Evangelischer Kirchenkreis Schwalm Eder - Dekanat Ziegenhain

Kreissynode

Die Kreissynode ist in einem evangelischen Kirchenkreis das oberste Entscheidungsorgan.

Die Synode repräsentiert die Gemeinden des Kirchenkreises. In der Regel tagt sie zweimal im Jahr, im Frühjahr und im Herbst. Zu etwa einem Drittel besteht die Synode aus Pfarrerinnen und Pfarrern. Die überwiegende Mehrheit der Synodalen sind gewählte Männer und Frauen aus den Kirchengemeinden des Evangelischen Kirchenkreises Schwalm-Eder. Das darin zum Ausdruck kommende "Priestertum aller Gläubigen" ist ein Markenzeichen des Protestantismus. Ein Kirchenkreisvorstand wird aus der Mitte der Kreissynodalen gewählt und vertritt die Synode zwischen den Tagungen.

 

Frühjahrssynode am 13.03.2021 in Homberg

Was steht an?

- Votum zu einer neuen Taufagende der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck

- Beratungen zum neuen Kirchenmusikalischen Konzept der Landeskirche

- Ein Schutzkonzept für die Gemeinden und Einrichtungen des Kirchenkreises vor sexualisierter Gewalt

Herbstsynode in Melsungen am 12.09.2020

Visitenkarte

Unter Coronabedingungen.

 

Nachdem die zweite Tagung der Kreissynode im März aufgrund der Corona-Pandemie abgesagt werden musste, trafen sich nun 125 von 150 Synodalen des Kirchenkreises zu einer Sitzung am Samstag, den 12.09.2020 ab 9.00 Uhr in der Melsunger Stadthalle. Die Synode war beschlussfähig. Mit einer Andacht und Fürbitte für die Flüchtlinge von Moria auf Lesbos wurde die Synode begonnen. Sodann eröffnete Präses Hartmut Paul die Sitzung mit der Feststellung der Beschlussfähigkeit und den Regularien.

In seinem Bericht, der den Synodalen zugekommen ist, wies Dekan Christian Wachter auf die besonderen anstehenden Aufgaben hin: Die Kirche erlebt unter den Coronabedingungen einen heftigen Wandel. Gottesdienste finden im Freien statt, digitale Angebote sind vielerorts entwickelt worden. Die Seelsorge ist durch die Abstandsgebote nur sehr eingeschränkt möglich. Das wird ausgesprochen leidvoll erlebt, denn Seelsorge braucht Nähe. Viele Gemeinden tasten sich hier langsam vor und loten aus, wie in neuer Weise Seelsorge möglich ist und gut verantwortet werden kann, insbesondere auch in den Altenheimen und um Krankenhaus. Sodann berichtete der Dekan über den Sachstand zum Neubau des Kirchenkreisamtes und die Umsetzung des  Pfarrstellenplans. Diesen gilt es im kommenden Jahr in allen Entscheidungsszenarien zu konkretisieren und dort, wo Beschlüsse reif sind, diese entsprechend umzusetzen.

Amtsleiter Peter Blumenstein hat den Doppelhaushalt für die Jahre 2020-2021 einbringen können und die Synode hat ihn entsprechend beschlossen. Die Einbringung erfolgte auch hier schriftlich, sodass die Synodalen schon zu Hause die Gelegenheit hatten den Haushalt und die Einbringungsrede zur Kenntnis zu nehmen. „Wir wollen und können unsere Geschäfte nicht einfach ruhen lassen, und zugleich wollen wir so miteinander tagen, dass die besonderen Hygienebedingungen eingehalten werden können.“ (Dekan Christian Wachter).

Das jährliche Volumen des Gesamthaushaltes im Bereich der Aufwendungen beträgt  rund 11,8 Mio. €; 65% der Mittel kommen dem Kirchenkreis und damit letztlich den Kirchgemeinden zugute, 11% der Mitte stehen für das Diakonische Werk zur Verfügung, 24% der Mittel werden für die Aufgaben des Kirchenkreisamt benötigt.

