Freitag: Freitag, 25. April 2008 2008-04-25 4342


Freitag, 25. April 2008

 
Freitag: Personalbericht der Prälatin: Abwanderung und demographischer Wandel stellen größte Herausforderungen für die Landeskirche dar

Hofgeismar (medio). Die theologische Stellvertreterin des Bischofs und für die Personalia der Pfarrer zuständige Prälatin Roswitha Alterhoff hat zu Beginn der Tagung der Landessynode der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck am heutigen Freitagmittag ihren Personalbericht vorgestellt. Danach leidet die Landeskirche mit Blick auf die Mitgliederentwicklung vor allem unter der Abwanderung und dem demographischen Wandel. So verursachten Wanderungsbewegungen einen Verlust von 5.411 Mitgliedern – vor allem in Nordhessen. Es gab 3.936 Bestattungen mehr als Taufen sowie 1.944 Austritte mehr als Aufnahmen. Die Landeskirche verlor summarisch im Jahr 11.291 Gemeindeglieder (1,18 Prozent) auf nunmehr 939.014.

Landeskirche beschäftigt 1050 Pfarrer und Vikare – rund 35 Prozent Frauen

Mit Blick auf die Pfarrerschaft führte die Prälatin aus: Die Landeskirche beschäftigt derzeit 1050 Pfarrerrinnen und Pfarrer (auch in eingeschränkten Dienstverhältnissen) sowie  Vikarinnen und Vikare. Rund 35 Prozent von ihnen sind Frauen. Die durchschnittliche Verweildauer eines Pfarrers auf einer Stelle beträgt 10 Jahre. Prälatin Alterhoff hob das pfarramtliche Engagement der Landeskirche im diakonischen Dienst hervor: Diakonie sei grundsätzlich Aufgabe aller Glieder der Kirche. Für besondere Dienste in der Diakonie wurden 34 Pfarrstellen geschaffen: in Kirchenkreisen, in großen diakonischen Einrichtungen und dem Diakonischen Werk in Kurhessen-Waldeck. Nach den Pfarrstellen im Bereich des Religionsunterrichtes ist dies die größte Anzahl sogenannter funktionaler Dienste.

Im Jahr 2007 wurden 79.580 Gottesdienste in der Landeskirche gefeiert

Im vergangenen Jahr wurden im Bereich der Landeskirche 79.580 Gottesdienste gefeiert. (Hinzu kommen Trauungen und Trauerfeiern bzw. Bestattungen). Neben Pfarrern tun hier 110 Prädikanten und 850 Lektoren ehrenamtlich ihren Dienst. Prädikanten sind zur freien Wortverkündigung berufen; Lektoren tragen bei der Feier des Gottesdienstes (von Pfarrern verfasste) Predigten, Schriftlesungen und Gebete vor. Alterhoff würdigte die Arbeit als besondere, eigenständige Dienste in der Landeskirche, die eine hohe Akzeptanz erfahren.

Appell an die Gemeinden: Für Theologiestudium werben

Ausdrücklich appellierte die Prälatin an die Gemeinden, für das Theologiestudium zu werben. Die Landeskirche brauche junge Menschen, die pfarramtlichen Dienst in Gemeinden tun. Die Landeskirche hat in der Vergangenheit alle geeigneten Bewerber in das Pfarramt übernommen; dies werde perspektivisch auch bei notwendigen Stellenreduzierungen der Fall sein. Derzeit studieren rund 120 junge Frauen und Männer aus dem Bereich der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck Evangelische Theologie. (25.04.2008)

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Personalbericht der Prälatin: Abwanderung und demographischer Wandel stellen größte Herausforderungen für die Landeskirche dar

 

Hofgeismar (medio). Die theologische Stellvertreterin des Bischofs und für die Personalia der Pfarrer zuständige Prälatin Roswitha Alterhoff hat zu Beginn der Tagung der Landessynode der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck am heutigen Freitagmittag ihren Personalbericht vorgestellt. Danach leidet die Landeskirche mit Blick auf die Mitgliederentwicklung vor allem unter der Abwanderung und dem demographischen Wandel. So verursachten Wanderungsbewegungen einen Verlust von 5.411 Mitgliedern – vor allem in Nordhessen. Es gab 3.936 Bestattungen mehr als Taufen sowie 1.944 Austritte mehr als Aufnahmen. Die Landeskirche verlor summarisch im Jahr 11.291 Gemeindeglieder (1,18 Prozent) auf nunmehr 939.014.

