Meine Suche

Viele Bäume, viele Begegnungsorte: Stein für Stein entstand bei der Tagung im vergangenen Jahr  eine sozial-ökologische Stadt der Zukunft. Das Portraitfoto zeigt Dr. Oliver Emde.

Viele Bäume, viele Begegnungsorte: Stein für Stein entstand bei der Tagung im vergangenen Jahr die sozial-ökologische Stadt der Zukunft „KittyCity“. Das Portraitfoto zeigt Dr. Oliver Emde.

Hofgeismar/Berlin, Redaktion ekkw.de
Veröffentlicht 07 Aug 2026

„Dass unser Projekt bundesweit als herausragende politische Bildung ausgezeichnet wird, macht mich sehr glücklich“, sagt Emde. Der Preis sei ein starkes Signal: „Generationsübergreifende Bildungsarbeit, in der Kinder mit ihren Perspektiven ernst genommen werden, trägt zu mehr Zusammenhalt bei.“

Stadtplanung mit Kindern, Eltern und Großeltern

Unter dem Motto „Stimmen für morgen – Generationengerechtigkeit gestalten“ wurden Projekte und engagierte Menschen gesucht, die sich für Generationengerechtigkeit, politische Bildung und eine lebendige Demokratie einsetzen. Genau dies kam in dem von Emde konzipierten Planspiel zum Ausdruck: Kinder, Eltern, Großeltern und Lehramtsstudierende verhandelten drei Tage lang im nordhessischen Hofgeismar, wie eine Stadt angesichts von Klimawandel, Einsamkeit, Wohnraummangel und sozialer Ungleichheit generationengerecht umgebaut werden kann. Das Besondere: Politische Entscheidungen wurden nicht nur diskutiert, sondern in einer gebauten Stadt sicht- und veränderbar gemacht.

Im Gespräch: Die jungen Baumeisterinnen und Baumeister erläutern Oliver Emde ihre Ideen.

Im Gespräch: Die jungen Baumeisterinnen und Baumeister erläutern Oliver Emde ihre Ideen.

Jury würdigt Qualität und Engagement

Aus mehr als 50 eingereichten Bewerbungen stach die „KittyCity“ nun hervor. Das Projekt habe die Jury durch seine hohe Qualität, Relevanz und das damit verbundene Engagement besonders überzeugt, heißt es in der Begründung. „Es leistet einen wichtigen Beitrag zur politischen Bildung und zeigt auf eindrucksvolle Weise, wie Generationengerechtigkeit aktiv gestaltet und vermittelt werden kann“, befand die Jury. Insgesamt gibt es drei Preisträger; sie erhalten jeweils ein Preisgeld in Höhe von 3.000 Euro.

Gemeinschaftsprojekt mit vielen Beteiligten

Gute politische Bildung entstehe im Zusammenspiel vieler Perspektiven, über Altersgrenzen und Institutionen hinweg, ist Preisträger Emde überzeugt. Sein Dank gilt deshalb den am Projekt Beteiligten: der Universität Kassel (Dr. Gesine Bade), der Evangelischen Jugend Allgäu (Martin Kugler) und den engagierten Grundschullehramtsstudierenden.

Portraitfoto von Oliver Emde
«Gute politische Bildung entsteht im Zusammenspiel vieler Perspektiven, über Altersgrenzen und Institutionen hinweg.»
Dr. Oliver Emde

Plädoyer für starke Bildungsstrukturen

„Solche Projekte fallen nicht vom Himmel“, macht Emde deutlich. Nötig seien eine verlässliche Finanzierung und eine organisatorische Infrastruktur, die Räume, Zeit und Personal zusammenbringe. „Genau das leisten Evangelische Akademien. Der Preis ist deshalb auch eine Erinnerung: Wer politische Bildung will, muss die Strukturen erhalten, die sie tragen“, so Emde. Eine lebendige Demokratie lebe von einer starken, plural finanzierten Zivilgesellschaft. „Auszeichnungen sind schön. Noch wichtiger ist, dass die Träger politischer Bildung auch morgen noch die Mittel haben, mit Kindern und Familien Demokratie erfahrbar zu machen.“

www.akademie-hofgeismar.de

Die Evangelische Akademie Hofgeismar ist eine Einrichtung der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck und Teil des „Forum Bildung und Gesellschaft“ der EKKW. Wie andere Evangelische Akademien in Deutschland nimmt sie sich der Aufgabe an, gesellschaftliche Entwicklungen in ihren unterschiedlichen Dimensionen zu reflektieren, protestantische Perspektiven zu eröffnen und zur Demokratisierung unserer Gesellschaft beizutragen.