Der Stellenplan für das Kirchenkreisamt weist aktuell 39,62 Vollzeitstellen aus. Die Personalbedarfsermittlung kommt für das fusionierte Kirchenkreisamt zu einem Personalbedarf von 35,92 Vollzeitstellen. Der Überhang ist in der aktuellen Situation des Umbauprozesses auch noch notwendig, wird aber in den Folgejahren durch Ruhestandssetzungen an den Bedarf angeglichen werden. Für die Jugendarbeit stehen aktuell 17,5 Stellen zur Verfügung. 18 Kindertagesstätten sind in kirchlicher Trägerschaft. Zu den Beratungsfragen des kommenden Jahres wird auch gehören, wie eine verwaltungstechnische Entlastung der Kirchengemeinden mit Kindertagesstätten ermöglicht werden kann.

Ein wesentlicher Tagesordnungspunkt beinhaltete die Wahlen in die Ausschüsse, die nun zwischen den Synodaltagungen ihre Arbeit aufnehmen können. Diese sind: der Finanzausschuss, der Bauausschuss, der Kreisdiakonieausschuss, der Jugendausschuss, der Kirchenmusikalische Ausschuss und der Umweltausschuss.

Viel Geduld mussten die Synodalen aufbringen. Die Informationen über Email funktionieren noch nicht immer reibungslos und erfordern einen hohen logistischen Aufwand. Das Tragen von Masken behindert die freie Kommunikation und die Fülle der Informationen, die schon im Vorfeld eingingen, haben zwar die Sitzungszeit erheblich verkürzt und damit die Ansteckungsfefahr gemindert, hat aber auch die aktive Teilnahme  erschwert. „Wir sind in einem Lernprozess. Das Zusammenwachsen der drei Dekanate in dem einen Kirchenkreis gelingt mit jedem Schritt, den wir gemeinsam gehen und in dem Rahmen, wie zueinander das Vertrauen wächst. Das gibt es schon jetzt viele schöne Erfahrungen.“, so zog Dekan Christian Wachter das erstes Fazit. „Jetzt ist es gut, dass wir den Haushalt verabschiedet und die Ausschüsse eingesetzt haben. Die nächste Tagung wird sich ausführlich mit dem Thema Taufe beschäftigen, die Zukunft der Kirchenmusik wird Thema sein und ein Schutzkonzept zur Prävention von sexualisierter Gewalt ist zu verabschieden. Diese wird am 13. März 2021 in der Kreisstadt Homberg stattfinden.

Die konstituierende Tagung am 8. Februar 2020

Die Kreissynode des neu gebildeten Kirchenkreises Schwalm-Eder hat sich in ihrer ersten Tagung am 8. Februar 2020 in Hephata konstituiert. Sie besteht aus 153 Synodalen . 89 wurden in ihren Gemeinden und Kirchspielen gewählt und 44 Pfarrerinnen und Pfarrer in den drei Pfarrkonferenzen. 15 weitere Synodale wurden in einer gemeinsamen Sitzung der bisherigen Kirchenkreisvorstände berufen. Kraft ihres Amtes gehören Dekanin Sabine Tümmler sowie die Dekane Norbert Mecke und Christian Wachter der Synode an. Zum Vorsitzenden der Kreissynode (Präses) wurde für die Dauer von sechs Jahren der Rechtsanwalt Hartmut Paul aus Borken gewählt, sein Stellvertreter ist Pfarrer Herbert Fuest aus Obervorschütz. Aus 18 Mitgliedern besteht der aus der Mitte der Synode gewählte Kirchenkreisvorstand. Alle weiteren Wahlen finden in der sogenannten Herbsttagung am 12. September 2020  in Melsungen statt nachdem eine geplante Sondersynode am 27. März 2020 in Homberg coronabedingt abgesagt werden musste.

