Evangelischer Kirchenkreis Schwalm Eder - Dekanat Ziegenhain

Frühjahrstagung der Kreissynode Ziegenhain

Präses Andreas von Hubatius sagte zur Eröffnung der Frühjahrssynode des Kirchenkreises Ziegenhain, von den Ehrenamtlichen in der Flüchtlingsarbeit habe er gelernt: „Nicht erst warten, bis andere uns sagen, was wir zu tun haben!“ Er spielte damit auf die zu beratenden Strukturveränderungen in der Kirche an. Die von der Landessynode beschlossenen Konzepte wurden den Synodalen anschließend vorgestellt. Dekan Dr. Jürgen Sauer überbrachte der 110 Personen zählenden Synode zu Beginn Grüße aus dem südlichen Nachbarkirchenkreis, dem Dekanat Alsfeld, das zugleich zu einer anderen Landeskirche gehört, der Evangelischen Kirche von Hessen-Nassau. Auch er berichtete von der großen Unterstützung der Bevölkerung in der Flüchtlingsarbeit. Das Dekanat Alsfeld habe mittlerweile 200 ehrenamtliche Flüchtlingsbegleiter ausgebildet, die unter anderem sehr erfolgreich als „Sprachpaten“ arbeiteten.

Unter dem Motto „Volkskirche qualitativ weiter entwickeln“ stünde der Reformprozess der kurhessisch-waldeckischen Kirche, berichtete Dekan Christian Wachter von den Beschlüssen der Landessynode zur Strukturreform der Landeskirche. Zwei große Investitionsmaßnahmen seien dabei verabschiedet worden, die Stärkung der Urlauberseelsorge am Edersee mit dem Neubau einer Begegnungsstätte und ein Stipendienprogramm für Theologiestudierende, um diesen ein zügiges Studium ohne Nebenjobs zu ermöglichen. Kirche wolle trotz einer zukünftig wirtschaftlich schwierigen Lage zuverlässiger Partner für Menschen „vor Ort in Kirchengemeinden, Bildungseinrichtungen und Diakonischen Diensten“ bleiben. In fünf sogenannten „Korridoren“, wurden die Veränderungen zusammengefasst. In den Bereichen Gebäuden und Liegenschaften, theologischem Personal, Sonderhaushalte, Diakonie und Verwaltung wolle man Einsparungen erzielen.

Eine Schlüsselrolle komme dabei der Zusammenarbeit von Pfarrern und Gemeinden zu. Die Gemeinden sollten „Kooperationsräume“ bilden, eine Maßnahme, die im Kirchenkreis Ziegenhain schon ergriffen worden sei. Die neuen Verbünde sollten durch „Assistenzen“, den Aufbau von Sekretariaten unterstützt werden. Sehr kritisch wurde von den Kreissynodalen besonders die vorgesehene Kategorisierung der Kirchen gesehen. Es werde A-, B- und C-Kirchen geben, für die Festlegung hat die Synode die Gründung eines Ausschusses ins Auge gefasst, der die überregional wichtigen Kirchen, von eher alltäglichen und denen nur in punktueller Nutzung unterscheiden solle. Pfarrhäuser werde man nur noch bei vollen Stellen erhalten. Insgesamt riet Dekan Wachter, wenn überhaupt, solle der Immobilienbestand eher sparsam ausgebaut werden, damit wir „handlungsfähig bleiben, dadurch dass man sich nicht den Unterhalt von unnötiger Baumasse aufnötigt“.

Auch die Sonderhaushalte seien in die Einsparbemühungen mit einbezogen worden. Ziel sei es auch hier, die Wahrnehmung der kirchlichen Aufgaben den veränderten Rahmenbedingungen anzupassen. Zwei still gelegte Tagungsstätten würden Flüchtlingen zur Verfügung gestellt. Das ehemalige Freizeitheim in Elbenberg werde nun von unbegleiteten minderjährigen Flüchtlingen bewohnt, das Haus in Niedenstein werde zur Zeit als Erstaufnahmeeinrichtung hergerichtet und dann unter Geschäftsführung des Diakonischen Werks im Schwalm-Eder-Kreis betrieben werden.

In der Diskussion über die  nötigen Einsparungen wurde dazu ermutigt, die Kränkungserlebnisse und Trauer in den Gemeinden angesichts von Kürzungen ernst zu nehmen. Dennoch seien Anpassungen nötig, denn „wir werden immer weniger“, fasste Präses von Hubatius zusammen. Auch die Kirchenmitglieder hätten schon jetzt einen veränderten Blick auf die Welt. Seine Generation definiere sich anders als die vorangegangenen Älteren, denn „wir haben in unserer Jugend Stones gehört“, so der 60jährige.

Die Haushaltsplanung des Kirchenkreises wurde durch Kirchenkreisamtsleiter Gerhard Schmitt vorgestellt. Im vergangenen Jahr hätten alle Gemeinden ihren Haushalt positiv abschließen können, so Schmitt. Anschließend wurde nach Empfehlungen der Prüfung einstimmig Entlastung der Verantwortlichen beschlossen. Ein Haushaltsvolumen von rund 1,9 Mio. € pro Jahr für 2016/17 wurde verabschiedet, ebenso Kosten für die Verwaltung im Kirchenkreisamt in Höhe von rund 700 000,-- € Kosten pro Jahr. In Veranstaltungshinweisen wurde der kommende Kreiskirchentag am Pfingstmontag im Klosterpark Spieskappel angekündigt, das Motto lautet: „Gott baut ein Haus, das lebt“ (16. Mai, Beginn: 11.00 Uhr, KIosterkirche Spieskappel). Es würden noch Mitwirkende für das bunte Fest und für die Stände rund um die Kirche gesucht. Abschließend wurde das Jahresthema der Kreisjugend vorgestellt: „Tragt den Frieden in die Welt“ und den Synodalen der „Förderkreis Kirchenmusik“ ans Herz gelegt. Konzerte in den kleinen Kirchen des Kirchenkreises würden darüber finanziert („Klangreise“).

(29.02.2016)