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Der erste Hanauer CSD-Gottesdienst wurde 2019 auf Initiative des damaligen Kreisjugendpfarrers Philipp von Stockhausen gefeiert.

Der erste Hanauer CSD-Gottesdienst wurde 2019 auf Initiative des damaligen Kreisjugendpfarrers Philipp von Stockhausen gefeiert.

Hanau / Redaktion ekkw.de
Veröffentlicht 29 Jun 2026

Unter dem Motto „Love is Love“ hatten der Evangelische Kirchenkreis Hanau, die Katholische City Pastoral Hanau und der Verein CSD Hanau eingeladen. Der Gottesdienst stellte queere Beziehungen in ihrer Vielfalt in den Mittelpunkt, wie das Dekanat Hanau mitteilte.

Bischöfin: Entscheidend ist verantwortliche Liebe

In ihrer Predigt erinnerte Hofmann daran, dass Kirchen lange Zeit zur Diskriminierung queerer Menschen beigetragen hätten. Zugleich betonte sie, Gott habe die Menschen „in großer Vielfalt geschaffen“. Entscheidend sei nicht, wen Menschen lieben, sondern „dass diese Liebe respektvoll, gewaltfrei und verantwortungsvoll gelebt wird“.

Deutlich widersprach die Bischöfin der Auffassung, die Bibel lehne Homosexualität ab. Diese könne dazu „gar nichts sagen, weil sie Homosexualität, wie wir sie heute verstehen, nicht kennt“. Die biblische Kritik richte sich vielmehr gegen Formen von Sexualität, die mit Gewalt oder Abhängigkeit verbunden seien.

Predigt im Wortlaut

Predigt von Bischöfin Dr. Beate Hofmann am 26.6.2026 beim Christopher-Street-Day (CSD) in Hanau, Predigttext: 1. Sam 18+20 und 2. Sam 1 

Verweis auf biblische Beziehungsgeschichte

Als Beispiel für eine besondere Beziehung nannte Hofmann die Verbindung zwischen David und Jonatan. Die Bibel erzähle von deren enger Bindung „ohne jede negative Bewertung“. Sie lasse Raum für Deutungen einer tiefen, auch emotionalen Nähe zwischen den beiden Männern.

Zugleich unterstrich die Bischöfin die Bedeutung verlässlicher Beziehungen für alle Menschen. Solche Beziehungen müssten von der Kirche unterstützt werden, wenn Menschen füreinander Verantwortung übernehmen und respektvoll miteinander umgehen, sagte Hofmann und wies auf eine Schrift der Evangelischen Kirche in Deutschland aus dem Jahr 2013 hin.

Zeichen gegen Diskriminierung

Hofmann verwies zudem auf zunehmende Gewalt gegen queere Menschen weltweit und sprach von wachsendem Druck, einer „normativen Heterosexualität“ zu entsprechen. Es sei Aufgabe von Staat und Gesellschaft, Menschen vor Diskriminierung zu schützen und ein gleichberechtigtes Leben zu ermöglichen. Kirchen wollten dazu beitragen und ein respektvolles Miteinander stärken.

Die Feier fand am Abend auf der Hauptbühne im Park des Olof-Palme-Hauses statt – im Anschluss an einen Empfang des CSD Hanau e.V. In Musik, Texten und Gebeten wurde die Botschaft entfaltet; Besucherinnen und Besucher konnten zudem einen persönlichen Segen erhalten. Hofmann betonte dazu: Im Segen sage Gott: „Ich sehe dich, wie du bist. Und ich begleite dich und schütze dich.“

Musikalisch wurde der Gottesdienst von der Band „CrissCross“ der Stadtkirchengemeinde gestaltet. Ein ökumenisches Team aus haupt- und ehrenamtlich Mitarbeitenden organisierte die Feier.

www.csdhanau.de

Der erste Hanauer CSD-Gottesdienst wurde 2019 auf Initiative des damaligen Kreisjugendpfarrers Philipp von Stockhausen gefeiert. Nach einer coronabedingten Unterbrechung wurde 2023 wieder daran angeknüpft. Seit 2024 ist der Gottesdienst fester Bestandteil des Eröffnungsprogramms des Hanauer CSD-Wochenendes.