Die Demonstration beginnt um 11 Uhr mit einer Auftaktkundgebung auf dem Willy-Brandt-Platz. Anschließend zieht der Demonstrationszug durch die Frankfurter Innenstadt. Die Abschlusskundgebung auf dem Opernplatz ist von 12.30 bis 14.30 Uhr geplant. Unter den Rednern ist auch Pfarrer Carsten Tag, Vorstandsvorsitzender der Diakonie Hessen.
Die Veranstalter kritisieren politische Debatten, in denen soziale Leistungen zunehmend als Kostenfaktor dargestellt würden. Kürzungen träfen nach ihrer Auffassung Familien, Menschen mit Behinderungen, Erwerbslose, ältere Menschen und Menschen mit geringem Einkommen besonders stark. Der Sozialstaat müsse allen Menschen gesellschaftliche Teilhabe ermöglichen und Unterstützung bieten, wenn sie benötigt werde.

Diakonie wirbt für starken Sozialstaat
Für die Diakonie gehört ein leistungsfähiger Sozialstaat zu den Grundlagen gesellschaftlichen Zusammenhalts. Die beteiligten Verbände betonen, dass soziale Rechte eine verlässliche Infrastruktur mit ausreichend ausgestatteten Kommunen, Beratungsdiensten, sozialen Einrichtungen und qualifiziertem Personal benötigen. Als Beispiele nennt die Kampagne die Bereiche Kinder- und Jugendhilfe, Pflege, Gesundheit, Bildung und Eingliederungshilfe. Dort dürften notwendige Leistungen nicht durch Sparmaßnahmen geschwächt werden.

Vorstandsvorsitzender Carsten Tag warnt vor den Folgen von Kürzungen im Sozialbereich. Aus seiner Sicht verhindern soziale Angebote und Einrichtungen, dass sich Notlagen verschärfen und Menschen ihre gesellschaftliche Teilhabe verlieren. „Wer heute bei Pflege, Eingliederungshilfe, Armutsbekämpfung oder Wohnungslosenhilfe kürzt, zahlt morgen einen deutlich höheren Preis“, sagte Tag. Einmal abgebaut, ließen sich gewachsene Hilfestrukturen nicht kurzfristig wieder herstellen. Soziale Ausgaben seien deshalb kein reiner Kostenfaktor, sondern Investitionen in Freiheit, Selbstbestimmung und gesellschaftlichen Zusammenhalt. „Nur ein starker Sozialstaat macht unser Land krisenfest und stärkt die Demokratie“, betonte der Diakonie-Vorstand.
Teil eines größeren Bündnisses
Die Demonstration in Frankfurt ist Teil einer breiteren Initiative, die über Hessen hinausreicht. Im März 2026 schlossen sich bundesweit 14 Wohlfahrtsverbände, Gewerkschaften und zivilgesellschaftliche Organisationen zum Sozialstaatsbündnis zusammen. Zu den beteiligten Organisationen gehören unter anderem Diakonie Deutschland, Caritas, der Deutsche Gewerkschaftsbund, ver.di, die Arbeiterwohlfahrt, der Paritätische Gesamtverband sowie mehrere Sozialverbände.
Die Partner vertreten gemeinsam nach eigenen Angaben mehr als 20 Millionen Mitglieder, Beschäftigte, Ehrenamtliche und Ratsuchende. Das Bündnis kritisiert eine politische Debatte, in der der Sozialstaat häufig als finanzielle Belastung dargestellt werde. Dem setzt es die Forderung nach einer solidarischen Finanzierung sozialer Sicherungssysteme, wirksamer Armutsbekämpfung, guter Arbeit und einer sozial gerechten Gestaltung des ökologischen Wandels entgegen.
nichtammenschensparen-hessen.de

Das Hessische Sozialstaatsbündnis ruft für den 26. September zu einer Demonstration in Frankfurt auf. Unter dem Motto „#NichtAmMenschenSparen“ wenden sich Wohlfahrtsverbände, Gewerkschaften und weitere Organisationen gegen Kürzungen sozialer Leistungen und werben für einen starken Sozialstaat. Auch die Diakonie Hessen unterstützt die Aktion und beteiligt sich an der Kundgebung. Weitere Informationen bietet die Kampagnenseite des Bündnisses.
