Foto: Tagte im Kloster Haydau: Die Landessynode der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck. Unser Foto zeigt die Orangerie des Klosters, die als Synodalsaal genutzt wird. (alle Fotos: medio.tv/Schauderna) Tagte im Kloster Haydau: Die Landessynode der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck. Unser Foto zeigt die Orangerie des Klosters, die als Synodalsaal genutzt wird. (alle Fotos: medio.tv/Schauderna)

Personal, Beihilfe zur Selbsstötung, Volkskirche und Lage der Christen weltweit
Frühjahrstagung der Landessynode im Kloster Haydau

Morschen (medio). Die 12. Landessynode der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck trat vom 23. April 2015 zu ihrer 11. Tagung im Kloster Haydau in Morschen im Kirchenkreis Melsungen zusammen.

Informieren Sie sich hier über die Tagung:

Internetradio:

medio-Reporter Siegfried Krückeberg sprach mit Mitgliedern der Synode über das Thema
Ehrenamt und darüber, wie die Volkskirche in Zukunft aussehen soll.

Anhören...

Abkehr von der Wachstumsideologie
Prälatin Natt: Auf Gott hören und Menschen begleiten sind Grundaufgaben der Kirche

Morschen (medio). Die Prälatin der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck, Marita Natt, hat in ihrem Personalbericht vor der Landessynode einen grundlegenden gesellschaftlichen Wandel im Umgang mit Religion analysiert und daraus Konsequenzen gezogen. Die Prälatin bezog sich dabei auf die Ergebnisse der neuesten EKD-Mitgliedschaftsuntersuchung. Diese zeige, dass Kirchenaustritte nicht vorwiegend finanziell bedingt und auch keine Reaktion auf schlechte Dienstleistungen seien. Vielmehr könnten viele Menschen laut Studie mit Religion «nichts mehr anfangen, oder sind der Meinung, die Kirche passe nicht mehr in unsere moderne Gesellschaft.»

Natt kritisierte in diesem Zusammenhang das EKD-Reformpapier «Kirche der Freiheit» aus dem Jahr 2006, das in einer «Sprache der Wirtschaft» für die evangelische Kirche ein «Wachstum gegen den Trend» gefordert hatte. Prälatin Natt wörtlich: «Mit dem Hauptziel 'Wachsen gegen den Trend' wurde eine Wachstumsideologie unreflektiert auf die Kirche angewendet.» Allerdings könnten Qualitätsoffensiven oder unternehmerisches Handeln weitere Austritt kaum verhindern. Es gelte vielmehr einerseits darauf zu hören, «was Gott uns sagen will» und andererseits darum, Menschen zu begleiten, so Natt. (23.04.2015)

mehr lesen & kommentieren

Im Wortlaut:

Lesen Sie hier den Bericht von Prälatin Natt im Wortlaut:

PDF-Dokument

Nachgefragt:

Prälatin Marita Natt im medio-Interview zum Personalbericht:

weiter...

Landessynode appelliert an Abgeordnete des Deutschen Bundestages
Stellungnahme zur Beihilfe zur Selbsttötung verabschiedet

Morschen (medio). In einer am Freitagnachmittag (24.4.) verabschiedeten Stellungnahme zur Beihilfe zur Selbsttötung hat sich die Landessynode der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck an die Abgeordneten des Deutschen Bundestages gewendet. Die Synodalen bitten darum, kommerzielle und geschäftsmäßige Beihilfe zur Selbsttötung zu verbieten und auf weitergehende gesetzliche Regelungen zur Sache zu verzichten. Hintergrund sind die anstehenden parlamentarischen Beratungen zu einer möglichen rechtlichen Regelung der Beihilfe, teilte die Pressestelle der Landeskirche mit.

Die Synodalen bitten die Abgeordneten weiter, die Begleitung Sterbender und ihrer Angehörigen durch Seelsorge, Palliativversorgung und Hospizarbeit so auszubauen, dass Menschen die Selbsttötung nicht als letzten Ausweg sehen müssen, heißt es in dem Papier. Außerdem solle eine vertiefte öffentliche Debatte über die Bedingungen und Grenzen menschlicher Selbstbestimmung gefördert werden. (24.04.2015)

mehr lesen & kommentieren

Nachgefragt:

Bischof Martin Hein im medio-Interview zum Thema Volkskirche und warum die Beschäftigung mit der Beihilfe zur Selbsttötung zurzeit so drängend ist:

weiter...

Erklärung zur Situation verfolgter Christen
Landessynode verurteilt Christenverfolgung weltweit und fordert mehr Einsatz für Religionsfreiheit

Morschen (medio). Die Landessynode der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck hat am Samstag (25.4.) eine Erklärung verabschiedet, mit der sie sich für verfolgte Christen einsetzt. Sie stellt fest: «Der Einsatz für die bedrängten und verfolgten Christen ist für die Evangelische Kirche von Kurhessen-Waldeck Teil ihres Eintretens für Religionsfreiheit für alle Menschen – bei uns und weltweit», heißt es in der Erklärung.