Landeskirche beschäftigt 1050 Pfarrer und Vikare – rund 35 Prozent Frauen

Mit Blick auf die Pfarrerschaft führte die Prälatin aus: Die Landeskirche beschäftigt derzeit 1050 Pfarrerrinnen und Pfarrer (auch in eingeschränkten Dienstverhältnissen) sowie  Vikarinnen und Vikare. Rund 35 Prozent von ihnen sind Frauen. Die durchschnittliche Verweildauer eines Pfarrers auf einer Stelle beträgt 10 Jahre. Prälatin Alterhoff hob das pfarramtliche Engagement der Landeskirche im diakonischen Dienst hervor: Diakonie sei grundsätzlich Aufgabe aller Glieder der Kirche. Für besondere Dienste in der Diakonie wurden 34 Pfarrstellen geschaffen: in Kirchenkreisen, in großen diakonischen Einrichtungen und dem Diakonischen Werk in Kurhessen-Waldeck. Nach den Pfarrstellen im Bereich des Religionsunterrichtes ist dies die größte Anzahl sogenannter funktionaler Dienste.

Im Jahr 2007 wurden 79.580 Gottesdienste in der Landeskirche gefeiert

Im vergangenen Jahr wurden im Bereich der Landeskirche 79.580 Gottesdienste gefeiert. (Hinzu kommen Trauungen und Trauerfeiern bzw. Bestattungen). Neben Pfarrern tun hier 110 Prädikanten und 850 Lektoren ehrenamtlich ihren Dienst. Prädikanten sind zur freien Wortverkündigung berufen; Lektoren tragen bei der Feier des Gottesdienstes (von Pfarrern verfasste) Predigten, Schriftlesungen und Gebete vor. Alterhoff würdigte die Arbeit als besondere, eigenständige Dienste in der Landeskirche, die eine hohe Akzeptanz erfahren.

Appell an die Gemeinden: Für Theologiestudium werben

Ausdrücklich appellierte die Prälatin an die Gemeinden, für das Theologiestudium zu werben. Die Landeskirche brauche junge Menschen, die pfarramtlichen Dienst in Gemeinden tun. Die Landeskirche hat in der Vergangenheit alle geeigneten Bewerber in das Pfarramt übernommen; dies werde perspektivisch auch bei notwendigen Stellenreduzierungen der Fall sein. Derzeit studieren rund 120 junge Frauen und Männer aus dem Bereich der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck Evangelische Theologie. (25.04.2008)


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Lesen Sie hier den Personalbericht von Prälatin Roswitha Alterhoff im Wortlaut:

Freitag: Landeskirche beschließt Weichenstellung für zukünftige Pfarrstellenpolitik

Hofgeismar (medio). Die Landessynode der Evangelische Kirche von Kurhessen-Waldeck hat auf ihrer Frühjahrstagung eine wichtige Weichenstellung für die Pfarrstellenpolitik in der Landeskirche vorgenommen. Sie beschloss einmütig folgende drei Maßnahmen für eine vorausschauende Personalentwicklungsplanung:

1. Die im Jahr 1994 beschlossene Relationsformel (aktuell pro Pfarrstelle 1230 Gemeindeglieder) wird weiter angewendet. Mit Blick auf den derzeitigen Pfarrstellenüberhang und eine prognostizierte Mitgliederentwicklung sind demnach bis zum Jahr 2017 94 Pfarrstellen abzubauen. Dabei kann nicht ausgeschlossen werden, dass Pfarrer im Interesse des Dienstes auch ohne ihre Zustimmung versetzt werden. Diese Möglichkeit sieht das Pfarrerdienstgesetz der Landeskirche bereits jetzt vor, wurde aber in der Praxis nicht angewandt.

