Im Eröffnungsgottesdienst am 27. September stellte die Bischöfin der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck (EKKW), Dr. Beate Hofmann, das christliche Profil der neuen Hochschule heraus. Die Evangelische Hochschule Hessen verbinde wissenschaftliches Arbeiten mit einer Orientierung an Menschenwürde, Diversität und sozialer Verantwortung. Jesus Christus als „Eckstein“ einer christlichen Hochschule zu verstehen, bedeute, „dass wir uns in unserem Denken und Handeln immer wieder von den biblischen Traditionen überprüfen und herausfordern lassen“. Zur neuen Identität der Hochschule gehöre deshalb auch die Frage, ob Lehre und Entscheidungen christlichen Werten und dem christlichen Menschenbild entsprächen.
Die stellvertretende Kirchenpräsidentin der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau (EKHN), Ulrike Scherf, hob die gesellschaftliche Bedeutung der Hochschule hervor. Die Ausbildung von Fachkräften für soziale Berufe sei weit mehr als berufliche Qualifizierung. Die Hochschule stärke den gesellschaftlichen Zusammenhalt sowie ein solidarisches und demokratisches Miteinander. Sie bilde Menschen aus, die anderen Menschen Würde zusprächen.
Der Generalsekretär des CVJM Deutschland, Hansjörg Kopp, stellte die gemeinsame Identität der neuen Hochschule in den Mittelpunkt. Die unterschiedlichen Traditionen der beiden früheren Hochschulen sollten sichtbar bleiben und zugleich Grundlage für etwas Neues werden. Die Fusion sei deshalb kein Nebeneinander verschiedener Herkünfte, sondern Ausdruck einer bereits gewachsenen Gemeinschaft.
Hessens Wissenschaftsminister Timon Gremmels bezeichnete die Fusion als wichtigen Schritt für das hessische Hochschulsystem und den Bildungsstandort Nordhessen. Die neue Hochschule schaffe eine Perspektive für ihre Studierenden und Beschäftigten und stärke zugleich den Wissenschaftsstandort in der Region.
www.eh-hessen.de

Die Evangelische Hochschule Hessen ist zum 1. April 2026 aus dem Zusammenschluss der Evangelischen Hochschule Darmstadt und der früheren CVJM-Hochschule Kassel hervorgegangen. Sie verfügt über Studienstandorte in Darmstadt, Schwalmstadt-Treysa und Kassel.
Mit rund 1.650 Studierenden und knapp 150 Beschäftigten gehört die staatlich anerkannte Hochschule zu den größeren kirchlichen Hochschulen in Deutschland. Inhaltliche Schwerpunkte liegen in den Bereichen Soziale Arbeit, Gesundheit, Erziehung und Bildung. Hinzu kommen Studiengänge mit kirchlich-theologischer Ausrichtung, darunter Diakonik, Gemeindepädagogik und Religionspädagogik.
Insgesamt umfasst das Angebot 14 akkreditierte Bachelor- und Masterstudiengänge. Dazu zählen unter anderem Soziale Arbeit, Kindheitspädagogik, Pflege- und Gesundheitswissenschaften sowie Management, Ethik und Innovation im Nonprofit-Bereich. Ergänzt wird das Angebot durch Zertifikatsprogramme und berufsbegleitende Studienmöglichkeiten.
Getragen von EKKW, EKHN und CVJM
Träger der Hochschule sind die EKKW, die EKHN sowie der CVJM-Gesamtverband in Deutschland. Der Zusammenschluss wurde durch einen Staatskirchenvertrag zwischen den beiden Landeskirchen und dem Land Hessen ermöglicht.
Hintergrund der Fusion sind der steigende Bedarf an Fachkräften in sozialen, pädagogischen und gesundheitlichen Berufen sowie das Ziel, die Hochschule langfristig finanziell abzusichern. Vorgesehen sind mindestens 1.250 gebührenfreie Studienplätze in der Regelstudienzeit. Die Hochschule versteht sich als Ort, an dem wissenschaftliche Ausbildung, berufliche Praxis und christliche Werteorientierung zusammenwirken.
Das Land Hessen hat angekündigt, seinen jährlichen Beitrag ab 2028 von rund fünf Millionen Euro auf rund 7,2 Millionen Euro erhöhen. Ab 2030 sind rund 8,1 Millionen Euro vorgesehen. Die EKHN, die EKKW und der CVJM Deutschland sollen zusammen 2,8 Millionen Euro jährlich beitragen.
