Evangelischer Kirchenkreis Schwalm Eder - Dekanat Ziegenhain

Konfirmanden überzeugten mit kreativen Ideen

Schwalmstadt/Kassel. Mit einer Waldfreizeit, einem Adventskalender und einer besonderen Bank überzeugten drei Konfirmandengruppen beim Ideenwettbewerb #AbenteuerKonfirmation die Jury:

Die Gewinner kommen aus dem Wolfhager Land, dem kirchlichen Kooperationsraum Chattengau (Schwalm-Eder-Kreis) und der Ev.-Luth. Kirchengemeinde Werther im Kreis Gütersloh in Nordrhein-Westfalen.

Bei einer feierlichen Preisverleihung, die in dieser Woche coronakonform im Landeskirchenamt in Kassel stattfand, wurden die Gruppen ausgezeichnet. Jede Gruppe hatte eine Delegation geschickt, um die Preise entgegenzunehmen. Für ihre kreativen Ideen gab es jeweils 1000 Euro und jede Menge Applaus vom Fachpublikum, der Jury sowie Vertretern und Vertreterinnen der Gemeinden vor Ort. Ein breites Bündnis um den Verein zur Förderung der Konfirmationsstadt Schwalmstadt, die Kooperationspartner Evangelische Kirche von Kurhessen-Waldeck (EKKW), die Konfirmationsstadt Schwalmstadt, die Diakonie Hephata und der CVJM hatten dazu aufgerufen, kreative Ideen rund um die Konfirmation einzureichen. „Konfirmandenarbeit ist eine Nahtstelle zwischen jungen Menschen, Kirche und Gesellschaft“, sagte die Bischöfin der EKKW, Dr. Beate Hofmann, Jurymitglied und Schirmherrin des Projekts.

Die Preisträger Die Wolfhager Konfirmanden hatten das Thema Abenteuer ernst genommen und waren trotz Wind und Dauerregen bei einer Wochenendfreizeit im Wald unterwegs. Außergewöhnliche und grenzüberschreitende Erlebnisse beim Abseilen im alten Steinbruch, Teamarbeit, Fürsorge und viel Spaß sorgten für bleibende Erinnerungen, berichtete Pfarrerin Anja Fülling. „Mit Blick auf den Wettbewerb hatten die Jugendlichen tolle Gedanken zu ihrem Abenteuer Konfirmation: die Perspektive wechseln, was Neues ausprobieren und auch mal aus seiner Komfortzone zu kommen.“ Das Ergebnis waren ein Video der Jugendlichen und ein Konzept für eine modulare Waldfreizeit. Das bescherte den Konfis den Sieg in der Kategorie Sport & Outdoor.

Die Konfirmandengruppen aus dem kirchlichen Kooperationsraum Chattengau nahmen den tristen Corona-Winter zum Anlass, Licht in den Alltag der Menschen zu bringen. Sie gestalteten Bilder zum Thema „Licht“, auf denen jeweils ein Buchstabe des Jesaja-Zitats „Mach dich auf und werde Licht!“ zu lesen war. Jedes dieser Bilder wurde Teil eines großen Adventskalenders am Niedensteiner Rathaus. Die Konfirmandin Johanna Griesel war begeistert vom Projekt: „Es hat alle Dörfer zusammengebracht, und wir konnten trotz Corona Seite 2 von 3 gemeinsam etwas entwickeln“, schilderte die 14-Jährige. Jurymitglied Linus Dietrich (Evangelische Jugend) unterstrich, dass das Projekt beispielhaft für gesellschaftliche Teilhabe, Partizipation und Öffentlichkeit der Kirche sei. Damit gewannen die Konfirmanden den Preis in der Kategorie Media.

In der Kategorie Kunst & Kreativ überzeugte die Konfirmandengruppe aus Werther mit ihrer „Hoffnungsbank“. Sie holte sich die alte Friedhofsbank ins Gemeindehaus. Dort wurde sie abgeschliffen und mit Bibelversen und kreativen Motiven verziert. So wurde sie zu einer Bank, die Hoffnung spendet und gleichzeitig einen behüteten Ort zum Trauern bietet, sagte Laudator und Jurymitglied Antonio Delle (CVJM). „Wir wollten im Sozialraum kreativ werden, den Menschen etwas Gutes tun und sie ins Gespräch miteinander bringen“, erklärte Gemeindepädagoge Volker Becker die Idee hinter dem Projekt.

