Evangelischer Kirchenkreis Schwalm Eder - Dekanat Ziegenhain

Hospizarbeit unter dem Vorzeichen der Coronapandemie

Hospizbegleitungen gehen in dieser Zeit weiter und sie passen sich den besonderen Umständen an.
Inzwischen finden etliche Hospizbegleitungen telefonisch statt. Das Gespräch mit den pflegenden Angehörigen ist wichtig. Die Angehörigen brauchen den sozialen Kontakt und Menschen, bei denen sie sich aussprechen können im Vertrauen darauf, dass die Schweigepflicht einen Schutz- und Freiraum für das Gespräch gibt. Angehörige zu pflegen bedeutet, gerade in dieser außergewöhnlichen Zeit, oft auch drohende Isolation und Einsamkeit.
 
In einigen Fällen ist auch die häusliche Begleitung weiterhin möglich und auch notwendig, wenn beispielsweise eine pflegende Tochter allein mit dem Vater ist und Zeiten für Besorgungen braucht oder eine Auszeit und Pause zum Durchatmen benötigt. Solche festen Wochentermine sind ein Segen. Gerade auch wenn die Betroffenen alleinlebend sind, bedeutet der Besuch des Hospizbegleiters, neben dem Pflegedienst und der SAPV eine kleine Erweiterung des sozialen Miteinanders. Mit den einfachen Schutzmaßnahmen wie Abstandsgebot, Händewaschen und einfachen Masken zum Schutz des Gegenübers können solche Kontakte gepflegt werden pflegen.
 
Besuche in Altenpflegeheimen sind zum Schutz des Hauses auf ein Minimum zu reduzieren. Hier sind besondere Schutzmaßnahmen notwendig. Insbesondere eine effektive Schutzbekleidung und Schutzmaske ist für solche Besuche unabdingbar.
Die Hospizarbeit erinnert gleichzeitig daran, dass es wichtig ist, Menschen im Sterben nicht allein zu lassen.
 
Eine besondere Herausforderung stellt die Sterbebegleitung von hochaltrigen Corona-Patienten dar. Nicht selten haben ältere Menschen längst verfügt, dass sie keine lebensverlängernden Maßnahmen am Ende ihre Lebens wünschen, und auch eine künstliche Beatmung haben sie für sich ausgeschlossen. Wer begleitet Angehörige in solchen Entscheidungslagen? Die Hospizarbeit kann hier Gespräche sensibel begleiten und führen ebenso wie Pfarrerinnen und Pfarrer.
 
Auch jetzt gibt es Menschen, die die Hospizdienste anrufen und fragen, ob es in Corona-Zeiten noch möglich ist, beispielsweise den sterbenden Vater oder die sterbende Ehefrau nach Hause zu holen und dort zu begleiten. Die Hospizkoordinatorinnen Christine-Ann Raesch und Antje Hartmann nehmen solche Anfragen an und suchen für jeden Einzelfall die hilfreiche und gute Lösung. In jedem Fall ist es gut in solchen Entscheidungsprozessen erfahrene Beratung zu suchen und in Anspruch zu nehmen.

Die ambulante Hospizarbeit des Kirchenkreises Schwalm-Eder ist erreichbar unter:
Tel. 0176-41882480 oder 06691-210272
Mail: hospizarbeit-kkse@ekkw.de
 

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