2. Durch eine befristete Regelung sollen Anreize für Pfarrer zum vorzeitigen Eintritt in den Ruhestand geschaffen werden. Von 2009 bis 2017 soll die Antragsaltersgrenze für den vorzeitigen Ruhestand ohne Versorgungsabschlag auf jeweils drei Jahre vor dem Zeitpunkt der Regelaltersgrenze (derzeit 65 Jahre) festgelegt werden.

3. Ebenfalls von 2009 bis 2017 werden bei Bedarf jährlich Mittel zur Finanzierung von Pfarrstellen von bis zu 20 vollen Dienstaufträgen bereitgestellt. Damit soll die Einstellung aller geeigneter Berufsanfänger ermöglicht und ein Einstellungsstopp vermieden werden. Die so finanzierten Dienstaufträge sind auf höchstens drei Jahre befristet und sollen «gemeindebezogen» sein. .

Zuvor hatte die theologische Stellvertreterin des Bischofs und für die Personalia der Pfarrer zuständige Prälatin Roswitha Alterhoff ihren Personalbericht vorgestellt. Danach leidet die Landeskirche mit Blick auf die Mitgliederentwicklung vor allem unter der Abwanderung und dem demographischen Wandel. (25.04.2008)

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Landeskirche beschließt Weichenstellung für zukünftige Pfarrstellenpolitik

 

Hofgeismar (medio). Die Landessynode der Evangelische Kirche von Kurhessen-Waldeck hat auf ihrer Frühjahrstagung eine wichtige Weichenstellung für die Pfarrstellenpolitik in der Landeskirche vorgenommen. Sie beschloss einmütig folgende drei Maßnahmen für eine vorausschauende Personalentwicklungsplanung:

1. Die im Jahr 1994 beschlossene Relationsformel (aktuell pro Pfarrstelle 1230 Gemeindeglieder) wird weiter angewendet. Mit Blick auf den derzeitigen Pfarrstellenüberhang und eine prognostizierte Mitgliederentwicklung sind demnach bis zum Jahr 2017 94 Pfarrstellen abzubauen. Dabei kann nicht ausgeschlossen werden, dass Pfarrer im Interesse des Dienstes auch ohne ihre Zustimmung versetzt werden. Diese Möglichkeit sieht das Pfarrerdienstgesetz der Landeskirche bereits jetzt vor, wurde aber in der Praxis nicht angewandt.

2. Durch eine befristete Regelung sollen Anreize für Pfarrer zum vorzeitigen Eintritt in den Ruhestand geschaffen werden. Von 2009 bis 2017 soll die Antragsaltersgrenze für den vorzeitigen Ruhestand ohne Versorgungsabschlag auf jeweils drei Jahre vor dem Zeitpunkt der Regelaltersgrenze (derzeit 65 Jahre) festgelegt werden.

3. Ebenfalls von 2009 bis 2017 werden bei Bedarf jährlich Mittel zur Finanzierung von Pfarrstellen von bis zu 20 vollen Dienstaufträgen bereitgestellt. Damit soll die Einstellung aller geeigneter Berufsanfänger ermöglicht und ein Einstellungsstopp vermieden werden. Die so finanzierten Dienstaufträge sind auf höchstens drei Jahre befristet und sollen «gemeindebezogen» sein. .