Einladung in die Konfirmationsstadt Die prämierten Ideen und viele weitere Projekte sollen nun in der Konfirmationsstadt Schwalmstadt erlebbar werden. Schwalmstadts Bürgermeister Stefan Pinhard und Dekan Christian Wachter laden Konfigruppen, Jugendgruppen und Privatpersonen ein, nach Schwalmstadt zu kommen und dort die Wiege der Konfirmation zu erleben, sich von den vielen Ideen inspirieren zu lassen und Impulse mit nach Hause zu nehmen. „Der Ideenwettbewerb ist für uns der Booster für die Konfirmandenarbeit nach Corona“, erklärt Sebastian Vogt vom Konfirmationsverein. Für die Konfis sei es jetzt dran, ihr Abenteuer zu erleben – und da biete die Konfirmation genau den richtigen Rahmen, so Vogt. Auch für 2023 plane man einen Wettbewerb.

Zahlen und Fakten Wie viele Konfirmationen gibt es pro Jahr? 2019: 157.368 Konfirmationen deutschlandweit, davon in der EKKW: 6.116 (KurhessenWaldeck hat 767.149 Mitglieder in 690 Kirchengemeinden) und der EKHN: 12.400 (Hessen und Nassau hat 1.446.971 Mitglieder in 1111 Kirchengemeinden) (Quelle und weitere Zahlen https://www.ekd.de/statistik-amtshandlungen-44290.htm) 2020: waren es in der EKKW 5203 Konfirmierte. Allerdings bildet diese Zahl nicht den Jahrgang ab. Denn es wurden auch 2021 noch Konfirmationen nachgeholt. Diese Zahl liegt allerdings noch nicht vor. Wie viele Konfirmationen mussten 2020 wegen Corona abgesagt werden? Null, denn dezidiert „abgesagt“ wurden keine Konfirmationen. Sie wurden zu späterem Zeitpunkt nachgeholt. Wie viele Getaufte lassen sich konfirmieren? Durchschnittlich 84% der Getauften eines Jahrgangs werden konfirmiert in beiden hessischen Landeskirchen (EKKW und EKHN). Wie alt sind Konfirmanden im Durchschnitt? 13-15 Jahre Wie viele Ehrenamtliche sind an der Konfi-Arbeit beteiligt? Rund 62.000 Ehrenamtliche sind in Deutschland regelmäßig oder punktuell an der Konfirmandenarbeit (KA) beteiligt. Rund 2/3 von ihnen sind jünger als 21 Jahre, rund 25% unter 16 Jahre. (Quelle: https://konfi-arbeit.de/wpcontent/uploads/sites/293/2019/06/Teamer_ALPIKA_DEKT2017.pdf) Seite 3 von 3 Das sagt die Expertin: Mündiges Christsein und Familienfest Pfarrerin Katja Simon, Studienleiterin für Konfirmandenarbeit am Religionspädagogischen Institut der EKKW und EKHN: „Für Jugendliche ist wichtig, dass sie an der Konfi-Zeit Spaß haben und Freude daran, gemeinsam auf Gottsuche zu sein. Dabei lernen sie andere Jugendliche kennen, erleben sich als Teil einer Gemeinschaft und merken, Kirche ist anders als Schule. Hier gibt es einen bewertungsfreien Raum. Jede und jeder kann sich einbringen und ist akzeptiert. Und sie erleben: Du bist hier richtig. Du bist mit Deiner Meinung gefragt. Im Gottesdienst geht es auch um dich und daran kannst du dich beteiligen! In deiner Gruppe darfst du kritische Fragen stellen und Zweifel äußern. Bei einer Befragung von mehr als 10.000 Konfis in den Jahren 2017/2018 hat sich gezeigt, dass eine große Mehrheit der Jugendlichen sehr zufrieden mit der Konfirmandenzeit ist. Besonders einprägsam waren dabei die Freizeiten und KonfiCamps. Dabei ist es wichtig, dass ehrenamtliche Teamer und Teamerinnen aus der Jugendarbeit mit dabei sind. So kann die Konfi-Zeit auch von Jugendlichen für Jugendliche gestaltet werden. Die Konfirmation ist ein Erfolgsmodell. Im Bewusstsein vieler Jugendlichen und Erwachsenen ist die Konfirmation nach wie vor der Abschluss der Kindheit und der Eintritt ins Erwachsenenleben. Die Konfirmation wird als Schritt zum mündigen Christseins gesehen. Die Jugendlichen selbst erfahren durch das für sie ausgerichtete Familienfest und die vielen Geschenke Anerkennung und Bestätigung ihrer Person. Für die Eltern und die Jugendlichen steht die Konfirmation nach wie vor an der Schwelle zum Erwachsenwerden. Allerdings haben sich die Bedingungen zu diesem Übergang gewandelt: Selten verlässt heute ein Jugendlicher mit der Konfirmation die Schule und beginnt eine Ausbildung. Dennoch: Aus Kindern werden junge Erwachsene. Diesen Abschluss der Kindheit macht die Konfirmation bewusst.“

Weitere Informationen gibt es unter: http://abenteuerkonfirmation.de Aktuelles Bildmaterial gingt es unter: https://public.medio.tv/serie.php?sid=5e0534e73ade8161353dc786bb7f2558

(14.02.2022)