Gastgeber der jährlichen EKD-Begegnungstagung ist 2012 die Evangelische Kirche von Kurhessen-Waldeck. Unser Foto zeigt den Tagungsort im nordhessischen Hofgeismar. (Foto: medio.tv/Archiv)
Rats- und Begegnungstagung der EKD in Hofgeismar
Evangelische Kirche besorgt über rechtsextreme Gewalt
Hofgeismar/Carlsdorf (epd/medio). Die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) ist besorgt über rechtsextreme Gewalt und rechtsextremes Gedankengut in Deutschland. Die Aufdeckung der Mordtaten der neonazistischen Terrorgruppe NSU mit einem Unterstützerkreis sei ein Warnsignal, das nicht übersehen werden dürfe, sagte der EKD-Ratsvorsitzende Präses Dr. h. c. Nikolaus Schneider am Freitag (27.1.) am Rande der Sitzung des Rates der EKD. Bis zum Sonntag kommen die Mitglieder des Rates und die Leitenden Geistlichen der EKD-Gliedkirchen zu ihrer jährlichen Begegnungstagung zusammen. Gastgeber der Tagung 2012 ist die Evangelische Kirche von Kurhessen-Waldeck und Tagungsort das nordhessische Hofgeismar.
Am Holocaust-Gedenktag beklagte Schneider, dass neonazistisches Gedankengut in der Gesellschaft verbreitet sei. Dieser Entwicklung gelte es auf allen Ebenen energisch zu widerstehen. In diesem Zusammenhang lobte er die Arbeit der Bundesarbeitsgemeinschaft Kirche und Rechtsextremismus, von Aktion Sühnezeichen Friedensdienste und weiterer Gruppen und Initiativen, die zur Bekämpfung rechtextremistischer Tendenzen beitrügen.
In diesem Zusammenhang kritisierte der EKD-Ratsvorsitzende, dass die Bundesregierung an der sogenannten Extremismusklausel festhalten wolle. Diese Auflage, wonach Gruppen und Initiativen erklären müssen, dass sie keine extremistischen Bestrebungen haben, um staatliche Fördergelder zu bekommen, sei kontraproduktiv im Kampf gegen Rechtsradikale. Nach einem Spitzentreffen mit Kirchen, Verbänden und Initiativen gegen Rechtsextremismus am Dienstag hatten Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich (CSU) und Familienministerin Kristina Schröder (CDU) die Klausel verteidigt.
Rechtes Gedankengut gebe es auch in Kirchengemeinden, räumte Schneider ein, der auch Präses der Evangelischen Kirche im Rheinland ist. Diesem müsse mit Entschiedenheit entgegengetreten werden. «Christliche Nächstenliebe verlangt, mit Klarheit gegenüber rechtsextremistischen Haltungen jeder Art einzutreten», sagte der Theologe.
EKD-Begegnungtstagung 2012 zum Thema «Beerdigungskultur»

Am Sonntag feiern die Teilnehmer der
EKD-Begegnungstagung Gottesdienst mit Präses Schneider und Bischof Hein in der ältesten Hugenottenkirche Hessens in Carlsorf/Kirchenkreis Hofgeismar (Foto: Wikipedia)
Im Mittelpunkt der EKD-Begegnungstagung vom 27. bis 29 Januar steht das Thema «Beerdigungskultur - zwischen Pragmatismus und Verkündigung des ewigen Lebens».
Laut Tagungsgprogramm werden die Bischöfinnen, Bischöfe, Kirchenpräsidenten und Ratsmitglieder unter anderem den Friedwald im Reinhardswald und das Museum für Sepulkralkultur in Kassel besuchen. Außerdem steht ein Erfahrungsaustausch mit Fachleuten und theologischen Gesprächspartnern zum Thema auf der Tagesordnung. Dazu gehören u.a. Claus Dieter Wulf, Präsident des Bundesverbandes Deutscher Bestatter, Prof. Dr. Dietrich Korsch, Professor für Systematische Theologie an der Philipps-Universität Marburg, Prof. Dr. Reiner Sörries, Leiter des Museums für Sepulkralkultur in Kassel und Dr. Hans-Adam von Schultzendorff von der FriedWald GmbH.
Am Sonntag (29.1.) um 10 Uhr feiern die Tagungsteilnehmer in der Carlsdorfer Kirche, der ältesten Hugenottenkirche Hessens, einen Gottesdienst, in dem Bischof Prof. Dr. Martin Hein predigen wird. Der EKD-Ratsvorsitzende Schneider wird ein Grußwort sprechen, heißt es in einer Mitteilung der EKD weiter. (27.01.2012)
Linktipp:
Die Evangelische Kirche in Deutschland finden Sie im Internet unter:
www.ekd.de





