Foto: Historischer Rückblick: Unser Foto zeigt den Hephata-Kirchsaal, in dem die Kirchenkonferenz von Treysa im August 1945 die vorläufige Ordnung der EKD beschloss und den ersten EKD-Rat einsetzte. (Foto: Atlantis/Lothar Kastner, Quelle: Archiv der EKiR) Historischer Rückblick: Unser Foto zeigt den Hephata-Kirchsaal, in dem die Kirchenkonferenz von Treysa im August 1945 die vorläufige Ordnung der EKD beschloss und den ersten EKD-Rat einsetzte. (Foto: Atlantis/Lothar Kastner, Quelle: Archiv der EKiR)

Festakt von EKD und Landeskirche in Schwalmstadt-Treysa
Gedenken an Konstituierung des Rates der EKD vor 70 Jahren

Kassel/Schwalmstadt-Treysa (medio). Im August 1945 konstituierte sich in Schwalmstadt-Treysa auf der ersten Kirchenkonferenz der Nachkriegszeit der Rat der Evangelischen Kirche in Deutschland - für die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) und die Evangelische Kirche von Kurhessen-Waldeck (EKKW) Anlass, der Gründung vor 70 Jahren zu gedenken.

Den Rahmen dazu bietet ein Festakt am Samstag (30.5.) in der Hephata-Kirche in Schwalmstadt-Treysa, bei dem Bischof Martin Hein (EKKW) den amtierenden Rat der EKD mit seinem Vorsitzenden Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm (Evangelisch-lutherische Kirche in Bayern) und weitere ehemalige Ratsvorsitzende und -mitglieder begrüßen wird.

Bischof Hein: Treysa war Initialzündung für gemeinsame evangelische Kirche

Die Konferenz im August 1945 hat gezeigt, dass der Wille, eine gemeinsame evangelische Kirche zu gründen, deutlich vorhanden war, sagte Bischof Hein gegenüber der landeskirchlichen Medienagentur «medio». Zwar habe es immer noch starke konfessionelle Gegensätze zwischen Lutheranern, Unierten und Reformierten gegeben. 70 Jahre später sieht Hein diese aber weitgehend überwunden. «Ich glaube, dass 1945 von Treysa aus ein guter Weg zu mehr Gemeinsamkeit des Protestantismus in Deutschland beschritten worden ist. Treysa war gewissermaßen kurz nach dem Krieg die Initialzündung», so der Bischof.

«Wir sind als Evangelische Kirche von Kurhessen-Waldeck stolz, dass sich der Beginn der EKD auf unserem Kirchengebiet vollzogen hat und freuen uns, dass der gesamte gegenwärtige Rat der EKD in Treysa ist, um in Augenschein zu nehmen, wo die Gründung des Rates stattgefunden hat», so Hein. Bei dem Festakt soll an die damalige schwierige Situation wenige Monate nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges erinnert werden und wie es damals zu einem Neuaufbruch innerhalb der evangelischen Kirche und auch der Diakonie kam, sagte der Bischof.

Festvortrag, Empfang und reguläre Ratstagung

Während des Festaktes am Samstag wird Prof. Dr. Jochen-Christoph Kaiser, emeritierter Professor für Kirchengeschichte der Philipps-Universität Marburg, in einem Vortrag zum Thema «Treysa, August 1945 – Kontinuität und Neubeginn» sprechen. Im Anschluss ist ein Empfang im Kirchsaal vorgesehen, bei dem Pfarrer Maik Dietrich-Gibhardt für den Vorstand des Hessischen Diakoniezentrums «Hephata» und Dekan Christian Wachter für den Evangelischen Kirchenkreis Ziegenhain Grußworte sprechen werden. Bereits am Freitag (29.5.) tagt der Rat der EKD regulär im Kasseler Haus der Kirche.

Stichwort: Evangelische Kirche in Deutschland und Rat der EKD

In Deutschland gibt es zurzeit 20 evangelische Landeskirchen, die die Evangelische Kirche in Deutschland bilden. Die EKD besteht seit 1945, als am 31. August die Kirchenkonferenz von Treysa die vorläufige Ordnung der EKD beschloss und einen Rat einsetzte. Die Grundordnung wurde am 13. Juli 1948 in Eisenach verabschiedet. Sie definiert die EKD als «Bund lutherischer, reformierter und unierter Kirchen».

Die EKD hat nach ihrer Grundordnung drei Leitungsorgane: die Synode, die Kirchenkonferenz und den Rat. Die Synode besteht aus 126 von den synodalen Organen der Gliedkirchen gewählten und zwanzig vom Rat berufenen Mitgliedern; sie ist gesetzgebende Gewalt, beschließt den Haushalt der EKD und wählt in Gemeinschaft mit der Kirchenkonferenz den 15-köpfigen Rat, an dessen Spitze zurzeit Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm als Vorsitzender steht. Der Rat führt die Geschäfte zwischen den jährlich stattfindenden Synoden. Die Kirchenkonferenz wird von den Kirchenleitungen der Gliedkirchen gebildet. Sitz ist das Kirchenamt in Hannover. (29.05.2015)

Internetradio:

Diakonin Martina Bender von der Besucherbegleitung in Hephata und Bischof Martin Hein über die Ereignisse im August 1945. Ein Beitrag von medio-Reporter Thorsten Scheuermann:

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Linktipp:

Informationen zur Evangelischen Kirche in Deutschland finden Sie im Internet unter:

ekd.de