Konfirmation

Mit der Konfirmation - aus dem Lateinischen für «Befestigung» oder «Stärkung» - bestätigen die Jugendlichen ihre Taufe. (Foto: medio.tv/ Schauderna)
Mit der Konfirmation - aus dem Lateinischen für «Befestigung» oder «Stärkung» - bestätigen die Jugendlichen ihre Taufe. (Foto: medio.tv/ Schauderna)
Die Konfirmation stammt aus dem Jahr 1539 und bekräftigt das Sakrament der Taufe. In diesem Sinn ist sie für Protestanten eine «Einübung ins Christentum». Fast alle getauften evangelischen 13- bis 14-jährigen Jugendlichen lassen sich konfirmieren. Das zwischen Palmsonntag und Pfingsten stattfindende Fest gehört zu den gefragtesten Amtshandlungen der Kirche.

Hier finden Sie folgende Artikel zum Thema «Konfirmation»:

Konfirmation - Fest der Wandlung

Frankfurt a.M. (epd). In den Wochen um Ostern lassen sich in Deutschland viele evangelische Mädchen und Jungen konfirmieren. Mit Hochzeit und Taufe gehört das in der Regel zwischen Palmsonntag und Pfingsten liegende Fest zu den gefragtesten kirchlichen Angeboten. Nach Angaben der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) gehen fast alle getauften Jugendlichen eines Jahrgangs im Alter von etwa 14 Jahren zur Konfirmation.

Früher war die Konfirmation ein biographischer Einschnitt. Viele Kinder verließen die Schule und traten eine Lehre an. Der Ritus wurde so auch zum Zeichen des Wechsels zwischen Kindheit und Erwachsenwerden und leitete die Ablösung von den Eltern ein. Obwohl heutige Konfirmanden noch lange Jugendliche bleiben, bleibt die Konfirmation ein Fest des Wandels - allerdings mehr im Blick auf körperliche und seelische Umwälzungen in dieser Lebensstufe.

Mit der Konfirmation - aus dem Lateinischen für «Befestigung» oder «Stärkung» - bestätigen die Jugendlichen ihre Taufe. Sie dürfen damit auch offiziell am Abendmahl teilnehmen (manche Gemeinden ermöglichen eine frühere Teilnahme) und das Amt eines Taufpaten ausüben. Zuvor haben sie je nach Gemeinde meist ein Jahr lang den Konfirmandenunterricht besucht. Die Konfirmation ist kein Sakrament wie die Firmung in der katholischen Kirche.

Als Begründer der Konfirmation gilt der aus dem Elsaß stammende reformatorische Theologe Martin Bucer (1491-1551), der sie zunächst in Hessen verwirklichen konnte. Seit dem 19. Jahrhundert ist die Feier in ganz Deutschland üblich. (12.04.2006)

Internetradio:

Konfirmanden erzählen, wie sie den Konfirman-
denunterricht erlebt haben und warum eine Konfirmandenfreizeit ein unvergessliches Erlebnis ist:

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Fragen und Antworten zur Konfirmation

Frankfurt a. M. (epd). Für viele junge evangelische Christen ist die Konfirmation das größte Fest in ihrer Jugendzeit. Die evangelischen Kirchen laden zu diesem Fest der Taufbestätigung alle Jugendlichen im Alter von etwa 14 Jahren und ihre Familien ein.
(Foto: medio.tv/Schauderna)
(Foto: medio.tv/Schauderna)
Im Blick auf die Konfirmation kommen häufig Fragen auf:

Was ist das Ziel des Konfirmandenunterrichtes vor der Konfirmation?

Der Konfirmandenunterricht bereitet die jungen Menschen auf die Konfirmation vor. Dabei geht es nicht um Leistungen. Vielmehr stehen Fragen über den Sinn des Lebens, über das Erwachsenwerden und den christlichen Glauben im Mittelpunkt. Die Jugendlichen debattieren miteinander und entdecken zusammen, was für ihr Leben wichtig ist.

Müssen die Eltern der Konfirmanden Mitglieder einer christlichen Kirche sein?

Nein. Die Eltern müssen keiner christlichen Kirche angehören.

Müssen die Jugendlichen vor der Konfirmation getauft sein?

Ja. Die Taufe ist eine wichtige Voraussetzung für die Konfirmation. Mit ihrem «Ja» bei der Konfirmation bestätigen die jungen Menschen die Taufe. Die Taufe kann auch während der Unterrichtszeit oder im Konfirmationsgottesdienst erfolgen.

