Start: Bischof Hein zur Rolle des «European Council of Religious Leaders» (ECRL)

Kassel (medio). Die zunehmend religiös begründete Gewalt in Europa ist nach Ansicht von Bischof Dr. Martin Hein eine Herausforderung für alle Religionen. Daher bemühten sich Gremien wie der «European Council of Religious Leaders» (ECRL) um den Dialog zwischen den Religionen in Europa. Man müsse sich gegenseitig darauf verständigen, dass es bei diesen Gewalttätigkeiten um grundsätzliche Missverständnisse im Umgang mit der Religion handele und sich eindeutig davon distanzieren, wie Hein gestern in Kassel in einem Interview gegenüber dem Medienhaus der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck äußerte. Als weitere große Aufgabe für den Dialog zwischen den Religionen wertete der Bischof die Frage der religiösen Toleranz. Europa sei ein «offener Kontinent», der seit Jahrzehnten eine religiöse Vielfalt aufweise. Eine besondere Herausforderung sei dabei der Wechsel einer Religion, denn einige Religionen würden die Konvertiten als Abtrünnige betrachten.

Um die anstehenden Herausforderungen anzugehen, brauche der ECRL Verbündete wie die Europäische Union (EU). Daher versuche man in Brüssel, ein stärkeres Interesse an religiösen Fragen zu wecken. Bislang sei die EU zwar laizistisch geprägt, doch diese Einstellung ändere sich: «Inzwischen erlebt man gerade angesichts der Vielfalt der Religionen in Europa, dass die Religionen nicht nur Ursachen für Konflikte sind, sondern auch Möglichkeiten zur Überwindung dieser Konflikte bieten könnten.» Hein zeigte sich davon überzeugt, dass der ECRL als informelle Organisation, die sich die «Freiheit der Religionen, aber auch die Friedfertigkeit der Religionen auf die Fahnen geschrieben» habe, im Rahmen der EU einen wichtigen Beitrag dazu leisten könne. Bei der Organisation für die Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) habe man bereits ein Beraterstatus inne.

Hintergrund «European Council of Religious Leaders» (ECRL)

Das Gremium wurde 2002 gegründet. Im ECRL sind leitende Geistliche aus dem Judentum, Christentum und Islam vertreten, aber auch Buddhisten, Hindus, Sikhs und Zoroastrier. Der ECRL gehört dem weltweiten Netzwerk «Religions for Peace» an, das einen Beraterstatus bei den Vereinten Nationen in New York hat. Bischof Dr. Martin Hein gehört als Vertreter der EKD dem ECRL aufgrund seines vielfältigen Engagements im Bereich Ökumene an. (08.06.2018)

2018-06-08 25307

Dialog zwischen den Religionen
Bischof Hein zur Rolle des «European Council of Religious Leaders» (ECRL)

(Foto: ECRL)

Kassel (medio). Die zunehmend religiös begründete Gewalt in Europa ist nach Ansicht von Bischof Dr. Martin Hein eine Herausforderung für alle Religionen. Daher bemühten sich Gremien wie der «European Council of Religious Leaders» (ECRL) um den Dialog zwischen den Religionen in Europa. Man müsse sich gegenseitig darauf verständigen, dass es bei diesen Gewalttätigkeiten um grundsätzliche Missverständnisse im Umgang mit der Religion handele und sich eindeutig davon distanzieren, wie Hein gestern in Kassel in einem Interview gegenüber dem Medienhaus der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck äußerte. Als weitere große Aufgabe für den Dialog zwischen den Religionen wertete der Bischof die Frage der religiösen Toleranz. Europa sei ein «offener Kontinent», der seit Jahrzehnten eine religiöse Vielfalt aufweise. Eine besondere Herausforderung sei dabei der Wechsel einer Religion, denn einige Religionen würden die Konvertiten als Abtrünnige betrachten.

Um die anstehenden Herausforderungen anzugehen, brauche der ECRL Verbündete wie die Europäische Union (EU). Daher versuche man in Brüssel, ein stärkeres Interesse an religiösen Fragen zu wecken. Bislang sei die EU zwar laizistisch geprägt, doch diese Einstellung ändere sich: «Inzwischen erlebt man gerade angesichts der Vielfalt der Religionen in Europa, dass die Religionen nicht nur Ursachen für Konflikte sind, sondern auch Möglichkeiten zur Überwindung dieser Konflikte bieten könnten.» Hein zeigte sich davon überzeugt, dass der ECRL als informelle Organisation, die sich die «Freiheit der Religionen, aber auch die Friedfertigkeit der Religionen auf die Fahnen geschrieben» habe, im Rahmen der EU einen wichtigen Beitrag dazu leisten könne. Bei der Organisation für die Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) habe man bereits ein Beraterstatus inne.

Hintergrund «European Council of Religious Leaders» (ECRL)

Das Gremium wurde 2002 gegründet. Im ECRL sind leitende Geistliche aus dem Judentum, Christentum und Islam vertreten, aber auch Buddhisten, Hindus, Sikhs und Zoroastrier. Der ECRL gehört dem weltweiten Netzwerk «Religions for Peace» an, das einen Beraterstatus bei den Vereinten Nationen in New York hat. Bischof Dr. Martin Hein gehört als Vertreter der EKD dem ECRL aufgrund seines vielfältigen Engagements im Bereich Ökumene an. (08.06.2018)

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