1945 - Hephata als Gründungsort der EKD und der ersten Synode der EKKW

Visitenkarte

Es ist nicht die erste und bei weitem auch nicht die bedeutsamste Gründungssynode, die in Hephata stattgefunden hat. 1945, unmittelbar nach Ende des Zweiten Weltkriegs haben in Hephata zwei Synoden Geschichte geschrieben. An diesem historischen Ort wurde in einer Konferenz der evangelischen Kirchenführer im August 1945 die EKD gegründet und jener Kompromiss vorbereitet, der zwei Jahre später in einen Beschluss gefasst wurde, dass der Rat der EKD künftig aus 12 Personen bestehen soll, von denen 6  aus lutherischen, 4 aus unierten und 2 aus reformierten Kirchengebieten kommen sollen. Damals wurde nach der Zeit des Nationalsozialismus für die Kirche ein Neuanfang gesucht insbesondere mit dem Ziel die Landeskirchen unter kirchlicher Führung zu einigen. Der damals dafür offensichtlich notwendige Kompromiss des Festhaltens an den traditionellen Bekenntnissen hat bis heute Bestand. Die Evangelische Kirche von Kurhessen-Waldeck allerdings hat in ihrer Grundordnung festgehalten, dass sie aus der Verschiedenheit der Bekenntnisse zu einer Kirche zusammengewachsen ist. Von daher nennt sie sich aus gutem Grund "Evangelische Kirche von Kurhessen-Waldeck".

Auch die erste Synode unserer Landeskirche hat nur einen Monat nach Gründung der EKD in Hephata stattgefunden. Die sogenannte "Notsynode" trat vom 25.-28.9.1945 in Hephata zusammen. Nach langwierigen Diskussionen um ein Leitungsgesetz wurde in Treysa beschlossen, das Oberhaupt der Landeskirche künftig "Bischof" zu nennen. Gewählt wurde am dritten Tag dieser Tagung Adolf Wüstemann (Bischof von 1945-1963). In seiner Rede zum Schluss der Synode bekräftigte er, dass die Kirche künftig nicht an der Seite der Obrigkeit, sondern an der Seite des Volkes zu verorten sei, heute würde man wohl eher sagen, "an der Seite der Menschen". 

Die Homberger Synode von 1526

Visitenkarte

Am Sonntag, den 21. und Montag, den 22. Oktober 1526 fand in der Homberger Marienkirche jene Synode statt, in der für die Landgrafschaft Hessen der protestantsche Glaube eingeführt wurde. Zahlreiche Vertreter der geistlichen und weltlichen Stände waren der Einladung des Landgrafen Philipp von Hessen gefolgt. Mit dieser Synode wurde verpflichtend die protestantische Lehre in Hessen eingeführt. Der Kirche wurde ihre Rolle als Heilsvermittlerin genommen. Sämtliche Klöster wurden aufgehoben und säkularisiert. Die Klostergüter wurden eingesetzt um in der Grafschaft Hospitäler und ein Schulwesen einzurichten. Die Gottesdienst wurden fortan in deutscher Sprache gehalten, Bildungsunterschiede wurden damit im Gottesdienst aufgehoben. Mit der Reformation wurde ein starker Impuls für die allgemeinde Volksbildung gesetzt. In der Konsequenz der Synode in Homberg von 1526 wurde 13 Jahre später in Ziegenhain für die ganze Grafschaft die Einführung der Konfirmation beschlossen.

Erinnernd an die für den Protestantismus historische besondere Bedeutung der Marienkirche in Homberg wird die Kirche heute auch "Reformationskirche" genannt. Die Stadt Homberg trägt den Namenszusatz "Reformationsstadt" und die Stadt Schwalmstadt darf sich seit 2017 mit ihrem Ortsteil Ziegenhain "Konfirmationsstadt" nennen.