Liebe Leserin,
lieber Leser,
endlich frei! So jubeln gerade die Kinder. Endlich Ferien, keine Termine, keine Pflichten, kein Leistungsdruck, sechs Wochen mit viel selbstbestimmter Zeit, zum Träumen, zum Faulenzen, Zeit für Hobbies und Freundschaften, Zeit für Sport und zum Chillen.
Für manche Eltern ist das kein Grund zum Jubeln. Sechs Wochen Kinder betreuen und bei Laune halten und parallel die eigene Arbeit auf die Reihe kriegen? Sechs Wochen bei knapper Kasse Wünsche der Kinder und eigene Wünsche erfüllen, miteinander eine schöne Zeit haben?
Freiheit ist nicht grenzenlos, das hat viele, die über Freiheit nachdenken, beschäftigt. Die eigene Freiheit wird begrenzt durch die Freiheit der anderen. Darum ist Freiheit, die rücksichtslos ist, ein Missverständnis.
Der christliche Glaube denkt Freiheit als eine Freiheit von etwas und als eine Freiheit zu etwas. Gottes Liebe macht uns frei von dem Druck, Liebe und Anerkennung verdienen zu müssen. Sie ist ein Geschenk. Und das gibt uns die innere Freiheit, uns um andere Menschen zu kümmern und auf das zu achten, was ihnen guttut, nicht nur uns selbst.
In diesem Sinne hat Gott uns zur Freiheit berufen. Vielleich sind die kommenden Wochen eine gute Gelegenheit, das mal wieder neu zu entdecken.
Dazu will Sie dieses Heft anregen.
Eine interessante Sommerzeit und viele gute freie Momente wünscht
Beate Hofmann
Bischöfin der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck
