Landessynode verabschiedet Resolution zur «Solidarität mit Flüchtlingen»

Morschen (medio). Die Landessynode hat auf ihrer Herbsttagung in Morschen am Mittwoch eine Resolution zur «Solidarität mit Flüchtlingen» verabschiedet. Darin dankt sie allen Kirchengemeinden und Initiativen für deren Engagement für Flüchtlinge und bittet diese, «sich auch weiterhin gegen Diskriminierung und Rassismus und für Beteiligungsmöglichkeiten von geflüchteten Menschen in der Gesellschaft einzusetzen.»

Des Weiteren bittet die Landessynode den Bischof der Landeskirche und den Rat der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) sich dafür einzusetzen, dass die Seenotrettung «Mare Nostrum» wieder aufgenommen wird und legale Zugangswege nach Europa eröffnet werden, damit sich «Menschen nicht in die Hände von Schleppern und auf lebensgefährliche Wege nach Europa begeben müssen.»

An die Hessische Landesregierung gerichtet, heißt es in der Resolution: «Die Landessynode bittet die Hessische Landesregierung, weiterhin für eine Unterstützung der Landkreise und Kommunen bei der Unterbringung und Betreuung von Flüchtlingen zu sorgen.» (26.11.2014)

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Bericht von Diakoniedezernent Rühl
Themen des Diakonie-Berichts: Flüchtlinge, Kirchenasyl und Armutsprojekte

Morschen (medio). In seinem Diakonie-Bericht vor der Landessynode der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck ging Diakoniedezernent Landeskirchenrat Horst Rühl, zugleich Theologischer Vorstand der Diakonie Hessen, auf die aktuellen Fragen der Flüchtlingsarbeit ein. Aufgrund stetig steigender Flüchtlingszahlen stehe die Flüchtlingsarbeit der beiden Evangelischen Kirchen in Hessen und der Diakonie Hessen vor neuen Herausforderungen. In Hessen seien im letzten Jahr ca. 8.700 Menschen aufgenommen worden, in diesem Jahr rechne das Regierungspräsidium in Darmstadt mit mehr als 10.000 Flüchtlingen, die untergebracht werden müssten, so Rühl.


Landessynode beschließt Stärkung der Flüchtlingsarbeit

Aufgrund des weiterhin wachsenden Bedarfs an professioneller Begleitung und rechtlicher Beratung der Flüchtlinge (bedingt durch die Dublin-Verordnung II und III) hat die Landessynode beschlossen, die Beteiligung am Rechtshilfefonds der Diakonie Hessen im laufenden Jahr um 20.000 Euro aufzustocken. Im Jahr 2015 soll die Beteiligung 30.000 Euro und in den Jahren 2016 bis 2019 mit 35.000 Euro betragen. Mit dieser Entscheidung werde die Chance für viele Flüchtlinge auf ein geordnetes Asylverfahren in Deutschland deutlich erhöht und damit auch die Möglichkeit, ihren Rechtsansprüchen Geltung zu verschaffen. (26.11.2014)

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Im Wortlaut:

Lesen Sie hier den Bericht von Landeskirchenrat Horst Rühl im Wortlaut:

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Landeskirchenrat Horst Rühl im Interview zum Finanzbericht. Das Interview führte medio!-Reporter Torsten Scheuermann:

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Landessynode hebt Altersgrenze für die Wählbarkeit in den Kirchenvorstand auf

Morschen (medio). In einer geheimen Abstimmung hat sich die Landessyonode auf ihrer Tagung im nordhessischen Morschen am Dienstagnachmittag für eine Aufhebung der Altersgrenze für die Wählbarkeit in den Kirchenvorstand entschieden. Der Gesetztesentwurf zur Änderung der Grundordnung der Landeskirche, die bisher die Wählbarkeit von Gemeindegliedern vorsah, die zur Zeit der Wahl das 70. Lebensjahr noch nicht vollendet haben, wurde am Montag und Dienstag beraten.

Bei der heutigen Abstimmung stimmten von den 93 stimmberechtigten Synodalen 68 für die Änderung, 19 stimmten mit Nein. Die erforderliche 2/3-Mehrheit (62 Stimmen), die für die Annahme des Gesetztes notwendig ist, wurde somit erreicht.