Zuvor hatte die theologische Stellvertreterin des Bischofs und für die Personalia der Pfarrer zuständige Prälatin Roswitha Alterhoff ihren Personalbericht vorgestellt. Danach leidet die Landeskirche mit Blick auf die Mitgliederentwicklung vor allem unter der Abwanderung und dem demographischen Wandel. (25.04.2008)


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Lesen Sie hier den Bericht des Rates der Landeskirche über die Ergebnisse der Beratungen des gemeinsamen Ausschusses von PEP-Ausschuss und Finanzausschuss, der von Dekan Rudolf Schulze (Melsungen) der Synode vorgestellt wurde:

Freitag: Landeskirche stellt Studie zu Perspektiven kirchlicher Bildungsarbeit vor

Hofgeismar (medio). Bildung für Kinder, Jugendliche, Erwachsene und alte Menschen – als Beitrag zur gegenwärtigen Bildungsdebatte hat die Evangelische Kirche von Kurhessen-Waldeck ein Papier vorgelegt: Die Studie «Bildung stärken – Strukturen klären. Perspektiven kirchlicher Bildungsarbeit in der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck» wurde am Freitag auf der Frühjahrstagung der Landessynode vorgestellt. Die Studie, die von der Bildungskammer der Landeskirche erarbeitet wurde,  greift die vielfältige bestehende kirchliche Bildungsarbeit auf, benennt aber zugleich gesellschaftliche Veränderungen, die neue Herausforderungen mit sich bringen.

Jeder Mensch hat ein Recht auf Bildung – Kirche als Bildungsinstitution

Theologische Voraussetzung evangelischer Bildung ist die Vorstellung, dass der Mensch zum Ebenbild Gottes geschaffen wurde und deshalb seine unverlierbare Würde besitzt. Deshalb habe jeder Mensch ein Recht auf Bildung. Die evangelische Kirche sei eine Bildungsinstitution, die sowohl auf eine zielorientierte wie auch zweckfreie Bildung ausgerichtet sei.  Kernüberzeugung ist, dass Religion ein unaufgebbarer Teil von Allgemeinbildung sei und evangelische Bildung Toleranz aus Glauben fördere, heißt es in der Studie.

Bildung als generationsübergreifendes Projekt – Kirche kann hier zusammenführen

Kirchliche Bildung bezeichnet die Studie als generationsübergreifendes Projekt – von der ersten Phase bis zum letzten Abschnitt des Lebens. Als Aufgabe wird es deshalb angesehen, zu einem Leben mit Kindern zu ermutigen und Familien etwa durch die Stärkung von Kindertagesstätten und die Weiterentwicklung der Familien- und Elternbildung zu unterstützen. Mit Blick auf die Jugendarbeit wird eine stärkere Abstimmung auf Kirchenkreisebene sowie eine schulbezogene Jugendarbeit und Schulseelsorge gefordert. Schulen in evangelischer Trägerschaft könnten dabei für die Kooperation zwischen Gemeinde und Schule, Pfarrern und Lehrern eine orientierende Funktion haben.

Die Konfirmandenarbeit sollte die Konfirmanden als «sich bildende Persönlichkeiten ernst nehmen und fördern» und unter Mitwirkung von Haupt- und Ehrenamtlichen generationsübergreifendes Lernen in der Gemeinde ermöglichen. In der Erwachsenenbildung sollten Menschen aus unterschiedlichen Milieus und Lebenslagen sowie unterschiedlicher religiöser Prägung mehr als bisher durch die kirchliche Erwachsenenbildung erreicht werden. Hierbei sei es sinnvoll, dass Kirchengemeinden und überregionale Institutionen stärker zusammenarbeiten.

Mit Blick auf den demographischen Wandel wird eine differenzierte Wahrnehmung des Alters und eine Berücksichtigung der Ressourcen und Potentiale älterer Menschen gefordert. Die Studie bekräftigt die Überzeugung, «dass die Generationen nur gemeinsam miteinander und voneinander lernend die Zukunft gestalten können.» Die Kirche habe das nötige Potential, Bildung zu ermöglichen und Generationen zusammenzuführen.  

