(Foto-Quelle: telefonseelsorge.de)
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«Wir bleiben dran» - Telefonseelsorge Fulda feiert 30-jähriges Bestehen

Fulda (medio). Mit einem ökumenischen Festgottesdienst und einem Empfang feierte die Telefonseelsorge Fulda am Freitag (3.9.) ihr 30-jähriges Bestehen. In dem Gottesdienst in der Fuldaer Christuskirche würdigten auch der Bischof der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck, Prof. Dr. Martin Hein, und der Weihbischof des Bistums Fulda, Prof. Dr. Karlheinz Diez, die Arbeit der Einrichtung. Für den sich anschließenden Festempfang waren neben Grußworten auch ein «lebendiger historischer Rückblick» auf die zurückliegenden 30 Jahre und Kabarett-Einlagen vorgesehen. Das gesamte Jubiläum stehe unter dem Motto «Wir bleiben dran», teilte die Leiterin der Telefonseelsorge Fulda, Pfarrerin Dagmar Ehrhardt, mit.

Seit drei Jahrzehnten könne die Telefonseelsorge Fulda Tag und Nacht von Menschen in Not in Anspruch genommen werden und für diese Arbeit stünden bei der anonym arbeitenden Einrichtung Menschen mit «sensiblen, offenen und vorurteilsfreien Ohren» bereit, so die Leiterin. Der überwiegende Teil der Anruferinnen und Anrufer suche einen begrenzten Kontakt zur Telefonseelsorge. Es gäbe allerdings auch Fälle von Trauer oder Trennung, in denen Menschen über mehrere Wochen begleitet werden, erläuterte Ehrhardt weiter. «Sie wünschen sich in einer konkreten seelischen Krise Gesprächspartner, die ihnen zuhören und mit ihnen unvoreingenommen, einfühlsam und verständnisvoll über ihre Schwierigkeiten sprechen», so die Pfarrerin.

Unzählige Menschen hätten in den vergangenen 30 Jahren den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern Einblicke in ihr Leben gegeben. «Als erste Anlaufstelle verwandelt Telefonseelsorge Ferne in Nähe und schafft in entscheidenden Augenblicken Verbindungen von Mensch zu Mensch», so Erhardt. Laut dem letzen Jahresbericht hat die Telefonseelsorge Fulda im Jahr 2009 20.622 Anrufe entgegen genommen.

Die überwiegenden Themen am Telefon seien Beziehungsprobleme, psychische Probleme und Einsamkeit. Viele hätten die Hoffnung verloren, dass sich ihre Lebenssituation grundlegend ändert. Und dennoch machten die Mitarbeiterinnen der Telefonseelsorge immer wieder die Erfahrung, dass auch solche Menschen nach einem länger andauernden Kontakt wieder neuen Lebensmut finden können, zeigt sich die Leiterin ermutigt.

Auf die anspruchsvolle ehrenamtliche Aufgabe bereiten sich die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in einem einjährigen Ausbildungskurs mit den Schwerpunkten «Biografiearbeit», «Selbsterfahrung», «Gesprächsführung mit Hospitationsphasen am Telefon» und «Sachinformation» vor, erläuterte Pfarrerin Ehrhardt. Die Aus- und Fortbildung werde von drei hauptamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter geleitet und die Ehrenamtlichen in ihrer Arbeit fachliche begleitet. Im Jahr 2010 seien für die Telefonseelsorge Fulda 80 Menschen ehrenamtlich tätig, 34 evangelische und 46 katholische Christen. Die Telefonseelsorge setzt mit ihrer Seelsorge eine Kernkompetenz kirchlichen Handelns um und ist praktizierte christliche Nächstenliebe.

Die Telefonseelsorge Fulda wurde 1980 als eine Einrichtung des Evangelischen Kirchenkreises Fulda gegründet. Seit 1992 kooperiert auch das katholische Bistum Fulda mit der Einrichtung. (03.09.2010)

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Lesen Sie hier die Predigt von Bischof Hein im ökumenischen Festgottesdienst in Fulda: