Foto: Inschrift eines Kreuzes auf dem Friedhof Wehlheiden in Kassel. (Foto: medio.tv/Schauderna) Inschrift eines Kreuzes auf dem Friedhof Wehlheiden in Kassel. (Foto: medio.tv/Schauderna)

Karfreitag - Tag der Klage und Trauer

Kassel (medio). Am Karfreitag, dem Freitag vor dem Ostersonntag, gedenken die Christen des Todes Jesu. Die vier Evangelien berichten in der Bibel, dass der jüdische Hohe Rat über Jesus Gericht hielt und bei Sonnenaufgang den Beschluss fasste, ihn zu töten. Der römische Statthalter Pontius Pilatus zweifelte zwar an der Schuld Jesu, verurteilte ihn aber dennoch zum Tode. Um die «dritte Stunde» nach Sonnenaufgang, also gegen 9 Uhr, wurde Jesus von römischen Soldaten auf dem Berg Golgatha gekreuzigt. Am Mittag verfinsterte sich die Sonne bis zur neunten Stunde (15 Uhr) - der Todesstunde Jesu.

Um diese Zeit wird in vielen Kirchengemeinden eine Andacht zur Sterbestunde Jesu gehalten: häufig ohne Glockengeläut, Orgel und Altarschmuck. Mit Jesu Tod ist nach christlichem Verständnis die Vorstellung verbunden, dass Gott das Leiden und Sterben der Menschen teilt. Darum kann Gott die Menschen in ihren Tiefen verstehen und glaubwürdig trösten. Dieser Gedanke steht im Mittelpunkt der Karfreitagsgottesdienste. Die Bezeichnung Karfreitag leitet sich ab vom althochdeutschen «Kara» für Klage und Trauer. (18.04.2014)

Jesu Kreuzigung, Tod und Grablegung nach dem Evangelisten Markus

Markus 15, 20-47:

«Und sie führten ihn hinaus, dass sie ihn kreuzigten. Und zwangen einen, der vorüberging, mit Namen Simon von Kyrene, der vom Feld kam, den Vater des Alexander und des Rufus, dass er ihm das Kreuz trage. Und sie brachten ihn zu der Stätte Golgatha, das heißt übersetzt: Schädelstätte. Und sie gaben ihm Myrrhe in Wein zu trinken; aber er nahm's nicht. Und sie kreuzigten ihn. Und sie teilten seine Kleider und warfen das Los, wer was bekommen solle. Und es war die dritte Stunde, als sie ihn kreuzigten. Und es stand über ihm geschrieben, welche Schuld man ihm gab, nämlich: Der König der Juden.

Und sie kreuzigten mit ihm zwei Räuber, einen zu seiner Rechten und einen zu seiner Linken.

Und die vorübergingen, lästerten ihn und schüttelten ihre Köpfe und sprachen: Ha, der du den Tempel abbrichst und baust ihn auf in drei Tagen, hilf dir nun selber und steig herab vom Kreuz! Desgleichen verspotteten ihn auch die Hohenpriester untereinander samt den Schriftgelehrten und sprachen: Er hat andern geholfen und kann sich selber nicht helfen. Ist er der Christus, der König von Israel, so steige er nun vom Kreuz, damit wir sehen und glauben. Und die mit ihm gekreuzigt waren, schmähten ihn auch.

Und zur sechsten Stunde kam eine Finsternis über das ganze Land bis zur neunten Stunde. Und zu der neunten Stunde rief Jesus laut: Eli, Eli, lama asabtani? Das heißt übersetzt: Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen?

Und einige, die dabeistanden, als sie das hörten, sprachen sie: Siehe, er ruft den Elia. Da lief einer und füllte einen Schwamm mit Essig, steckte ihn auf ein Rohr, gab ihm zu trinken und sprach: Halt, lasst sehen, ob Elia komme und ihn herabnehme! Aber Jesus schrie laut und verschied. Und der Vorhang im Tempel zerriss in zwei Stücke von oben an bis unten aus. Der Hauptmann aber, der dabeistand, ihm gegenüber, und sah, dass er so verschied, sprach: Wahrlich, dieser Mensch ist Gottes Sohn gewesen!

Und es waren auch Frauen da, die von ferne zuschauten, unter ihnen Maria von Magdala und Maria, die Mutter Jakobus' des Kleinen und des Joses, und Salome, die ihm nachgefolgt waren, als er in Galiläa war, und ihm gedient hatten, und viele andere Frauen, die mit ihm hinauf nach Jerusalem gegangen waren.

Und als es schon Abend wurde und weil Rüsttag war, das ist der Tag vor dem Sabbat, kam Josef von Arimathäa, ein angesehener Ratsherr, der auch auf das Reich Gottes wartete, der wagte es und ging hinein zu Pilatus und bat um den Leichnam Jesu. Pilatus aber wunderte sich, dass er schon tot sei, und rief den Hauptmann und fragte ihn, ob er schon lange gestorben sei. Und als er's erkundet hatte von dem Hauptmann, gab er Josef den Leichnam. Und der kaufte ein Leinentuch und nahm ihn ab und wickelte ihn in das Tuch und legte ihn in ein Grab, das war in einen Felsen gehauen, und wälzte einen Stein vor des Grabes Tür.

Aber Maria von Magdala und Maria, die Mutter des Joses, sahen, wo er hingelegt wurde.»

(Quelle: Lutherbibel, Deutsche Bibelgesellschaft Stuttgart)

Themenschwerpunkt:

Im Leben und Sterben Jesu ist «Gott selbst zur Welt gekommen». Informationen rund um die Karwoche und das Osterfest finden Sie im Thema auf ekkw.de:

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Internetradio:

Bischof Martin Hein über die Bedeutung des Karfreitags. Ein Beitrag von Pfarrer Christian Fischer.

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Predigt:

Lesen Sie hier die Predigt von Bischof Martin Hein im Karfreitagsgottesdienst in der Kasseler Martinskirche im Wortlaut:

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