In ihrer Erklärung verurteilt die Synode die Bedrohung und Verfolgung von Christinnen und Christen weltweit und stellt sich in ihrer Fürbitte an die Seite der bedrängten und verfolgten Glaubensgeschwister. Von den politisch Verantwortlichen fordert sie, sich noch nachdrücklicher für die Religionsfreiheit in den betroffenen Ländern einzusetzen. Immer mehr Christen seien gezwungen, aufgrund von Verfolgungen ihre Heimatländer zu verlassen. Zu diesen Ländern gehörten auch die des Vorderen Orients, in denen das Christentum entstanden sei und über zwei Jahrtausende die Geschichte und Kultur mitgeprägt habe. (25.04.2015)

mehr lesen & kommentieren

Vorbereitung auf Herbsttagung
Landessynode diskutiert zukünftige Gestalt der Volkskirche

Morschen (medio/epd). Die 93 Mitglieder der Landessynode der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck haben sich am Freitag (24.4.) mit der Zukunft der Kirche als Volkskirche befasst. Dabei wurden während eines Studientages in sechs Arbeitsgruppen der Begriff der Gemeinde, das Verständnis der Ämter sowie das Verhältnis Kirche und Öffentlichkeit diskutiert. Die Auseinandersetzung diente vor allem der Vorbereitung auf die Herbsttagung der Landessynode, auf der über Einsparungen entschieden werden soll. (23.04.2015)

mehr lesen & kommentieren

Nachgefragt:

Bischof Martin Hein im medio-Interview zum Thema Volkskirche und warum die Beschäftigung mit der Beihilfe zur Selbsttötung zurzeit so drängend ist:

weiter...

Eröffnung der Frühjahrstagung
Präses Schulze: Es geht darum, zum «Mund der Stummen» zu werden

Morschen (medio). Zur Eröffnung der Frühjahrstagung der Landessynode stellte Präses Schulze fest, die Synodaltagung richte ihren Blick «auch hinaus in die weite Welt». Die Frage der zunehmenden Bedrohung und Verfolgung der Christen, insbesondere in Ländern des Nahen Ostens, ziehe sich als roter Faden durch die Frühjahrstagung: Man beginne mit einem Gedenkgottesdienst angesichts des Völkermordes an den Armeniern vor 100 Jahren, beteilige sich am 24. April um 17.00 Uhr am Gedenkläuten, beschäftige sich mit einem Vortrag zur gegenwärtigen Lage und der jüngeren Geschichte der orientalischen Christen, und man begrüße am Samstag den Ehemann und die Tochter der zum Tode verurteilten pakistanischen Christin Asia Bibi. 

Schulze betonte: «Es geht jetzt auch darum, dass wir das Schicksal der verfolgten und bedrängten Glaubensgeschwister wenigstens in unserer Synode öffentlich thematisieren und insofern zum «Mund der Stummen» werden.» (23.04.2015)

mehr lesen & kommentieren

Nachgefragt:

Präses Rudolf Schulze im medio-Interview zu den Schwerpunkten der Frühjahrstagung:

weiter...

medio-Interview
Vizepräsident Knöppel: Unabhängiges Amt für Revision soll Landeskirche bei künftigen Entscheidungen beraten

Morschen (medio). Der Vizepräsident der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck, Dr. Volker Knöppel, hat in einem Gespräch mit der landeskirchlichen Medienagentur «medio» die Gesetzesvorhaben zur Finanzzuweisung an Kirchengemeinden, Kirchenkreise etc. sowie die weiteren auf der Frühjahrssynode zur Beratung anstehenden Kirchengesetze erläutert. Unter anderem werde die Landeskirche das Rechnungsprüfungsamt durch ein «Amt für Revision» ersetzen und diesem eine neue Rolle geben. Es gelte, demnächst nicht nur in die Vergangenheit zu prüfen, sondern auch verstärkt in die Zukunft zu schauen. Das Amt für Revision solle unabhängig arbeiten und die Landeskirche bei künftigen Entscheidungen beraten, so Knöppel. Lesen Sie hier das Interview im Wortlaut. (23.04.2015)

mehr lesen & kommentieren

Nachgefragt:

Vizepräsident Dr. Volker Knöppel im medio-Interview zum Kirchengesetz über das Haushalts- und Rechnungswesen und das neue Amt für Revision:

weiter...

Landessynode nimmt Beratungen auf - Eröffnung im Kloster Haydau
Bischof Hein zum Völkermord: Nur Wahrheit ermöglicht Versöhnung

Morschen (medio) Mit einem Gottesdienst in der Klosterkirche hat die Frühjahrstagung der Landessynode der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck im Kloster Haydau in Morschen (Kirchenkreis Melsungen) begonnen. In seiner Predigt erinnerte Bischof Hein an den Völkermord an den Armeniern vor 100 Jahren, teilte die Pressestelle der Landeskirche mit. Im Zuge der Vernichtungsaktionen des osmanischen Reiches hätten 1,5 Mio. Armenier und andere christliche Minderheiten ihr Leben verloren, so der Bischof. Viele Spuren christlicher Kultur in der Türkei seien beseitigt worden.

Hein kritisierte, dass Deutschland nicht nur damals zu dem Verbrechen geschwiegen habe, sondern auch heute aus Rücksichtnahme davor zurückschrecke, das Geschehene als Völkermord zu bezeichnen. Von der Türkei wünsche er sich die Bereitschaft, sich ernsthaft mit den Schattenseiten der eigenen Geschichte auseinanderzusetzen. Es sei wichtig, «dafür einzutreten, dass endlich die Wahrheit zur Geltung kommt, die allein Versöhnung ermöglicht.» (23.04.2015)

mehr lesen & kommentieren

Im Wortlaut:

Lesen Sie hier die Predigt von Bischof Martin Hein im Eröffnungsgottesdienst im Wortlaut:

PDF-Dokument