Beim Missionsrat der Evangelische Mission in Solidarität (EMS), der am 17. und 18. Juni online zusammentrat, schilderten Pfarrer Dr. Habib Badr und Pfarrerin Dr. Rima Nasrallah von der Nationalen Evangelischen Kirche in Beirut (NECB) sowie Pfarrer Dr. Khaled Freij von der Bischöflichen Kirche in Jerusalem und dem Mittleren Osten (ECJME) und Direktor der Theodor-Schneller-Schule die Auswirkungen der anhaltenden Konflikte auf die Menschen vor Ort.
Unterstützung für Vertriebene und Bedürftige
Die Berichte machten deutlich, wie sehr Krieg und Vertreibung den Alltag vieler Menschen prägen. Die Nationale Evangelische Kirche in Beirut unterstützt nach Angaben von Habib Badr Menschen, die aus dem Südlibanon fliehen mussten. Zudem beteiligt sie sich an Hilfsmaßnahmen für Vertriebene, heißt es bei der EMS im Internet.
Zugleich hob Badr die Bedeutung der internationalen Verbundenheit hervor. Die Unterstützung und die Gebete der weltweiten EMS-Gemeinschaft seien eine wichtige Ermutigung. „Wir sind ein Volk der Hoffnung“, sagte der Theologe.
Forderungen der EMS zum Nahost-Konflikt
Die EMS hat Anfang Juni zu einem stärkeren politischen Einsatz für Frieden im Nahen Osten aufgerufen. Die Organisation fordert:
- ein sofortiges Ende der Kampfhandlungen,
- die Achtung von Menschenrechten und Völkerrecht,
- den Schutz der Zivilbevölkerung,
- die Schaffung von Grundlagen für ein friedliches Zusammenleben in der Region,
- eine konsequente diplomatische Unterstützung von Friedensbemühungen.
Zugleich verurteilt die EMS die Gewalt militanter Gruppen wie Hamas und Hisbollah. Die Organisation kritisiert außerdem Menschenrechtsverletzungen, die Zerstörungen im Gazastreifen sowie die zunehmende Siedlergewalt im Westjordanland.
An die Bundesregierung appelliert die EMS, ihre Handlungsmöglichkeiten stärker zu nutzen. Dazu gehörten eine völkerrechtliche Bewertung der aktuellen Kampfhandlungen und die konsequente Anwendung der deutschen Regeln für den Export von Rüstungsgütern.
Hoffnung als Auftrag der Kirchen
Auch Pfarrerin Rima Nasrallah betonte die Aufgabe der Kirchen, Menschen in Krisenzeiten Hoffnung zu vermitteln. Angesichts wachsender Verzweiflung und psychischer Belastungen sei es wichtig, den Alltag aufrechtzuerhalten. So hätten viele Menschen selbst unter schwierigen Bedingungen Gottesdienste besucht.
Von den Auswirkungen des Konflikts auf junge Menschen berichtete auch Khaled Freij, Direktor der Theodor-Schneller-Schule bei Amman in Jordanien. Trotz der angespannten Lage sei der Unterricht fortgesetzt worden. Lehrkräfte und Mitarbeitende hätten jedoch immer wieder auf die Ängste und Sorgen der Schülerinnen und Schüler reagieren müssen. In seinem Beitrag würdigte Freij die Führung Jordaniens dafür, „die Krise nicht zu eskalieren und Verhandlungen zur Beendigung des Krieges zu unterstützen“.
Die Präsidentin der EMS, Pfarrerin Anne Heitmann, unterstrich beim Missionsrat die Verbundenheit mit den Christinnen und Christen im Nahen Osten. Die internationale Gemeinschaft werde die von den Kirchen getragenen „Projekte der Hoffnung“ weiterhin unterstützen.
www.ems-online.org

Die Evangelische Mission in Solidarität (EMS) e.V. ist eine Gemeinschaft von Kirchen und Missionsgesellschaften auf drei Kontinenten. 25 evangelische Kirchen und fünf Missionsgesellschaften in Europa, Afrika, Asien und dem Nahen Osten bilden ein internationales Netzwerk langfristiger Partnerschaften. In Deutschland gehören der EMS die evangelischen Landeskirchen in Baden, Hessen und Nassau, Kurhessen-Waldeck, der Pfalz und Württemberg sowie die Evangelische Brüder-Unität (Herrnhuter Brüdergemeine) und die Deutsche Ostasienmission (DOAM), die Basler Mission – Deutscher Zweig (BMDZ) und der Evangelische Verein für die Schneller Schulen (EVS) an.