Qualifizierung und Kooperation haupt- und ehrenamtlicher Mitarbeiter

Zunehmende Bedeutung wird nach Auffassung der Studie die Qualifizierung und die Kooperation von haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeitern erlangen. Diese sei Voraussetzung für ein gleichbleibend hohes Niveau kirchlicher Bildungsarbeit. Grundsätzlich müsse die Kirche  ihre eigene Bildungsarbeit einer kritischen Standortbestimmung unterziehen, nach Schwerpunktsetzungen und vordringlichen Aufgaben fragen und sich auf Handlungskonzepte verständigen. Somit sei die Kirche auch mit Blick auf zu erwartende Veränderungen «eine sich selbst bildende Institution».

Die Studie «Bildung stärken – Strukturen klären. Perspektiven kirchlicher Bildungsarbeit in der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck» ist über das Pädagogisch-Theologische Institut der Landeskirche erhältlich (Frau Hirschberger, Tel. 0561 9307-137, hirschberger.pti@ekkw.de). (26.04.2008) 

2008-04-26 4348

«Bildung stärken – Strukturen klären»
Landeskirche stellt Studie zu Perspektiven kirchlicher Bildungsarbeit vor

 

Hofgeismar (medio). Bildung für Kinder, Jugendliche, Erwachsene und alte Menschen – als Beitrag zur gegenwärtigen Bildungsdebatte hat die Evangelische Kirche von Kurhessen-Waldeck ein Papier vorgelegt: Die Studie «Bildung stärken – Strukturen klären. Perspektiven kirchlicher Bildungsarbeit in der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck» wurde am Freitag auf der Frühjahrstagung der Landessynode vorgestellt. Die Studie, die von der Bildungskammer der Landeskirche erarbeitet wurde,  greift die vielfältige bestehende kirchliche Bildungsarbeit auf, benennt aber zugleich gesellschaftliche Veränderungen, die neue Herausforderungen mit sich bringen.

Jeder Mensch hat ein Recht auf Bildung – Kirche als Bildungsinstitution

Theologische Voraussetzung evangelischer Bildung ist die Vorstellung, dass der Mensch zum Ebenbild Gottes geschaffen wurde und deshalb seine unverlierbare Würde besitzt. Deshalb habe jeder Mensch ein Recht auf Bildung. Die evangelische Kirche sei eine Bildungsinstitution, die sowohl auf eine zielorientierte wie auch zweckfreie Bildung ausgerichtet sei.  Kernüberzeugung ist, dass Religion ein unaufgebbarer Teil von Allgemeinbildung sei und evangelische Bildung Toleranz aus Glauben fördere, heißt es in der Studie.

Bildung als generationsübergreifendes Projekt – Kirche kann hier zusammenführen

Kirchliche Bildung bezeichnet die Studie als generationsübergreifendes Projekt – von der ersten Phase bis zum letzten Abschnitt des Lebens. Als Aufgabe wird es deshalb angesehen, zu einem Leben mit Kindern zu ermutigen und Familien etwa durch die Stärkung von Kindertagesstätten und die Weiterentwicklung der Familien- und Elternbildung zu unterstützen. Mit Blick auf die Jugendarbeit wird eine stärkere Abstimmung auf Kirchenkreisebene sowie eine schulbezogene Jugendarbeit und Schulseelsorge gefordert. Schulen in evangelischer Trägerschaft könnten dabei für die Kooperation zwischen Gemeinde und Schule, Pfarrern und Lehrern eine orientierende Funktion haben.

Die Konfirmandenarbeit sollte die Konfirmanden als «sich bildende Persönlichkeiten ernst nehmen und fördern» und unter Mitwirkung von Haupt- und Ehrenamtlichen generationsübergreifendes Lernen in der Gemeinde ermöglichen. In der Erwachsenenbildung sollten Menschen aus unterschiedlichen Milieus und Lebenslagen sowie unterschiedlicher religiöser Prägung mehr als bisher durch die kirchliche Erwachsenenbildung erreicht werden. Hierbei sei es sinnvoll, dass Kirchengemeinden und überregionale Institutionen stärker zusammenarbeiten.

