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Das Foto zeigt Kinder beim Brotback-Workshop einer Partnerorganisation in La Casona, Florencia Varela, Provinz Buenos Aires, Argentinien, am 11. November 2025. 

Das Foto zeigt Kinder beim Brotback-Workshop einer Partnerorganisation in La Casona, Florencia Varela, Provinz Buenos Aires, Argentinien, am 11. November 2025. 

Eppstein-Bremthal / Redaktion ekkw.de
Veröffentlicht 28 Sep 2026

Im Bereich der beiden hessischen Landeskirchen – der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau (EKHN) und der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck (EKKW) – startete die Aktion in diesem Jahr mit einem Festgottesdienst am 27. September in der Ev. Emmausgemeinde Eppstein-Bremthal (Main-Taunus-Kreis). 

„An der Aktion ‚5.000 Brote‘ beteiligen sich die Konfirmandinnen und Konfirmanden der Ev. Emmausgemeinde Eppstein und der Ev. Kirchengemeinde Diedenbergen mit ca. 80 Broten“, sagt Pfarrerin Ivonne Heinrich im Vorfeld der Eröffnung. „Der Besuch der Backstube der Bäckerei Schießer in Hofheim-Wallau ist immer ein besonderes Erlebnis. Hier kommen Natur und Technik zusammen und am Ende stehen wohlduftende Sauerteigbrote.“

Einander sehen - miteinander teilen

Im Eröffnungsgottesdienst beschäftigte sich der neue Konfi-Jahrgang von Pfarrerin Heinrich mit der Lebenswirklichkeit von jungen Menschen in anderen Regionen der Welt. Sie gestalteten ein Anspiel, inspiriert von der Erzählung der „Speisung der 5.000“ (Joh. 6,1-15) und erlebten selbst das Wunder des Teilens, so Claudia Hadj Said vom Zentrum Oekumene in Frankfurt am Main.

In ihrer Predigt nahm die Stellvertretende Kirchenpräsidentin der EKHN, Ulrike Scherf, Bezug auf die Geschichte aus dem Johannesevangelium: „Sie zeigt, wie Gottes Welt sein kann. Wo Menschen einander sehen, entsteht Gemeinschaft. Wo Menschen darauf vertrauen, dass das was sie mitbringen, etwas wert ist, kann Neues entstehen.“ 

„Ihr schaut hin“, sagte Scherf an die Konfis gewandt. „Ihr lernt Jugendliche kennen, die ganz woanders auf dieser Welt leben und unterstützt sie. Daraus entsteht etwas, das größer ist als das, was jeder Einzelne allein hätte schaffen können.“ Scherf betonte, dass die Aktion danach fragt, was Menschen in anderen Teilen der Welt entwickeln können, um das eigene Leben selbst in die Hand zu nehmen. „Gott sagt: Ich sehe dich. Ich sehe, was in dir steckt. Und ich traue dir etwas zu“, so die Stellvertretende Kirchenpräsidentin.

Bei der Eröffnungsfeier wirkten weiterhin Oberkirchenrätin Christina Schnepel (Leiterin des Zentrum Oekumene der EKHN und EKKW), Landeskirchenrat Dr. Diethelm Meißner (Dezernent Diakonie und Ökumene der EKKW) und Antje Armstroff (Studienleiterin RPI der EKKW und EKHN) mit. Organist Thorsten Conrady begleitete den Gottesdienst musikalisch. Landesinnungsmeister Claus Becker, Vorstandsmitglied Bäckerinnungsverband Südwest, sprach ein Grußwort.

Argentinien: Freundschaft in der Backstube

Am Stadtrand von Buenos Aires haben Kinder und Jugendliche viele Herausforderungen und wenig Chancen. Die protestantische Stiftung „Zeit zu handeln“ betreibt hier fünf Jugendzentren – für viele Kinder ein zweites Zuhause. Hier können sie spielen, malen, musizieren, Sport machen und backen. Die Sozialpädagoginnen und -pädagogen haben für alle ein offenes Ohr. In der Backstube entwickeln die Kinder Selbstvertrauen und Zuversicht. Jugendliche können an Ausbildungskursen teilnehmen und persönliche Berufsberatung nutzen. So gelingt es ihnen, einen Job zu finden oder sich selbständig zu machen. 

Mosambik: Ein Ofen für den Neustart

Über eine Million Menschen mussten aus Cabo Delgado – im Nordosten von Mosambik – vor brutaler Gewalt fliehen. Sie ließen alles zurück. Die Organisation CEDES unterstützt sie in der Provinz Nampula beim Neuanfang. Es wurden Häuser gebaut und Felder angelegt. Staatlich anerkannte Handwerksausbildungen und die Unterstützung beim Aufbau von Kleinunternehmen kommen Geflüchteten wie Ortsansässigen gleichermaßen zugute. So gelingen ein gutes Miteinander und Voneinander-Lernen. 2.500 Menschen profitieren davon. Das Projekt schafft Vertrauen, neue Arbeitsplätze und langfristige Perspektiven. Tima Lopes verdient ihren Lebensunterhalt nun als Bäckerin.

„Die Konfis erschaffen in Gemeinschaft ein handwerkliches Produkt und erleben, welcher Wert darin steckt“, sagte Scherf vor der Eröffnung. „Mit den Spenden aus den gebackenen Broten unterstützen sie Bildungsprojekte von Brot für die Welt und erfahren so das Wunder des Teilens. Gleichzeitig setzt die Aktion ‚5.000 Brote – Konfis backen Brot für die Welt‘ ein Zeichen für Ernährungsgerechtigkeit und weltweite Solidarität.“

Nach dem Festgottesdienst wurden die Brote an Besucherinnen und Besucher abgegeben. Spenden für die Aktion kommen den ausgewählten Bildungsprojekten zugute.

www.5000-brote.de

Bereits 2012 entstand die Idee für die Aktion „5.000 Brote – Konfis backen Brot für die Welt“ in Kooperation der beiden evangelischen Landeskirchen in Hessen und des Bäckerinnungsverbands Hessen auf Initiative des Zentrums Gesellschaftliche Verantwortung der EKHN. Mittlerweile wird sie von allen Mitgliedskirchen der Evangelischen Kirche in Deutschland durchgeführt. Hauptaktionsraum ist zwischen Erntedank und dem ersten Advent. Die Teilnahme ist jedoch ganzjährig möglich.