Welche Rechte erhalten die Jugendlichen bei der Konfirmation?

Nach der Konfirmation dürfen evangelische Christen ein Patenamt übernehmen. Die Konfirmation ist auch eine Voraussetzung für das kirchliche Wahlrecht und die Übernahme kirchlicher Ehrenämter.

Können auch Erwachsene konfirmiert werden?

Ja. Getaufte Mitglieder der Kirche können nach einer entsprechenden Vorbereitungszeit konfirmiert werden. Diese wird mit der zuständigen Kirchengemeinde vereinbart. Bei der Taufe eines Erwachsenen ist die Konfirmation allerdings nicht mehr notwendig, weil der Akt der Taufe und das mit der Konfirmation verbundene Glaubensbekenntnis zusammenfallen.

Müssen Konfirmanden regelmäßig in die Kirche gehen?

In der Regel wird erwartet, dass die Jugendlichen den Gottesdienst am Sonntagvormittag besuchen. Auch die Eltern der Konfirmanden sind dazu eingeladen.

Was soll mein Kind zur Konfirmation anziehen?

Die Kleidung sollte den festlichen Charakter des Tages unterstreichen. Es gibt allerdings örtlich und traditionell gebundene Unterschiede. Die Kleiderfrage sollten Eltern und Kinder gemeinsam klären oder beim Elternabend mit dem Gemeindepfarrer besprechen.

Für welchen Zweck ist die Kollekte im Konfirmationsgottesdienst bestimmt?

In allen Konfirmationsgottesdiensten in Kurhessen-Waldeck geht die Kollekte an den Verein «Ausbildungshilfe – Christian Education Fund», ein Hilfswerk der Landeskirche. Jungen Menschen in zehn Entwicklungsländern wird durch die Unterstützung des Vereins geholfen, die Schule zu besuchen, einen Beruf zu erlernen oder ein Studium zu absolvieren. (Weitere Informationen: www.ausbildungshilfe.de)

Was schenkt man den Jugendlichen zur Konfirmation?

Eine alte Tradition ist es, Konfirmanden eine Bibel oder ein Gesangbuch zur Konfirmation zu schenken. Vielfach wird heute Bargeld zur Konfirmation verschenkt, damit sich die Jugendlichen später einen Herzenswunsch erfüllen können.

Linktipp:

Weitere Fragen und Antworten zum Thema Konfirmation finden Sie auf den Seiten der EKD unter:

ekd.de/(...)

Internetradio:

Konfi-Kurs für junge Fußballer - Ein Beitrag von Christian Fischer über den Konfirmandenunterricht für junge Leistungsfußballer des KSV Hessen-Kassel:

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Internetradio:

«Was tragen Jugendliche bei der Konfirmation?»
Knallbunt oder gediegen schwarz-weiß - in 200 Jahren Konfirmations-geschichte gab es schon so ziemlich jedes Outfit auf der Einsegnungs-bank.
Ein Beitrag von Christian Fischer für Skyradio:

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Warum nicht Pizza statt Braten?
Tipps für eine gelungene Konfirmationsfeier

Von Susanne Müller (epd)

Crailsheim/Freudenstadt (epd). Ein Fest, das in guter Erinnerung bleibt, soll die Konfirmation vor allem für die Konfirmanden sein, unterstreichen Inge Rümmele und Cornelia Mack. Beide haben, jeweils mit Co-Autoren, Ratgeber zum Thema «Konfirmation feiern» verfasst. «Es ist schließlich ein Fest des Glaubens und der Freude, das mit dem jungen Menschen ganz persönlich zu tun hat», betont Cornelia Mack (Freudenstadt) im Gespräch mit epd.

Mut zu Individualität und Schlichtheit habe sich noch nicht ganz durchgesetzt, wissen beide Autorinnen. «Wir trauen uns jetzt, abends Spaghetti zu servieren», berichtete eine Mutter erleichtert vom familiären Emanzipationsversuch, so die Crailsheimer Pädagogin Rümmele.

Sie setzt auf die Kreativität der Jugendlichen. Gegen Damast-Tischdecken und üppigen Braten sei nichts zu sagen - wenn die Konfirmandin oder der Konfirmand das so wollen. Den meisten aber graue davor, weiß sie. Junge Leute wollten einfach und normal sein, auch bei ihrem wichtigen Fest. Was also spricht gegen Pizza, die Einladung auch gleichaltriger Freunde oder eine Party in der Garage?

