Evangelischer Kirchenkreis Schwalm Eder - Dekanat Ziegenhain

Friedensgebet mit Flüchtlingen in der Schlosskirche

Wir haben in der Zeit der Wende in Deutschland erlebt, dass Gebete zu friedlichen Veränderungen geführt haben“, eröffnete Dekan Christian Wachter den zweiten Abend mit einem Rückblick auf die Montagsdemonstrationen in der ehemaligen DDR und erläuterte das neue gottesdienstliche Angebot, das nun auf unbestimmte Zeit zur Gemeinde gehören solle. Deutschland habe eine lange Friedenszeit erlebt, aber die Welt sei derzeit von Kriegen überzogen.

Von den etwa 30 Gläubigen, die an dem Abend in der ganzen Kirche verteilt saßen, waren manche allein gekommen. Einige kamen als Paar oder in kleinen Gruppen, auch aus den Flüchtlingsunterkünften der Stadt. Auf der schmiedeeisernen Weltkugel, die neben dem Altar die weltweite Gemeinschaft der Gläubigen und ihre Verantwortung für die Welt symbolisiert, wurden Kerzen angezündet. Das Leid der Menschen, die ihre Heimat verloren haben, wurde dazu im Gebet laut ausgesprochen und Syrien, Irak, Afghanistan, Somalia und Mali als Fluchtländer genannt. Eine lange Zeit der Stille folgte den Bitten, gesungene Gebetsrufe der evangelischen, katholischen, orthodoxen und andersgläubigen Menschen sorgten für eine klingende ökumenischen Gemeinschaft. „Wo Friedlosigkeit ist, sind wir berufen und begabt, um den Frieden zu bitten“, so der Dekan. Zum Abschluss des Friedensgebets sagte er, er habe Verständnis für Ängste in der gegenwärtigen Situation, bitte aber um Vertrauen in Gottes Güte.

Er kündigte an, ab der kommenden Woche würden der Arbeitskreis für Toleranz und Menschenwürde und die Kirchengemeinde Ziegenhain zusätzlich zum Friedensgebet zu einem regelmäßigen „Café Atempause“ in die ehemalige Festungsschule einladen. Die Zeit werde beim Friedensgebet am kommenden Montag bekannt gegeben.

 

 

<<Ein ökumenischer Kerzenständer - die Weltkugel in der Schlosskirche Ziegenhain, adventlich gerahmt und mit Gebetskerzen bestückt beim Friedensgebet am Montag um 18.00 Uhr.>>

(03.12.2015)