Evangelischer Kirchenkreis Schwalm Eder - Dekanat Ziegenhain

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Pressemitteilung Kreissynode 10.09.2014

Die Herbstsynode des Kirchenkreises Ziegenhain tagte am 10. September 2014 in Lingelbach, am Rande des Vogelberges und des Kirchenkreises Ziegenhain gelegen.

Sie begann mit einem Gottesdienst in der Kirche unter der Leitung von Pfarrerin Karin Schwalm (Olberode). Im frisch renovierten Gemeinde- und Dorfgemeinschaftshauses begrüßte anschließend der Ortsvorsteher dieses Alsfelder Stadtteils, Uwe Stein, die 116 Gäste zu ihrer Tagung. In seinem Grußwort hieß er die Gäste willkommen und hob besonders die enormen Eigenleistungen hervor, mit denen das Gebäude in den letzten dreieinhalb Jahren für die Kirchengemeinde und den Ortsteil hergerichtet worden sei. „Wir haben uns hier für ein wegweisendes Projekt entschieden“, sagte er und erläuterte, das Gebäude sei Eigentum der Kirche geblieben, aber zukünftig von allen nutzbar. Er verwies auf die reiche Vereinslandschaft Lingelbachs, die beispielsweise ein eigenes Freibad und eine Genossenschaft Nahwärme hervorgebracht habe.

Dekan Christian Wachter erinnerte in seinem Bericht an besondere Ereignisse im Jahresverlauf. Der beiden Kriegsanfänge im vergangenen Jahrhundert und der Grausamkeit der aktuellen Kriege sei in Veranstaltungen gedacht worden, unter anderem mit der Anbringung der Bronzetafel mit der Stalingradmadonna von Kurt Reuber in Loshausen, unlängst im Beisein des Bischofs. Dekan Wachter verwies auf den Katechismuspfad, der fünf Gemeinde im Kirchenkreis verbinde, um Ziegenhain als Gründungsort der Konfirmation vor 475 Jahren ins Bewusstsein zu rücken. Neben dem dezentralen Ausstellungskonzept sei der sogenannte „KonfiVent“ mit 3000 Konfirmandinnen und Konfirmanden als Gästen einer der Höhepunkte gewesen. Der Dekan  dankte allen Haupt- und ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern der verschiedenen Veranstaltungen.

Die aktuellen Zahlen zur kirchlichen Entwicklung im Kirchenkreis wurden der Synode vorgestellt. Besonders schmerzlich und frustrierend für die Mitarbeitenden in den Gemeinden sei der erhebliche Anstieg der Kirchenaustrittszahlen in diesem Jahr. Mit 101 Austritten war Ende August diesen Jahres bereits ungefähr die Vorjahreszahl von 112 erreicht worden, die auch schon eine Zunahme um rund 50 Prozent gegenüber den vorherigen Zahlen seit 2008 bedeutete. Das verteilte Zahlenwerk wies allerdings aus, dass es durch die Aufnahme der Gemeinden Dorheim, Moischeid, Schlierbach, Verna, Waltersbrück und Welcherod in 2013 dennoch zu einem leichten Anstieg der Kirchenmitglieder auf insgesamt 42 384 kam. Die Synode diskutierte besonders über den Vorschlag, die Silberne Konfirmation als Möglichkeit für Gemeindearbeit in der Lebensmitte zu entdecken.  Dekan Wachter stellte einen Relevanzverlust von Kirche im Leben von Familien fest und sprach deren Terminkonflikte an. Er forderte die Mitarbeitenden in den Gemeinden auf „für seelsorgerliche und stärkende Qualität von Veranstaltungen sorgen“. In diesem Jahr sei die langjährige Dekanatssekretärin Ulrike Brenzel  (Ziegenhain) nach 14 Jahren in den Ruhestand verabschiedet und als Nachfolgerin Daniela Guntermann (Asterode) eingestellt worden. Gemeinsame Stellen in der Jugendarbeit wurden eingerichtet: Janine Riemenschneider (im Kirchenkreis und Melanchthonschule), Detlef Jacob: Ziegenhain, Neukirchen, Kirchenkreis. Derzeit suche der Kirchenkreis ehrenamtlich Mitarbeitende zur Neugestaltung der Homepage.

Über Entwicklungen in der Landeskirche referierte Kreissynodalvorstand Silvia Scheffer (Steinatal), die auch Mitglied des Rates der Landeskirche ist. Für die Arbeit in den Gemeinden ermutigend, verwies sie auf „den neuen Zungenschlag“ im Bericht der Prälatin vor der Landessynode im Frühjahr,  „nur vom Sparen zu reden mache Kirche für alle unattraktiv“. Außerdem machten die beschlossenen Selbstverpflichtungen der Landeskirche Mut, bei technischen Anschaffungen für Gebäude und bei Fahrzeugen auf deren Klimaverträglichkeit zu achten. Sie empfahl den landeskirchlichen Gremien dazu eine Orientierung am frisch renovierten Gemeindehaus Lingelbach.

Die Landessynode habe außerdem eine Empfehlung zur Inklusion beschlossen, die kein Pflichtenkatalog sei. Allen Gemeinden würden Bemühungen im Bereich von Diakonie und Bildung ans Herz gelegt. Die Kreissynode Ziegenhain forderte aufgrund dessen in einer Entschließung die Landeskirche dazu auf, einen Fonds einzurichten, der die Gemeinden bei Maßnahmen zur Inklusion unterstütze. Mit einem Beschluss wurde die Landeskirche außerdem dazu aufgefordert, die Kosten für die Freistellung der Mitarbeitenden für Aufgaben der Mitarbeitenden-Vertretung zu übernehmen.

In einer Zwischenbilanz wurde zum Abschluss der vierstündigen Tagung auf die Erträge des Freiwilligen Gemeindebeitrag hingewiesen. So bitten im Rahmen dieser im letzten Jahr begonnen Aktion alle Gemeinden um Spenden für einzelne Projekte vor Ort. Zum Beispiel werde für die Renovierung des Kirchturms in Gilserberg gesammelt, für die energetische Instandssetzung des Gemeindehauses in Schrecksbach, in Oberaula für die Erhöhung der Brüstung der Empore in der Kirche und für einen Schrank für die Altartücher in Rörshain. Waren in 2013 51 000,-- € zusammen gekommen, läge der Spendenstand derzeit bei 26 000,-- €. Die Synodalen äußerten sich optimistisch, bis zum Jahresende erneut den Vorjahreswert zu erreichen.

 

Dierk Glitzenhirn

(15.9.2014)