Evangelischer Kirchenkreis Schwalm Eder - Dekanat Ziegenhain

Jubiläum 50 Jahre Leimsfelder Kirche

. Genau genommen war es das Kirchenschiff, das in den Jahren 1970 und 1971 neu gebaut wurde. So wurde aus neuem Kirchenschiff und bestehender Kirche, die 1786 erbaut wurde, eine Einheit aus Tradition und Moderne. Die Schwälmer Allgemeine titelte am 2. 6.1971: „Stätte des Friedens eingeweiht“ Im Text heißt es u. a.: „Wichtigstes Ereignis im Kirchenkreis Ziegenhain war zu Pfingsten die Einweihung der neuen evangelischen Kirche in Leimsfeld.“

Die Gesamtkosten beliefen sich seinerzeit auf 256.000 DM, wovon 40.000 DM als Spenden der Gemeindeglieder eingingen, also rund 80 Mark pro Gemeindeglied.

Besonderheiten in der Leimsfelder Kirche sind die Bestuhlung, das Wandkreuz von Otto Wulk. Hier und an einer Stelle des Eingangs ist der Psalmvers „Gott der HERR ist Sonne und Schild“ (Ps 84,12) zu erkennen. An den Griffen der Kirchentür sind die zwölf Tore aus Offenbarung 21 zu erkennen. Die Breite des Altarraums wird genutzt für zwei Ambos (zur Unterscheidung der Lesungen: alttestamentliche und Brieftexte von der Südseite und Evangelientexte, also Worte Jesu, von der Nordseite. Innen anschließend steht im Südosten die Kanzel, die (ein markanter, aber gelungener Stilbruch) aus der Vorgängerkirche erhalten blieb, und im Nordosten der Taufstein. Dann folgen die Kerzen. Neben der Kanzel steht innen der Weltkerzenständer, an dem Gottesdienstteilnehmer für andere oder sich selbst Kerzen entzünden können, Neben dem Taufstein steht innen die Osterkerze. In der Mitte steht der Holzaltar, hinter dem das Wandkreuz deutlich zu sehen ist.

 

1978 wurde eine neue Orgel eingeweiht, die Orgelbaumeister Bruno Döring gebaut hat. 1994 kam eine dritte Glocke in den Glockenturm, die von der Firma Rincker gegossen wurde.

Seit 2002 ist die Leimsfelder Kirche eine verlässlich und durchgängig offene Kirche. Hier wurde auch dem Umstand Rechnung getragen, dass seit etwa zwanzig Jahren das Pilgern wiederentdeckt wurde. Da Leimsfeld am Jakobsweg liegt und auch viele, die den Elisabethpfad gehen, einen Abstecher nach Leimsfeld machen, wird die Kirche auch von zahlreichen Pilgern aufgesucht.

2011 musste die Kirche bereits grundlegend renoviert werden: die Faserzementplatten wurden auf dem Kirchendach durch Schindeln ersetzt, die Heizung wurde erneuert und das Pressholz zwischen den Antikglasfenstern wurde durch Lärchenholz ersetzt. Auch hier zeigte sich die Gemeinde wieder spendenfreudig. Durch einen Förderkreis (Sprecher: Hans-Heinrich Reis und Günther Wald) wurden erneut fast 20.000 € an Spenden eingebracht – mit vielen Aktionen und dem ein oder anderen besonderen Gottesdienst, u. a. beim 40-jährigen Jubiläum.

Nach der Renovierung musste der Kirchgarten ein neues Gesicht bekommen. Hier ist Reinhold Altmann, Beate Völker und Christa Wiegand sehr zu danken, die sich ehrenamtlich um ein freundliches Ambiente der Kirche kümmern. Viele andere Gemeindeglieder unterstützen die Kirche bei den Freiwilligen Gemeindebeiträgen. So konnten zuletzt eine neue Glockenanlage und zuvor ein neuer Altarteppich angeschafft werden. Demnächst wird die gesamte Kirchenbeleuchtung auf LED umgestellt werden.

Im Laufe der Jahrzehnte hat die Leimsfelder Kirche besondere Gottesdienste hervorgebracht. Hier sind u. a. die Motorradgottesdienste im April und im Oktober zu nennen, aber auch verschiedene Andachtsformen, z. B. das Gebet nach Taizé. Auch für die Vortragsreihe der Leimsfelder Bibeltage war die Kirche geeignet. Die Bestuhlung ermöglicht in Corona-Zeiten eine Erleichterung, da die Stühle im gebotenen Abstand gestellt werden können. Aber auch bei besonderen Gottesdiensten wie dem Vereinigungsgottesdienst der Kirchengemeinden im Kirchspiel Niedergrenzebach zur Kreuz-Kirchengemeinde am 1. Januar 2016 konnten die Stühle so gestellt werden, dass an jeder Wandseite die Gemeindeglieder eines Ortsteils saßen und in der Mitte ein Kreuz-Altar stand.

Das 50-jährige Jubiläum sollte eigentlich ein Fest werden. Wegen Corona ist es leider nicht möglich, groß zu feiern. So werden zum (Fest-)Gottesdienst am Pfingstmontag (24. 5.) um 11.00 Uhr (von einem Sprecher) verschiedene Stimmen zu hören sein von Menschen, denen die Kirche am Herzen liegt und die darin mitgearbeitet haben. So wird deutlich, was im Predigttext des Pfingstmontags zu lesen ist: Dass es verschiedene Gaben sind, die uns Gott gegeben hat, aber dass es ein Geist ist, nämlich der Heilige Geist, der alles wirkt (1. Korinther 12).

Es können maximal 40 Menschen am Gottesdienst teilnehmen. Medizinische Masken und Abstand sind weiterhin geboten.

 

Mit herzlichen Grüßen

 

Ihr Pfarrer

Hans-Gerrit Auel

 

 

 

 


Foto: unbekannt, zur Verfügung gestellt von Ehepaar Reis, zeigt Tag der Einweihung

Kirche Leimsfeld Titel: Schulz, zeigt Kirche mit besonderer Bestuhlung beim Festgottesdienst zum Beginn der Kreuzkirchengemeinde

(21.05.2021)