Bei Dekoration, Einladungs- und Tischkarten, wo meist aktuelle Basteltrends wie in diesem Jahr Filzblüten oder selbst gestaltete Lichterketten auftauchen, raten beide Autorinnen zu Gestaltung und Motiv, die zum Konfirmanden passen. «Eltern sollten sich nie verkünsteln, wenn das den Jugendlichen doch gar nicht gefällt, sie sollten sich lieber Zeit nehmen zum reden», sagt Mack.

Die Jugendlichen liefern gern Ideen samt Umsetzung, ergänzt Rümmele. Sich so einzubringen sei auch ein wichtiger Schritt zum Erwachsenwerden: «Wir müssen unsere Kinder stärken und es wagen, sie ihren Weg gehen zu lassen.» Wenn sie dies begleitet von der Liebe der Eltern tun, werden sie mit dem Leben klar kommen, betont sie. Liebevolle kleine Zeichen gehören deshalb für sie zur Feier.

Gegen Langeweile empfiehlt sie einfache und bekannte Spiele wie die «Reise nach Jerusalem». Wer genug Zeit hat, kann auch ein Memory mit persönlichen Motiven oder Motiven der Heimatstadt vorbereiten. Das liefere gleichzeitig Gesprächsstoff.

Beide Konfirmations-Fachfrauen erinnern daran, beim gelungenen Fest den Dank nicht zu vergessen. Auch der Dritte in der Reihe der Ratgeber-Autoren, der Berliner Spielpädagoge Hajo Bücken legt darauf Wert. Auch hier gilt: kreative Ideen gehen vor Pomp. Konfirmanden gaben diesen Tipp: Schon Tage vor dem Fest ist griffbereit ein Korb voll Kiefernzapfen, gespickt mit bunten Schokoladenlinsen. Wer gratuliert, bekommt einen. Das macht auch den «Bedankten» mehr Spaß als ein unpersönlich vervielfältigtes Dankschreiben. (12.04.2006)

Buchtipps:

«Konfirmation feiern», von Inge Rümmele und Sibylle Frisch, Gütersloher Verlagshaus, ISBN 3-57900935-4, 8,95 Euro.

«Konfirmation feiern», von Cornelia und Ulrich Mack, Hänssler-Verlag, ISBN 3-77513978-8, 4,95 Euro.

«So feiern wir Kommunion, Konfirmation und Firmung», Hajo und Eckart Bücken, Urania Verlag, ISBN 3-33201247-9, 9,90 Euro

«Konfirmation feiern» - Broschüre der Evangelischen Erwachsenenbildung nördlicher Schwarzwald, zusammengestellt von Reinhard Kafka, 16 Seiten, farbig, Preis 3 Euro, Bestellung per E-Mail an info@eb-schwarzwald.de

Bastelideen zu Karten, Tisch- und Raumdekoration gibt es vielfältig in Veröffentlichungen der Verlage Christophorus, Frech und Oz.

Online-Community:

«Konfiweb» ist eine Online-Community rund um das Thema Konfirmation und eine Initiative der Evangelisch-Lutherische Kirche in Bayern.

konfiweb.de

«Unterwegs zur Konfirmation» – ein Begleiter für Konfirmandeneltern

Kassel (medio). Nicht nur für Konfirmandinnen und Konfirmanden selbst ist es eine spannende Zeit, auch die Eltern sind beteiligt und brauchen Begleitung auf dem Weg zur Konfirmation. Die Broschüre der Arbeitsstelle für Konfirmandenunterricht der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck bietet Impulse und Informationen zur Vorbereitung auf das kirchliche Fest. Darüber hinaus geht es um Herausforderungen und Chancen des Zusammenlebens von Eltern mit ihren Kindern in dieser Lebensphase.

Erläutert werden die vielfältigen Möglichkeiten der Konfirmandenarbeit in der Gemeinde. In einem «ABC der Konfirmation» sind kurz und knapp Stichworte rund um den Konfirmandenunterricht und die Konfirmation zu finden. Eine Auswahl von Konfirmationssprüchen ist ebenfalls enthalten.

