Foto: «Sie wurden alle erfüllt von dem heiligen Geist und fingen an, zu predigen in andern Sprachen» (Apostelgeschichte 2,4). Unser Foto zeigt das Pfingst-Motiv des Altars der evangelischen Kirche in Netze im Kirchenkreis der Eder. (Foto: medio.tv/Archiv) «Sie wurden alle erfüllt von dem heiligen Geist und fingen an, zu predigen in andern Sprachen» (Apostelgeschichte 2,4). Unser Foto zeigt das Pfingst-Motiv des Altars der evangelischen Kirche in Netze im Kirchenkreis der Eder. (Foto: medio.tv/Archiv)

Gottesdienste und Gemeindefestival «Jona»
Christen feiern an Pfingsten das «Fest des Heiligen Geistes»

Kurhessen-Waldeck/Stadtallendorf (medio/epd). Am Wochenende (27./28. Mai) begehen die Christen in den Gemeinden der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck das Pfingstfest. Das «Fest des Heiligen Geistes», zu dem viele Gottesdienste angeboten werden, ist nach Weihnachten und Ostern das dritte Hauptfest des christlichen Kirchenjahres. In Erinnerung an die in der Apostelgeschichte geschilderte Ausgießung des Heiligen Geistes wird Pfingsten auch als Geburtstag der Kirche und Beginn der weltweiten Mission verstanden. 

Gemeindefestival «Jona» in Stadtallendorf unter dem Motto «Gemeinsam aufbrechen»

Ein besonderes Ereignis ist am Pfingstmontag (28.5.) das Gemeindefestival «Jona», zu dem die Landeskirche nach Stadtallendorf einlädt. «Wir wollen insbesondere Kinder, Jugendliche und Familien ansprechen», sagte der Stadtallendorfer Pfarrer Thomas Peters. Geplant ist ein Programm mit Spiel, Workshops, Musik, «Austausch und Ermutigung», so der Pfarrer.

Einzelpersonen und Gruppen aus den hessischen Gemeinden - etwa Gesprächskreise, Frauentreffs, Freundeskreise oder Jugendgruppen - können sich «gemeinsam auf den Weg» nach Stadtallendorf machen, erläuterte der Leiter des Forums Missionarische Kirche, Gottfried Bormuth. So könnten sich Christen verschiedener Gemeinden kennenlernen, so der Leiter weiter. «Gemeinsam aufbrechen» laute daher das Motto des Festivals, das erstmalig in der Landeskirche angeboten wird. «Jona» stammt aus dem Hebräischen, bedeutet «Taube» und stellt das Symbol für Pfingsten dar.

Das Festival beginnt laut Veranstaltungsankündigung um 11 Uhr und endet um 18 Uhr. Im Auftaktgottesdienst für Erwachsene in der Stadthalle, in dem Propst Helmut Wöllenstein für die Kirchenleitung ein Grußwort sprechen wird, predigt der Präses des Evangelischen Gnadauer Gemeinschaftsverbandes, Dr. Michael Diener. Für die Jugendlichen startet der Tag mit der südafrikanischen Tanz- und Theatergruppe «iThemba». Die Kinder feiern einen Gottesdienst mit Liedern, Jonglage und Mitmachtheater. Nach einer Mittagspause folgen Workshops und Seminare zu Themen wie Gospel, Partnerschaft, Glaube, Predigten oder Mentoring. Den Abschluss bildet um 16.30 Uhr in der Stadthalle ein Festival für Jung und Alt mit Musik, Theater und einem Impuls von Pfarrer Dr. Markus Rahn aus Marburg.

Anmeldungen sind nicht nötig. «Für uns ist es auch spannend, wer kommt», sagte Bormuth. Die Veranstalter rechnen mit 1.000 bis 1.500 Teilnehmern. Der Eintritt ist frei. Veranstaltungsorte des Festivals sind die Stadtkirche, die Stadthalle, eine benachbarten Schule und das Gemeindezentrum.

Stichwort «Pfingsten»

Die Bibel schildert nach Jesu Tod am Kreuz, der Auferstehung Christi und Himmelfahrt eine neue Gemeinschaft der Jünger: «Sie wurden alle erfüllt von dem Heiligen Geist und fingen an, zu predigen in anderen Sprachen», heißt es in der Apostelgeschichte. Bei dem Treffen der Jünger «sah man etwas wie Feuer, das sich zerteilte, und auf jeden von ihnen ließ sich eine Flammenzunge nieder», heißt es. Petrus rief die Menschen in seiner Pfingstpredigt dazu auf, Buße zu tun und sich auf den Namen Jesu Christi taufen zu lassen. Seiner Aufforderung folgten laut Pfingsterzählung an dem Tag rund 3.000 Menschen.

Der Name «Pfingsten» geht auf das griechische Wort «pentekoste» (der fünfzigste) zurück, weil das Pfingstfest seit etwa Ende des vierten Jahrhunderts fünfzig Tage nach Ostern gefeiert wird. Bis zum vierten Jahrhundert wurde an Pfingsten zugleich Christi Himmelfahrt gefeiert. Erst später entwickelten sich daraus zwei eigenständige Feiertage. Im Kirchenkalender endet mit Pfingsten die österliche Festzeit. (22.05.2012)

Aus der Bibel: «Das Pfingstwunder»

(nach der Apostelgeschichte des Lukas, Kapitel 2, 1 bis 12)

«Und als der Pfingsttag gekommen war, waren sie alle an einem Ort beieinander. Und es geschah plötzlich ein Brausen vom Himmel wie von einem gewaltigen Wind und erfüllte das ganze Haus, in dem sie saßen. Und es erschienen ihnen Zungen, zerteilt wie von Feuer; und er setzte sich auf einen jeden von ihnen, und sie wurden alle erfüllt von dem Heiligen Geist und fingen an zu predigen in andern Sprachen, wie der Geist ihnen gab auszusprechen.

Es wohnten aber in Jerusalem Juden, die waren gottesfürchtige Männer aus allen Völkern unter dem Himmel. Als nun dieses Brausen geschah, kam die Menge zusammen und wurde bestürzt; denn ein jeder hörte sie in seiner eigenen Sprache reden. Sie entsetzten sich aber, verwunderten sich und sprachen: Siehe, sind nicht diese alle, die da reden, aus Galiläa? Wie hören wir denn jeder seine eigene Muttersprache? Parther und Meder und Elamiter und die wir wohnen in Mesopotamien und Judäa, Kappadozien, Pontus und der Provinz Asien, Phrygien und Pamphylien, Ägypten und der Gegend von Kyrene in Libyen und Einwanderer aus Rom, Juden und Judengenossen, Kreter und Araber: wir hören sie in unsern Sprachen von den großen Taten Gottes reden.

Sie entsetzten sich aber alle und wurden ratlos und sprachen einer zu dem andern: Was will das werden? Andere aber hatten ihren Spott und sprachen: Sie sind voll von süßem Wein.»

(Quelle: Lutherbibel, Deutsche Bibelgesellschaft Stuttgart)