Mit Blick auf den demographischen Wandel wird eine differenzierte Wahrnehmung des Alters und eine Berücksichtigung der Ressourcen und Potentiale älterer Menschen gefordert. Die Studie bekräftigt die Überzeugung, «dass die Generationen nur gemeinsam miteinander und voneinander lernend die Zukunft gestalten können.» Die Kirche habe das nötige Potential, Bildung zu ermöglichen und Generationen zusammenzuführen.  

Qualifizierung und Kooperation haupt- und ehrenamtlicher Mitarbeiter

Zunehmende Bedeutung wird nach Auffassung der Studie die Qualifizierung und die Kooperation von haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeitern erlangen. Diese sei Voraussetzung für ein gleichbleibend hohes Niveau kirchlicher Bildungsarbeit. Grundsätzlich müsse die Kirche  ihre eigene Bildungsarbeit einer kritischen Standortbestimmung unterziehen, nach Schwerpunktsetzungen und vordringlichen Aufgaben fragen und sich auf Handlungskonzepte verständigen. Somit sei die Kirche auch mit Blick auf zu erwartende Veränderungen «eine sich selbst bildende Institution».

Die Studie «Bildung stärken – Strukturen klären. Perspektiven kirchlicher Bildungsarbeit in der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck» ist über das Pädagogisch-Theologische Institut der Landeskirche erhältlich (Frau Hirschberger, Tel. 0561 9307-137, hirschberger.pti@ekkw.de). (26.04.2008) 


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Hier finden Sie die Studie "Bildung stärken - Strukturen klären. Perspektiven kirchlicher Bildungsarbeit in der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck" zum Download:

Freitag: Henning Scherf: Alte sind Herzstück der Zivilgesellschaft

Hofgeismar (epd). Alte Menschen sind das Herzstück der Zivilgesellschaft. Dies erklärte am Freitagabend der ehemalige Bremer Bürgermeister Henning Scherf (SPD) bei einem Besuch der Synode der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck in Hofgeismar. Ältere Menschen seien in unzähligen Vereinen, Chören, Kirchenvorständen und anderen Organisationen engagiert, sagte er. «Wenn man das alles wegnimmt, sieht es ganz trostlos aus», wies er auf die Bedeutung dieses ehrenamtlichen Engagements hin.

Allerdings sei die Gesellschaft noch nicht darauf eingestellt, dass es so viele Menschen gebe die freiwillig etwas tun wollten, so Scherf weiter. Dabei seien die möglichen Aufgaben für alte Menschen keineswegs auf klassische Tätigkeiten wie etwa Vereinsarbeit beschränkt. «Alte können auch in Pflegeheimen oder bei der Kinderbetreuung helfen», wies er auf das große Potential der vitalen Alten hin. Wer heute die Berufstätigkeit hinter sich habe, habe noch ein Leben vor sich, was 20 bis 25 Jahre dauern könne, sagte er. Es gebe sehr viele Menschen, die etwas tun wollten.

Scherf kritisierte, dass bei der Diskussion über den demographischen Wandel es oft um Pläne für neue Altenheime oder um die Rente gehe. «Wir müssen weg vom Generationszielgruppendenken», warb er für generationsübergreifende Lebensmodelle. Scherf verwies in diesem Zusammenhang auf die Form der Wohngemeinschaft, in der er auch selber lebe. Eine zunehmende Zahl alter Menschen suche genau so etwas.

