Foto: Drei Tage lang zog der Gospel die Menschen in der Documenta-Stadt in seinen Bann. Unser Foto zeigt die Bühne auf dem Königsplatz während des Abschlussgottesdienstes. (Foto: medio.tv/Socher) Drei Tage lang zog der Gospel die Menschen in der Documenta-Stadt in seinen Bann. Unser Foto zeigt die Bühne auf dem Königsplatz während des Abschlussgottesdienstes. (Foto: medio.tv/Socher)

Abschluss mit Festivalgottesdienst auf dem Kasseler Königsplatz
Gospelkirchentag begeisterte tausende von Menschen

Kassel (medio/epd). Mit einem Festivalgottesdienst ist am Sonntagnachmittag der 7. Internationale Gospelkirchentag in Kassel zu Ende gegangen. Seit Freitag erlebten tausende begeisterte Menschen in der Documenta-Stadt Gospel-Atmosphäre pur. Bei dem Festival waren rund 6.000 Mitwirkende aus 15 Ländern dabei, um zu singen und sich in Workshops weiterzubilden. Zu den Veranstaltungen, die vielfach öffentlich und kostenlos waren, kamen laut Veranstalterangaben rund 45.000 Besucher.

Festivalgottesdienst mit Bischof Hein und Kirchenpräsident Jung

In seiner Predigt rief Bischof Martin Hein dazu auf, die Augen vor den vielen Nöten in der Welt nicht zu verschließen. «Weil wir Gospels singen, weil wir von der Kraft Gottes überzeugt sind, müssen wir die Augen öffnen», sagte er in Anspielung auf den Text des Gospels «Amazing Grace», worin dessen Dichter John Newton beschreibt, wie er durch die Gnade Gottes von einem «Blinden» zu einem «Sehenden» wurde.

Blind sei auch, wer sich gegen Menschen absperre, die aus den Kriegsgebieten in Syrien, im Irak oder aus dem Libanon nach Deutschland kommen wollten, so Hein weiter. Er rief die Besucher dazu auf, alles in ihrer Macht stehende zu tun, um die Erde lebenswerter zu machen. «Nur wer sich wirklich vom Leid der Welt anrühren lässt, darf aus vollem Herzen Gospel singen», sagte er.

Der Kirchenpräsident der Evangelischen Kirche von Hessen und Nassau, Volker Jung, wies darauf hin, dass die ersten Spirituals und Gospels von Sklaven mit der tiefen Hoffnung auf Befreiung gesungen wurden, wie sie in der Bibel verheißen wird. Gospelmusik sei heute eine «wichtige Klangfarbe in der Kirche», sagte er.

An dem Gottesdienst war auch der Bischof der Evangelisch-lutherischen Landeskirche in Braunschweig, Christoph Meyns, beteiligt, dessen Landeskirche den 8. Gospelkirchentag im Jahr 2016 in Braunschweig ausrichten wird. Weitere Gäste waren u.a. die Landeskirchenmusikdirektorin (LKMD) der EKHN, Christa Kirschbaum, der Landeskirchenmusikdirektor der EKKW, Uwe Maibaum, und Dekanin Barbara Henrich vom Evangelischen Stadtkirchenkreis Kassel. 

Während des Gottesdienstes stimmten die Besucher mehrere Gospellieder an, die sie am Samstag- und Sonntagvormittag gemeinsam in einem «Mass Choir Workshop» in den Kasseler Messehallen geprobt hatten.

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«Ökumenische Gospelnacht» in Kassels Kirchen

Am Freitagabend (19.9.) konnten die Besucherinnen und Besucher des Gospelfestivals ab 20:30 Uhr bei der «Ökumenischen Gospelnacht» in 25 Kirchen und an anderen Veranstaltungsorten in Kassel Gospelfeeling pur erleben. An der Gospelnacht waren über 100 Gospelchöre aus der Region, Deutschland und dem benachbarten Ausland beteiligt. Eingeladen hatten seitens der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen in Kassel die evangelische Dekanin Barbara Heinrich und der katholische Dechant Harald Fischer.

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Liveprogramm auf fünf Bühnen in der Innenstadt

Am Samstag (20.9.) gab es von 10.30 bis 20.00 Uhr in der Kasseler Innenstadt auf fünf Bühnen Live-Auftritte von Gospelchören aus dem In- und Ausland. Eine Regional-Bühne befand sich eigens auf dem Opernplatz, auf der acht Chöre aus Hessen sangen. Weitere Bühnen standen auf dem Königsplatz, auf der Treppenstraße, in der Jugendkulturkirche (Lutherplatz) und in der Karlskirche (Karlsplatz).

