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Foto: Auf Plakaten und mit einer Kampagne im Internet und in Social Media will die evangelische Kirche Impulse zur persönlichen Auseinandersetzung geben. (Motiv: orangecube)

 Auf Plakaten und mit einer Kampagne im Internet und in Social Media will die evangelische Kirche Impulse zur persönlichen Auseinandersetzung geben. (Motiv: orangecube)

Chat zum Buß-und Bettag
«Und was passiert, wenn Gott nicht hilft»? - Bischof Hein stellt sich Fragen zum Willen Gottes

Kassel (medio). «Gott will unser Gutes», sagte Bischof Prof. Dr. Martin Hein im einstündigen «Bischofschat» mit rund 50 Teilnehmerinnen und Teilnehmern am Montagabend (20.11.) auf www.busstag.de. Der Bischof der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck (EKKW) chattete zum Thema «Um Gottes Willen» als Teil einer Themenkampagne der Landeskirche zum Buß- und Bettag. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer diskutierten über Gottes Willen für uns Menschen und darüber, wie dieser Wille sich mit dem eigenen Willen verhält. «Was passiert, wenn man Gottes Willen nicht befolgt?», war eine der grundlegenden Fragen.

2017-11-20
Auch aktuelle weltliche Themen wurden im Chat beleuchtet. Ganz konkret der Abbruch der Sondierungsgespräche für ein mögliches Jamaika-Bündnis durch die FDP. Einige Chattern quittierten dieses Ereignis mit dem spontanen Ausspruch «Um Gottes Willen». Die Chatterin «Wilma» wagte die Vermutung «Vielleicht war Gott der Meinung, die Menschen müssten weiter miteinander reden». «Benni» entgegnete: «Es klingt für mich nach echter Demokratie... auch wenn es gerade weh tut!» Bischof Hein erklärte: «Politik ist nicht dazu da, Gottes Willen zu vollstrecken, aber es ist gut, wenn Politikerinnen und Politiker nach Gottes Willen fragen»

Im Verlauf des Chats kam auch die Frage auf, was Gottes Wille überhaupt ist und ob Gott überhaupt einen Willen hat. «Anna Maria» wagte die Behauptung: «Er hat uns auf die Welt gesetzt und nun sind wir für uns verantwortlich.» Sie beklagte weiter: «Er hilft uns nicht! So vielen Menschen geht es schlecht durch Krankheit, Armut, Krieg.» Bischof Hein entgegnete: «Gott will, dass wir uns anrühren lassen vom Leid anderer. Aber ich glaube nicht, dass er es uns bewusst zufügt!» Er erklärte weiter, dass es in der Bibel auch Geschichten gibt, die davon erzählen, dass Gott auch Taten bereut, z.B. nach der Sintflutgeschichte. «Gott ist paradox. Er lässt sich nicht mit unseren Maßstäben verstehen», äußerte der Chatter «chi».

Immer wieder drehte sich der Chat um die Frage, wie Gott in das eigene Leben eingreift. «MonaLisa» fragte:  «Vielleicht hat Gott etwas anderes für mich vor, als ich mir wünsche? Woher soll ich das wissen?» Der Bischof offenbarte, wie er mit einer solchen Situation umgeht: «Ich persönlich bete darum, dass Gott mich wissen oder spüren lässt, welches sein Wille in einer bestimmten Situation ist». Hier fragte die Chatterin «Wilma» nach: «Haben sie schon mal Gott gespürt, Herr Bischof?». - «Wenn mir in einer undurchsichtigen Lage «ein Licht aufgeht», dann ahne ich: hier ist Gott gegenwärtig», verriet Hein. Er erzählte den Chattern daraufhin, dass er damals sein Jurastudium abgebrochen habe, um ein Theologiestudium zu beginnen. «Ich wollte eigentlich kein Pfarrer werden, sondern mich wissenschaftlich betätigen. Und irgendwann wurde mir klar: du musst Pfarrer werden. Das habe ich für mich als Gottes Willen verstanden.»

