Evangelischer Kirchenkreis Schwalm Eder - Dekanat Ziegenhain

Pressemitteilung zum Krieg in der Ukraine

Am 26. Juni 1945, einen Monat nach Ende des Zweiten Weltkrieges in Europa, in dem weltweit 60 Millionen Menschen ihr Leben verloren,  unterzeichneten 50 Staaten die UN-Charta der Vereinten Nationen. Nach dem Schrecken des Kriegs waren sich die Großmächte der Welt einig: Wir, die Völker der Vereinten Nationen sind fest entschlossen, künftige Geschlechter vor der Geißel des Krieges zu bewahren. Und der Weltrat der Kirchen erklärte 1948 im gleichen Geist: Krieg soll nach Gottes Willen nicht sein.

Aus dem Vertrauen in diese wechselseitige Zusage und lange auch aus dem Geist, dass alle Menschen Kinder Gottes seien, lebte das politische Handeln in Europa bei allen Verschiedenheiten, Konflikten und Auseinandersetzungen bisher.

Der Überfall auf die Ukraine hat dieses Vertrauen gebrochen, und offenbart der Welt auf grausame Weise, wie sehr das wechselseitige Vertrauen in eine friedenstiftende Völkergemeinschaft längst schon brüchig geworden ist. Wo Verträge nichts mehr gelten, brauchen die Völker Waffen und Kriegsrüstung um sich voreinander zu schützen. Wie laut sind jetzt die Rufe danach.

Gegen die militante Skrupellosigkeit eines Herrschers, der mit Massenvernichtung droht und auch sein eigenes Volk in Geißelhaft nimmt, erscheint die Völkergemeinschaft wehrlos zu sein,  ohnmächtig und hilflos  gegenüber einem Diktator der seine Macht mit Lügen, Gewalt und Rücksichtslosigkeit durchzusetzt.

Wie hilflos stehen wir da? Als Kirche können wir allein mit Kerzen, Gebeten, Gottesdiensten und solidarischem Handeln reagieren. Wir bringen darin die Sehnsucht aller Menschen nach Frieden und Völkerverständigung zum Ausdruck. Wir solidarisieren uns mit denen, die Leid tragen und mit denen, die Frieden stiften. Wir ermahnen alle, die politische Macht ausüben, sich nicht an der Stelle Gottes zu wähnen, sondern Gottes Geboten zu folgen, für Frieden, Recht und Freiheit zu sorgen. Eine Welt, die sich Gottes bemächtigt, verliert ihren Maßstab und ihre Begrenzung, eine Welt ohne Gott wird eine Welt ohne Frieden sein.

 

 

Am kommenden Sonntag werden alle Kirchengemeinden Gottesdienste mit Friedengebeten halten und laden die Menschen dazu sein.

Die Gemeinden sind aufgefordert ihr Mittagsläuten um 12 Uhr mit der Aufforderung zum Friedensgebet einzurichten.

In einzelnen Gemeinden gibt es besondere Friedensgebete.

 

Herzlich grüße ich auch im Namen von Dekanin Sabine Tümmler und Dekan Norbert Mecke.

 

Christian Wachter
Dekan E
vangelischer Kirchenkreis Schwalm-Eder

 

 

(25.02.2022)