Präses Rudolf Schulze sagte in einer ersten Stellungnahme nach der Abstimmung  gegenüber der landeskirchlichen Medienagentur «medio!»: «Ich bin erleichtert über das klare Ergebnis dieser Abstimmung. Das bedeutet für die Landeskirche, dass wir nach außen das Signal senden: Die Mitarbeit aller Generationen ist uns wichtig, auch gerade der Älteren, die in unserer Kirche mitwirken wollen. Das kann motivieren und zeigt den Reichtum unserer Landeskirche an vielen Talenten, jungen und alten.» (25.11.2014)

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Finanzbericht vor der Landessynode
Vizepräsident Knöppel: In finanziell guten Jahren mit Augenmaß die notwendige Vorsorge treffen

Morschen (medio). Der Vizepräsident der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck hat am Dienstagvormittag auf der Herbsttagung der Landessynode seinen Finanzbericht vorgelegt. Darin dankte Knöppel ausdrücklich allen Gemeindemitgliedern für die Entrichtung der Kirchensteuer und ihre damit verbundene Treue zu ihrer Landeskirche: «Die Kirchensteuereinnahmen verschaffen unserer Landeskirche die finanzielle Grundlage für die Erfüllung unseres Auftrags», sagte der Vizepräsident vor den Synodalen.


Positive Entwicklung der Kirchensteuereinnahmen

Dr. Knöppel eröffnete seinen Bericht mit einem Überblick über die aktuelle Wirtschafts- und Konjunkturlage in Deutschland und der Welt, vor dem Hintergrund der zunehmenden geopolitischen Krisen und der Gefahr einer Rezession in Europa. Trotz der eingetrübten Konjunkturaussichten und der Sorge vor einer Rezession sei die aktuelle Steuerentwicklung noch gut: «Derzeit sprudeln die Steuerquellen in Bund und Ländern, auch bei den Kirchen.» Insgesamt seien im letzten Jahr die Kirchensteuereinnahmen um 6,3 Prozent auf rund 156,9 Mio. Euro gestiegen, ohne Berücksichtigung der Rückzahlungsverpflichtung im EKD-weiten Clearingverfahren. Damit liege die Evangelische Kirche von Kurhessen-Waldeck mit einem Pro-Kopf-Kirchensteueraufkommen von 178,12 Euro im Jahr 2013 im Vergleich der 20 EKD-Landeskirchen auf dem 13. Platz. Entgegen dem bundesweiten Trend sei bei der Kircheneinkommenssteuer derzeit immer noch ein leichtes Minus im Vergleich zu 2013 zu verzeichnen. Von einer ähnlichen Entwicklung sei auch für das Jahr 2015 auszugehen, so Knöppel. (25.11.2014)

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Lesen Sie hier den Bericht von Vizepräsident Dr. Volker Knöppel im Wortlaut:

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Bischofsbericht fragt nach der Zukunft der Volkskirche
Bischof Hein stellt «Verbindliche Volkskirche» in den Mittelpunkt

Morschen (medio). In seinem Bericht «Verbindliche Volkskirche» vor der Landessynode der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck in Altmorschen befasste sich Bischof Prof. Dr. Martin Hein heute mit der Frage, wie die evangelische Kirche künftig Volkskirche sein und bleiben könne. Hein griff damit den Auftrag auf, den sich die Synode mit der Vorlage «Volkskirche qualitativ weiterzuentwickeln» im Herbst 2013 gestellt hatte.

Bischof Hein beschrieb zu Beginn seines Berichts, wie die Kirche durch demographische Entwicklungen und den gesellschaftlichen Wandel in Bewegung gerate. Die Rolle der Kirche in der Gesellschaft verändere sich und sowohl die Kirche als auch der Glaube verlören an Plausibilität für das gesellschaftliche und persönliche Leben, so der Bischof. Konfessionslosigkeit sei längst kein Makel mehr, sondern werde zur gesellschaftlichen Normalität. «Das Ende der Selbstverständlichkeiten ist erreicht», stellte der Bischof pointiert fest: «Unsere evangelische Kirche tritt immer mehr als Organisation einer partikularen gesellschaftlichen Gruppe in Erscheinung.» (24.11.2014)

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Lesen Sie hier den Bericht von Bischof Prof. Dr. Martin Hein im Wortlaut:

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Prof. Dr. Martin Hein im Interview zum Bischofsbericht. Das Interview führte medio!-Reporter Torsten Scheuermann:

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Zum Leitmotto der 12. KLandessynode «Salz der Erde – Licht der Welt»
Staatsminister Roth lehnt radikalen Pazifismus ab - Rede vor Landessynode

Morschen (epd). Nach Ansicht des Staatsministers im Auswärtigen Amt, Michael Roth (SPD), muss Deutschland mehr Verantwortung in der Welt übernehmen. Dies gehe aber nur, wenn das Land als ein Spieler in einem gesamteuropäischen System auftrete, sagte Roth am Montagabend im nordhessischen Morschen vor der Synode der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck. «Die Europäische Union ist Deutschlands wichtigstes außen- und sicherheitspolitisches Instrument.»