Manche Chatter haderten mit Gott und fragten: «Was ist, wenn Gott mein Gebet nicht erhört? Bischof Hein erzählte: «Ich finde, das ist wie bei der Liebe: Da gibt es auch Erschütterungen, Zweifel, Enttäuschungen. Aber deshalb geben wir doch nicht gleich auf, oder?». Und er machte der Chattergemeinde Mut: «Ich habe erlebt und erlebe es immer wieder: Der Wille Gottes ist nicht dauernd das Gegenteil von dem, was ich mir vorstelle und das macht mich glücklich! Deshalb versuche ich, Gott zu vertrauen.» Mit einem spontan formulierten Segen verabschiedete sich der Bischof um 21 Uhr von den Chattern: «Der dreieinige Gott segne uns alle! Er lasse uns seinen Willen für uns und für die Welt erkennen! Er schenke uns die Kraft, nach seinem Willen zu handeln. Amen»

Gute Resonanz und Einladung zum nächsten Chat im Frühjahr 2018

Der Moderator des Chats und Leiter des Medienhauses der Landeskirche, Pfarrer Christian Fischer, zeigte sich erfreut von der sehr guten Resonanz auf das Gesprächsangebot und die konzentrierte Diskussion: «Wir haben diesmal mit dem Motto «Um Gottes Willen» ein schwieriges Thema gewählt. Aber das große Interesse zeigt, dass viele Menschen nach Antworten in ihrem Leben suchen, die weit über unsere Welt hinausgehen.» Der Chat habe wieder einmal die Chance geboten, ganz ehrlich mit dem Bischof zu reden, ohne große Hürden, betonte Fischer, der die Internetnutzer zum nächsten «Bischofschat» im Frühjahr 2018 einlud. Das Thema und das genaue Datum sind dann auf www.ekkw.de zu erfahren. 

Gottesdienste, busstag.de und SocialMedia

Der Chat war Teil der Themenkampagne zum Buß-und Bettag mit dem Motto «Um Gottes Willen». Auf der Internetseite www.busstag.de können die User Wünsche und Klagen aufschreiben und Gebete anderer teilen. Und man kann sich selbst die Frage stellen: «Wann war ich zum letzten Mal in einer Kirche, um Gottes Nähe zu spüren?». 1.900 Gottesdienste zum Buß- und Bettag, die am 22. November 2017 überall in Deutschland angeboten werden, sind mittlerweile auf der Website eingetragen worden. Über die Suchfunktion können Gottesdienste nach Postleitzahl oder auch nach Orten gesucht werden. Auf www.facebook.com/busstag wurden seit Beginn der Kampagne Mitte Oktober über 35.000 Menschen erreicht und 1.000 neue «Gefällt mir»-Angaben gewonnen. Interessierte können außerdem auf www.instagram.de (@busstag) und www.twitter.com/busstag das Thema diskutieren und mitgestalten.


Themenkampagnen zum Buß- und Bettag seit 1996

Die Evangelische Kirche von Kurhessen-Waldeck bewirbt mit ungewöhnlichen Ideen bereits seit 1996 den Buß- und Bettag und nimmt damit eine Vorreiterrolle in Deutschland ein. Sie will mit den Kampagnen auch Menschen ansprechen, die sich sonst keine Gedanken zum Buß- und Bettag machen. An der Aktion sind mittlerweile auch weitere Landeskirchen beteiligt. Entwickelt und durchgeführt wurde die Internetkampagne von der landeskirchlichen Medienagentur medio GmbH. (20.11.2017)

Kanzelabkündigung:

Lesen Sie hier die Kanzelabkündigung von Bischof Martin Hein, die in den Gottesdiensten am Buß- und Bettag verlesen wird:

PDF-Dokument

Internetradio:

Hören Sie hier einen Beitrag zur Buß- und Bettagskampagne von medio-Reporter Torsten Scheuermann:

Anhören...

Linktipp:

Die Internetseite zur Kampagne 2017 der evangelischen Kirche zum Buß- und Bettag finden Sie unter:

busstag.de

SocialMedia:

Interessierte können in den Social Media-Kanälen Facebook, Instagram und Twitter (@busstag) das Thema diskutieren und mitgestalten:

facebook.com/busstag
instagram.com
twitter.com/busstag

Gottesdienste:

Zum Buß- und Bettag werden am 22. November viele Gottesdienste und Veranstaltungen angeboten. Der ekkw.de-Kalender gibt einen Überblick und dort können Sie auch selbst Termine veröffentlichen. (Bitte Rubrik am Ende des Formulars markieren!):

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Internetradio:

Auch im Hörfunk machen die Kirchen auf den Buß- und Bettag aufmerksam mit einem Werbespot bei Hit Radio FFH:

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