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Welturaufführung des Musicals «Amazing Grace»

Am Samstagabend (20.9.) konnten Gospelfans die Welturaufführung des Musicals «Amazing Grace» in der Kasseler Rothenbach-Halle erleben. Das Werk von Tore W. Aas («Oslo Gospel Choir») und Journalist Andreas Malessa (SWR 2, hr2, DeutschlandRadio Kultur) erzählt in bewegenden Balladen und mitreißenden Gospelsongs die Geschichte des bekannten Liedes und seines Textdichters, des britischen Sklavenkapitäns und späteren anglikanischen Pastors John Newton. Neben einem beeindruckenden 300-köpfigen Chor wirkten in den Hauptrollen Arne Stephan («Gute Zeiten, schlechte Zeiten») und Lucy Scherer («Sturm der Liebe») mit.

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«Mass Choir Workshop» zentraler Treffpunkt für Dauerteilnehmer

Der «Mass Choir Workshop» am Samstag- und Sonntagvormittag war das Herzstück des Gospelkirchentages für die Dauerteilnehmerinnen und -teilnehmer. Die 6.000 aktiven Sängerinnen und Sänger studierten unter der Leitung von Hans Christian Jochimsen und Malcolm Chambers neue Songs ein und bereiteten sich auf den Festivalgottesdienst am Sonntagnachmittag vor.

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«Gospelday» für eine gerechtere Welt

Beim «Gospelday» am Samstag (20.9.) erhoben viele Menschen auf dem Kasseler Königsplatz und zeitgleich in der Kasseler Rothenbach-Halle ihre Stimme für eine gerechtere Welt. Die Aktion war die Zentralveranstaltung eines bundesweiten  Choraktionstags gegen Hunger, Armut und Unterdrückung, bei dem viele Chöre mit dem Song «Amazing Grace» ein Zeichen setzten.

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Workshops zum Lernen und Ausprobieren

Rund 45 Workshops rund um das Thema Gospel standen am Samstag den Mitwirkenden des Gospelkirchentages offen. Dabei konnten sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer ausprobieren und von erfahrenen Dozenten Impulse für die eigene Chorarbeit mit nach Hause nehmen.

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Empfang im Kasseler Rathaus

Am Eröffnungstag des Gospelkirchentages (19.9.) luden die Evangelische Kirche von Kurhessen-Waldeck und die Stadt Kassel zu einem Empfang ins Kasseler Rathaus ein. Oberbürgermeister Hilgen und Bischof Hein begrüßten dabei Gäste aus Kirche, Kultur und Politik.

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Eröffnung am Freitag auf dem Königsplatz

Mit einer zentralen Eröffnungsfeier wurde der 7. Internationale Gospelkirchentag am Freitag (19.9.)auf dem Kasseler Königsplatz gestartet. Bischof Prof. Dr. Martin Hein sagte bei der Eröffnung, dass Gospelgesänge Vertrauen und Freude an Gott vermittelten. Gospelmusik könne begeistern und das zeige sich auch an der Kirchentagsstimmung, die in Kassel spürbar sei. Oberbürgermeister Bertram Hilgen (SPD) zeigte sich hoffnungsvoll, dass Kassel am 3. Septemberwochenende zum «Zentrum der musikalischen Botschaft des Evangeliums» werde. Gospelmusik stehe für Lebensfreude und Emotionen und begeistere die Menschen. An der Eröffnungsveranstaltung nahmen auch der Hessische Kultusminister Prof. Dr. Alexander Lorz und die Landeskirchenmusikdirektorin Christa Kirschbaum von der EKHN teil.

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Stichwort «Gospelkirchentag»

Das größte Gospelfestival Deutschlands findet seit 2002 alle zwei Jahre statt und bringt internationale Gospelstars, Amateure, Gospelchöre und Musikbegeisterte an drei Tagen zusammen. Bisherige Stationen des Gospelkirchentags waren Essen (2002), Bochum (2004), Düsseldorf (2006), Hannover (2008), Karlsruhe (2010) und Dortmund (2012). Nach Kassel (2014) wird der Gospelkirchentag in Braunschweig (2016) stattfinden. (21.09.2014)

Im Wortlaut:

Lesen Sie hier die Predigt von Bischof Martin Hein beim Festivalgottesdienst am 21.9.2014 im Wortlaut:

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Internetradio:

Wie war die Stimmung in Kassel und was sagen die Veranstalter zum Gospelkirchentag? medio-Reporter Torsten Scheuermann hat sich umgehört:

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Hier finden Sie den ekkw.de-Themenschwerpunkt rund um den Gospelkirchentag und die Gospelmusik:

Zum Thema...

Linktipp:

Weitere Informationen zum Gospelkirchentag in Kassel finden Sie im Internet unter:

gospelkirchentag.de