Die Broschüre kann für 1 Euro plus Versandkosten bezogen werden bei: Arbeitsstelle Konfirmandenunterricht, Heinrich-Wimmer- Str.4, 34131 Kassel, Tel 0561- 9307139, Fax 0561- 9307177, E-Mail: hueneburg.pti@ekkw.de (12.04.2006)

Linktipp:

Informationen zur Arbeitsstelle Konfirmandenunterricht und zum Pädagigisch-theologischen Institut Kassel finden Sie unter:

pti-kassel.de

Studie bescheinigt Konfirmandenzeit erhebliche Wirksamkeit für die Entwicklung Jugendlicher

Hannover/Berlin (medio). Entscheidendes über den christlichen Glauben zu erfahren - das erwarten viele Jugendliche von ihrer Konfirmandenzeit. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie zur Konfirmandenarbeit in Deutschland, die die Universität Tübingen und das Comenius-Institut Münster in Kooperation mit dem Kirchenamt der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) erarbeitet haben. So empfinden 60 Prozent der für die Studie befragten 11.000 Konfirmandinnen und Konfirmanden im Rückblick, dass die Konfirmandenzeit ihnen wichtige Grundlagen gegeben hat, um über ihren Glauben entscheiden zu können, teilte die Pressestelle der EKD in Hannover mit.

«Mit der vorliegenden Studie gibt die evangelische Kirche Rechenschaft über ein großes Handlungsfeld kirchlicher Bildungsarbeit, das keineswegs nur eine binnenkirchliche Bedeutung hat», erklärte der Vorsitzende des Rates der EKD, Bischof Wolfgang Huber, bei der Vorstellung der Studie im März 2009 in Berlin. Huber bekräftigte, dass die Konfirmation in Ost und West für viele Jugendliche ein Weg zur Taufe sei, da ihnen die Konfirmandenzeit Gewissheit im christlichen Glauben gebe.

«Konfirmandenarbeit ist ein Erfolgsmodell, für die Kirche nicht weniger als für die Jugendlichen, für die Familien nicht weniger als für die gesamte Gesellschaft», so Friedrich Schweitzer von der Universität Tübingen bei der Präsentation der Studie in der Evangelischen Akademie zu Berlin. Es sei wichtig zu erfahren und zu dokumentieren, wie religiöse Bildungsprozesse gelingen, so der Ratsvorsitzende Bischof Huber.

Die Autoren der ersten flächendeckenden empirischen Erhebung zu diesem Thema kommen zu dem Schluss, dass die gesellschaftliche Bedeutung dieser Bildungsarbeit vielfach unterschätzt ist. Die Konfirmandenarbeit fördere das ehrenamtliche Engagement und helfe Jugendlichen in der Ausbildung von Werten und von ethischer Urteilsfähigkeit. So habe die Konfirmandenzeit erheblichen Einfluss im Blick auf die Entwicklung von Persönlichkeit und sozialer Kompetenz von Jugendlichen.

Rund 250.000 Mädchen und Jungen, also etwa 30 Prozent aller deutschen Jugendlichen, lassen sich nach EKD-Angaben jedes Jahr konfirmieren. Neben 11.000 Konfirmandinnen und Konfirmanden wurden auch 1.500 Mitarbeitende und 6.000 Eltern für die Studie befragt. (08.04.2009)

Linktipp:

Weitere Informationen zur Studie finden Sie im Internet unter:

konfirmandenarbeit.eu

Internetradio:

«Konfirmanden entdecken Afrika»
Konfirmanden aus der Kirchengemeinde Langenselbold beschäf-tigten sich im Konfir-mandenunterricht mit Afrika. Und dabei wurde nicht nur getrommelt. Auf dem Programm auch gemeinsames Kochen und Geschichten aus verschiedenen afrikanischen Ländern.
Ein Beitrag von Christian Fischer für Skyradio:

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Von KonfiCamp bis KonfiCup - Die Konfirmandenzeit in Kurhessen-Waldeck wird immer abwechslungsreicher

Von Christian Prüfer (epd)

Kassel (epd). Sie gehört zu den gefragtesten Amtshandlungen der evangelischen Kirche: die Konfirmation. Über 90 Prozent aller getauften Jugendlichen lassen sich Jahr für Jahr zwischen Palmsonntag und Pfingsten konfirmieren. Damit sei die Konfirmation die stabilste Kausualie, also beliebter als die Taufe, kirchliche Trauung oder Bestattung, sagt Hartmut Feußner, Studienleiter der Arbeitsstelle Konfirmandenunterricht der kurhessischen Kirche. Zudem steige die Zahl derjenigen, die als Kind nicht getauft wurden und sich erst kurz vor der Konfirmation taufen ließen, ergänzt er.

