Die Auszeichnung wurde im Rahmen des 5. Hessischen Preises für Innovation und Gemeinsinn im Wohnungsbau verliehen. Gewürdigt werden damit Projekte, die mit kreativen Lösungen auf aktuelle Herausforderungen des Wohnungsbaus reagieren. Im Mittelpunkt standen in diesem Jahr Konzepte, die Ressourcen schonen, Flächen effizient nutzen und gemeinschaftliches Wohnen fördern.

Freuen sich über die Anerkennung beim Hessischen Preis für Innovation und Gemeinsinn: (v. l.) Laudatorin Gabriele Schmücker-Winkelmann, Vizepräsidentin der Architekten- und Stadtplanerkammer Hessen, Prof. Alexander Reichel, Reichel Architekten (Kassel) und Iris Otto, Abteilungsleiterin Bauen, Wohnen, Städtebau im Hessischen Ministerium für Wirtschaft.
Aus Pfarrhausgrundstück wurde Wohnquartier
Der Evangelische Stadtkirchenkreis Kassel hatte entschieden, das bislang ungenutzte Pfarrhausgrundstück der Erlöserkirche für Wohnzwecke umzuwidmen. Auf dem rund 1.400 Quadratmeter großen Areal entstanden vier Townhouses mit flexiblen Grundrissen sowie ein Mehrfamilienhaus mit insgesamt acht familienfreundlichen Wohneinheiten. Wo zuvor ein leerstehendes Pfarrhaus stand, finden heute bis zu 35 Menschen Wohnraum. Auch die Kirchengemeinde selbst ist Teil des Quartiers geblieben: In einem der Gebäude befinden sich die Pfarrwohnung und das Pfarrbüro.
Die Jury würdigte insbesondere, dass zusätzlicher Wohnraum geschaffen wurde, ohne neue Flächen in Anspruch zu nehmen. In der Begründung bezeichnet sie das Holz-Hybrid-Ensemble als „gelungenes Beispiel für die Umwidmung kirchlicher Grundstücke für die Schaffung von suffizientem, langlebigem Wohnraum“. Das Projekt verbinde generationenübergreifende Wohnformen mit hoher gestalterischer Qualität und gemeinschaftlich nutzbaren Freiflächen.
Über die Anerkennung freut sich auch Alexander Reitz, Verwaltungsdirektor im Evangelischen Stadtkirchenkreis Kassel: „Das Projekt ist ein Novum für uns und zeigt, dass kirchliche Grundstücke einen wichtigen Beitrag zur Schaffung von nachhaltigem Wohnraum leisten können.“
Nachhaltig gebaut und flexibel nutzbar
Zum Konzept gehört auch ein Quartierstreff für die Bewohnerinnen und Bewohner. Bei Planung und Bau wurde nach Angaben des Stadtkirchenkreises auf ressourcenschonende Lösungen gesetzt. Holzdecken, wiederverwendbare Materialien und das Prinzip des einfachen Bauens sollen eine nachhaltige und zugleich kostengünstige Wohnraumschaffung ermöglichen. Die Gebäude können zudem an veränderte Wohnbedürfnisse angepasst und bei Bedarf in kleinere oder größere Einheiten aufgeteilt werden.
Hessischer Preis für Innovation und Gemeinsinn im Wohnungsbau
Der Preis der Hessischen Landesregierung zeichnet Projekte aus, die mit innovativen Ideen auf aktuelle Herausforderungen des Wohnens reagieren. Das diesjährige Motto lautete „Mehr Ideen – weniger Ressourcen“. Das Wohnprojekt an der Lenaustraße erhielt dabei eine Anerkennung.