2008-04-26 4327


Henning Scherf: Alte sind Herzstück der Zivilgesellschaft

 

Hofgeismar (epd). Alte Menschen sind das Herzstück der Zivilgesellschaft. Dies erklärte am Freitagabend der ehemalige Bremer Bürgermeister Henning Scherf (SPD) bei einem Besuch der Synode der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck in Hofgeismar. Ältere Menschen seien in unzähligen Vereinen, Chören, Kirchenvorständen und anderen Organisationen engagiert, sagte er. «Wenn man das alles wegnimmt, sieht es ganz trostlos aus», wies er auf die Bedeutung dieses ehrenamtlichen Engagements hin.

Allerdings sei die Gesellschaft noch nicht darauf eingestellt, dass es so viele Menschen gebe die freiwillig etwas tun wollten, so Scherf weiter. Dabei seien die möglichen Aufgaben für alte Menschen keineswegs auf klassische Tätigkeiten wie etwa Vereinsarbeit beschränkt. «Alte können auch in Pflegeheimen oder bei der Kinderbetreuung helfen», wies er auf das große Potential der vitalen Alten hin. Wer heute die Berufstätigkeit hinter sich habe, habe noch ein Leben vor sich, was 20 bis 25 Jahre dauern könne, sagte er. Es gebe sehr viele Menschen, die etwas tun wollten.

Scherf kritisierte, dass bei der Diskussion über den demographischen Wandel es oft um Pläne für neue Altenheime oder um die Rente gehe. «Wir müssen weg vom Generationszielgruppendenken», warb er für generationsübergreifende Lebensmodelle. Scherf verwies in diesem Zusammenhang auf die Form der Wohngemeinschaft, in der er auch selber lebe. Eine zunehmende Zahl alter Menschen suche genau so etwas.

Herzliche Begrüßung: Präses Ute Heinemann heißt ihren prominenten Gast willkommen. (Foto: medio.tv/Küster)
Herzliche Begrüßung: Präses Ute Heinemann heißt ihren prominenten Gast willkommen. (Foto: medio.tv/Küster)

Die bisherigen Alternativen Heim oder allein in einer Wohnung leben würden hingegen von der Mehrheit der alten Menschen abgelehnt. «Der Trend zum gemeinschaftlichen Wohnen wächst», gab er sich überzeugt. So gebe es kaum noch eine Wohnungsgenossenschaft, die nicht solche Angebote bereithalte. Zentrum eines gemeinschaftlichen Wohnmodells könnte das Gemeindezentrum einer Kirche sein, erklärte Scherf, dessen Eltern als Mitglieder der Bekennenden Kirche im Gefängnis waren. Im Hinblick auf das Rentenalter plädierte Scherf dafür, eine flexible Altersgrenze einzuführen. Zwar sei es für einen Bergmann sicher gut und richtig, wenn dieser mit 65 in Rente gehe, doch treffe dies insbesondere bei den vielen Dienstleistungsberufen nicht zu. «Es ist sehr sinnstiftend, wenn Leute sagen, wir können noch ein paar Jahr dazulegen», erklärte er. Schon heute würden sich viele pensionierte Geschäftsführer, Manager und Juristen etwa in Osteuropa beim Aufbau der dortigen Zivilgesellschaft engagieren. (26.04.2008)


Freitag: Predigt zum Auftakt: Bischof Hein ruft zu Offenheit und Mut zur Auseinandersetzung in der Kirche auf

Hofgeismar (medio). Der Bischof der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck, Prof. Dr. Martin Hein, hat zu Offenheit und Mut bei der Auseinandersetzung in der Kirche aufgerufen. In seiner Predigt zum Auftakt der Landesynode der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck in Hofgeismar sagte er am heutigen Freitag: «Offenheit und Ehrlichkeit sind hilfreich.» Dies ließe sich bereits in der ersten Zeit der Christenheit belegen, wie sich im Neuen Testament ungeschönt nachlesen lasse. Auch Auseinandersetzungen blieben der Kirche nicht erspart. «Auseinandersetzungen gehören zur christlichen Kirche dazu – von Anfang an: um der Klarheit und der Wahrheit willen», betonte Hein.