Seit Jahren experimentieren Kirchengemeinden und religionspädagogische Stellen mit der Konfirmandenzeit. «Das Minimum sind 80 Stunden Unterricht von je 45 Minuten Dauer», erklärt Feußner. Die finden freilich kaum noch im langatmigen Frontalunterricht wie einst statt, jede Gemeinde hat in der Ausgestaltung mehr oder weniger freie Hand. So werden etwa statt eines nachmittäglichen Unterrichts vielerorts «Konfirmandentage» angeboten, an denen die Jugendlichen einen ganzen Samstag oder Sonntag zusammen sind, Gruppenarbeiten machen, gemeinsam essen oder auch einmal einen Gottesdienst vorbereiten und feiern.

In Kurhessen-Waldeck wird mit einem weiteren Modell experimentiert. Dabei wird ein Teil des Unterrichts in die dritte Grundschulkasse vorverlegt. «In dieser ersten Phase erhalten Kinder der 3. Grundschulklasse für drei bis vier Monate Unterricht, die klassische Konfirmandenzeit im achten Schuljahr verkürzt sich dadurch auf ein Jahr», sagt Feußner. Vorteil dieses Modells sei, dass Kinder und Eltern schon früh in Kontakt mit der Kirche kämen.

In der württembergischen Landeskirche gebe es dieses Modell schon lange, rund 15 Prozent der Gemeinden wendeten es an. Derzeit erarbeite man für Kurhessen-Waldeck eine entsprechende Rahmenordnung, über die 2013 die Synode entscheiden solle.

Änderungen gibt es aber auch in der äußereren Struktur. So ist in den vergangenen Jahren aus demografischen Gründen die Zahl der Konfirmanden gesunken. 2009 gab es rund 9.500 Konfirmanden in Kurhessen-Waldeck, 2003 zählte man noch über 11.000. Als Folge dieses Rückgangs gibt es vielerorts nicht mehr genügend Konfirmanden, so dass der Unterricht für mehrere Gemeinden zusammengelegt werden muss. In Kassel etwa zählen die vier Gemeinden in der Innenstadt zusammen nur noch rund ein Dutzend Konfirmanden.

Um den Kindern den Besuch des Unterrichts schmackhaft zu machen, gibt es neben den klassischen Freizeiten mittlerweile eine breite Palette an zusätzlichen Angeboten. So veranstalten bisweilen die Kirchengemeinden eines Kirchenkreises zusammen ein «KonfiCamp». Im Kirchenkreis Kirchhain beteiligten sich jüngst 123 Konfirmanden und Mitarbeiter aus sieben Gemeinden daran. «Diese Veranstaltung wird immer mehr zu einem ergänzenden Angebot für die Konfirmandenarbeit», stellt Kreisjugendpfarrer Thomas Peters fest.

Als weitere Attraktion hat sich inzwischen auch der sogenannte «KonfiCup», bei dem Fussballmannschaften von Konfirmanden gegeneinander antreten, etabliert. Die besten Teams aus bisher zehn teilnehmenden Landeskirchen werden dieses Jahr in Berlin am 25. Juni den Bundessieger ausspielen. «Den Pokal wird DFB-Präsident Theo Zwanziger persönlich überreichen», freut sich Claudia Rudolff von der Arbeitsstelle Konfirmandenarbeit über die sportliche Anerkennung dieser Initiative.

Aber auch die kirchenrechtliche Stellung der Konfirmanden hat sich verbessert. So setzte die kurhessische Synode das aktive Wahlrecht für die Kirchenvorstandswahlen von 18 auf 16 Jahre herab, 2009 wurde es erneut auf nunmehr 14 Jahre gesenkt. Die große Bedeutung der Konfirmandenarbeit soll im Jahr 2014 nach Anregung von Bischof Martin Hein sogar in einem «Jahr der Konfirmation» gewürdigt werden.

Insgesamt, so Feußner, sei der Konfirmandenunterricht «ein Erfolgsmodell mit Verbesserungspotenzial». Eine Besonderheit weist dieser schon immer auf: «Vom Förderschüler bis zum Gymnasiasten sind hier Kinder aus allen Schichten vertreten.» (12.04.2011)