Der in Heringen an der Werra geborene Roth, der selbst Mitglied der Landessynode ist, wandte sich in seinem Vortrag mit dem Titel «Wege zum gerechten Frieden? Politik für Europa und die Welt in christlicher Verantwortung» deutlich gegen einen radikalen Pazifismus. Die Verantwortung für den Frieden könne im äußersten Notfall auch Waffengewalt mit einschließen, sagte er. Dies sei auch völkerrechtlich anerkannt. (24.11.2014)

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Im Wortlaut:

Lesen Sie hier den Vortrag von Staatsminister Michael Roth im Wortlaut:

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Landessynode nimmt Beratungen auf
Präses Schulze: Vertrauen auf die Kräfte des Geistes, der Vernunft und des Friedens setzen

Morschen (medio). In seinen Eröffnungsworten zur Herbsttagung der Landessynode nahm Präses Rudolf Schulze Bezug auf die dramatische Zuspitzung weltpolitischer Konflikte und Auseinandersetzungen: «Die Annexion der Krim und der Krieg im Osten der Ukraine beunruhigen uns. Zugleich sind wir entsetzt über die Bilder und Nachrichten, die uns aus Syrien und dem Nordirak erreichen. Nicht weniger entsetzlich sind die Nachrichten von der Terrortyrannei in Nigeria und dazu die nicht endende Gewalt im Heiligen Land und die wahnwitzige Aufladung vieler dieser Konflikte durch Religionen. (24.11.2014)

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Gottesdienst im Kloster Haydau
Prälatin Natt: Am Netz einer einladenden Kirche knüpfen

Morschen (medio). Inspiriert von zwei Kirchenfenstern in der Klosterkirche Altmorschen war das Gleichnis vom Fischfang Zentrum der Predigt von Prälatin Marita Natt im Gottesdienst zur Eröffnung der Herbsttagung. Das Gleichnis berichte, dass zunächst alle Fische mit einem engmaschigen Netz gefangen würden, dann aber der Fang aussortiert werde. Das Gleichnis lehre, dass letztlich nicht die Menge der Fische, sondern die Qualität vor Gott Bedeutung habe. Natt merkte an, dies sei ein reizvoller Gedanke angesichts einer kleiner werdenden Kirche. Ebenso reizvoll sei der Hinweis, dass allein Gott im jüngsten Gericht entscheiden werde, wer zu den Gerechten gehöre und wer nicht. (24.11.2014)

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Im Wortlaut:

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Schwerpunkte der Herbsttagung: Bischofsbericht, Finanz- und Diakoniebericht

Morschen (medio). Die 12. Landessynode der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck hat am Montagmorgen ihre Beratungen im Kloster Haydau in Morschen (Kirchenkreis Melsungen) aufgenommen. Schwerpunkte der Beratungen, die bis einschließlich Donnerstag, den 27. November, dauern werden, sind u. a. der Bericht von Prof. Dr. Bischof Martin Hein zum Thema «Verbindliche Volkskirche», der Finanzbericht von Vizepräsident Dr. Volker Knöppel und der Diakoniebericht von Landeskirchenrat Horst Rühl mit Akzenten auf Armutsprojekten und aktuellen Fragen der Flüchtlingsarbeit. Zudem werden mehrere Kirchengesetze verhandelt, u.a. erneut die Altersgrenze für die Wählbarkeit in Kirchenvorstände.  (24.11.2014)

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Verlaufsplan:

Hier finden Sie den vom Synodalbüro herausgegebenen vorläufigen Verlaufsplan der Frühjahrstagung (Stand 04.03.2014):

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Tagesordnung:

Tagesordnung der zehnten Tagung (Herbst 2014) der 12. Landessynode der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck vom 24. bis 27. November 2014 in Morschen:

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Ort mit wechselhafter Geschichte: Das Kloster Haydau

Morschen (medio). Das seit 1235 bestehende Kloster Haydau ist ein ehemaliges Zisterzienserinnen-Kloster. Zahlreiche Erweiterungsbauten zeugen seitdem von der wechselhaften Geschichte durch die Jahrhunderte. Mit Beendigung der klösterlichen Nutzung nach der Reformation dienten die mehrfach umgestalteten Gebäude den Landgrafen als Jagd- und Lustschloss, heißt es auf den Internetseiten des Fördervereins der Klosteranlage. Es folgte die Nutzung als Staatsdomäne, Molkerei, Gefangenenlager und Flüchtlingsunterkunft nach dem 2. Weltkrieg. (24.11.2014)

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