Die Geschichte habe allerdings bewiesen: «Die Kirche hält solche Offenheit und Ehrlichkeit aus.» Dies schließe freilich Trennungen nicht aus. Hier gelte jedoch: «Auch aus Trennungen könne Gutes geschehen.» Dies sei, so der Bischof, auch mit Blick auf die Reformation zu sagen: «So bedauerlich man die Trennung in eine evangelische und eine römisch-katholische Konfession auch halten mag – sie trug dazu bei, das Evangelium in jeweils unterschiedlicher Prägung Gestalt werden zu lassen. Evangelisch zu sein, ist kein bedauerlicher Betriebsunfall, sondern Ausdruck der ernsthaften Auseinandersetzung um die Wahrheit des Evangeliums», erklärte Hein in seiner Predigt.
 
Schwerpunkt der Synode: Personalbericht der Prälatin – Pfarrstellenperspektive

Schwerpunkte der Beratungen der Landessynode, die bis zum Samstag dauern werden, sind u. a. der Personalbericht von Prälatin Roswitha Alterhoff, der Bericht des Rates der Landeskirche über die Ergebnisse gemeinsamen Ausschusses von PEP-Ausschuss VI (Pfarrstellenentwicklungsplanung) und Finanzausschuss, ein Rückblick auf die Kirchenvorstandswahlen 2007 sowie die Vorstellung der Studie des Bildungskammer «Bildung stärken, Strukturen klären». (25.04.2008)

2008-04-26 4353


Predigt zum Auftakt: Bischof Hein ruft zu Offenheit und Mut zur Auseinandersetzung in der Kirche auf

 

Hofgeismar (medio). Der Bischof der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck, Prof. Dr. Martin Hein, hat zu Offenheit und Mut bei der Auseinandersetzung in der Kirche aufgerufen. In seiner Predigt zum Auftakt der Landesynode der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck in Hofgeismar sagte er am heutigen Freitag: «Offenheit und Ehrlichkeit sind hilfreich.» Dies ließe sich bereits in der ersten Zeit der Christenheit belegen, wie sich im Neuen Testament ungeschönt nachlesen lasse. Auch Auseinandersetzungen blieben der Kirche nicht erspart. «Auseinandersetzungen gehören zur christlichen Kirche dazu – von Anfang an: um der Klarheit und der Wahrheit willen», betonte Hein.

Die Geschichte habe allerdings bewiesen: «Die Kirche hält solche Offenheit und Ehrlichkeit aus.» Dies schließe freilich Trennungen nicht aus. Hier gelte jedoch: «Auch aus Trennungen könne Gutes geschehen.» Dies sei, so der Bischof, auch mit Blick auf die Reformation zu sagen: «So bedauerlich man die Trennung in eine evangelische und eine römisch-katholische Konfession auch halten mag – sie trug dazu bei, das Evangelium in jeweils unterschiedlicher Prägung Gestalt werden zu lassen. Evangelisch zu sein, ist kein bedauerlicher Betriebsunfall, sondern Ausdruck der ernsthaften Auseinandersetzung um die Wahrheit des Evangeliums», erklärte Hein in seiner Predigt.
 
Schwerpunkt der Synode: Personalbericht der Prälatin – Pfarrstellenperspektive

Schwerpunkte der Beratungen der Landessynode, die bis zum Samstag dauern werden, sind u. a. der Personalbericht von Prälatin Roswitha Alterhoff, der Bericht des Rates der Landeskirche über die Ergebnisse gemeinsamen Ausschusses von PEP-Ausschuss VI (Pfarrstellenentwicklungsplanung) und Finanzausschuss, ein Rückblick auf die Kirchenvorstandswahlen 2007 sowie die Vorstellung der Studie des Bildungskammer «Bildung stärken, Strukturen klären». (25.04.2008)


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Lesen Sie hier die Predigt von Bischof Martin Hein im Wortlaut: