer, Katrin Rouwen, Maike Westhelle, Maren Sadowski, Lars Hillebold (Vorsitzender), Andreas Bielefeldt, Daniel Geiss, Imke Leipold, Dorothee Schubert, Propst Dr. Volker Mantey; nicht auf dem Foto: Milina Reichardt-Hahn, Uwe Maibaum. (Foto: privat)

Drei Fragen an...

Pfarrer Lars Hillebold ist im Herbst 2022 zum neuen Vorsitzenden der Liturgischen Kammer der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck gewählt worden. Diese hat sich im September für den Zeitraum 2022-2028 neu konsistuiert und wurde vom Rat der Landeskirche einberufen.
Im Interview mit der ekkw.de-Onlineredaktion erklärt Hillebold, wofür die Liturgische Kammer zuständig ist, woran sie gerade arbeitet und was die Liturgie ihm persönlich bedeutet. Er leitet das Referat für Gottesdienst, Kirchenmusik und theologische Generalia im Landeskirchenamt.

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Was ist die Liturgische Kammer?

Pfarrer Lars Hillebold: Die Evangelische Kirche von Kurhessen-Waldeck hat vier Kammern, die den Rat der Landeskirche beraten. Dieser beruft die Kammern, in denen Haupt- und Ehrenamtliche zusammenkommen, die sich auf ihrem Gebiet auskennen. In der Liturgischen Kammer sitzen zum Beispiel Personen, die sich mit Musik auskennen wie der Landeskirchenmusikdirektor, ein Prädikant und Menschen, die mit unterschiedlichen Altersgruppen im Gottesdienst arbeiten. Zentral ist die Frage: Wie verstehen wir den Gottesdienst und wie wollen wir ihn feiern? Die Kammer selbst liefert dabei Impulse für verschiedene Gottesdienstformen. Wir sind kein Entscheidungsgremium, sondern eher eine Denkfabrik zur Liturgie und stehen mit Gemeindepfarrern und -pfarrerinnen zum Beispiel in Pfarrkonferenzen im Dialog.

2
Woran arbeiten Sie gerade gegenwärtig in der Kammer?

Hillebold: Gerade setzen wir einen Impuls zum Thema alternative Gottesdienstformen und stehen mit dem Spielraum Gottesdienst für Zukunftskonzepte. Jedes neue Gottesdienstformat hat viel mit Liturgie zu tun. Momentan gibt es die so genannte Pop-Up-Church. Sie ist kein modernes Pop-Musik-Format für den Gottesdienst. Stattdessen heißt Pop-Up, das Verhältnis umzudrehen, also von der Gemeinde zur Liturgie zu denken und nicht so sehr von der Liturgie zur Gemeinde. Das wird dazu führen, dass die Gottesdienstlandschaft vielfältiger wird. Unsere Aufgabe ist es, zu schauen und zu fragen: Was brauchen die Gemeinden für den Gottesdienst vor Ort? Diese Frage ist entscheidend, denn die Menschen sollen über die Form, wie sie Gottesdienst feiern wollen, mitbestimmen. Für das, was schließlich gewollt ist, müssen wir Materialien anbieten und Ideen sammeln, um die Gemeinden zu entlasten.

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Sie sind zum Vorsitzenden der Liturgischen Kammer gewählt worden. Was reizt Sie an der Beschäftigung mit der Liturgie?

Hillebold: In der Liturgie des Gottesdienstes findet das ganze Leben in komprimierter Form statt. Da feiern wir einen Moment so, als wäre mit Gott alles klar: keine Zweifel, keine Anfechtung, da ist man bei Gott. Der einzelne Moment kann erfüllend sein. Beispielsweise wird ein Kind getauft für das ganze Leben oder wir feiern einfach miteinander die Gemeinschaft mitten in manchmal einsamen Zeiten und haben Frieden zusammen, in einer Welt, in der Krieg ist. Diesen Moment zu gestalten, das ist für mich eines der Herzstücke von Kirche. Das mitzuverantworten ist eine ganz wundervolle Aufgabe. 

(25.11.2022, Die Fragen stellte Medienhaus-Volontär Nico Mader.)

Pfarrer Lars Hillebold, Vorsitzender der Liturgischen Kammer der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck. (Foto: medio.tv/Schauderna)

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Das Referat für Gottesdienst und Theologie finden Sie unter: