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Unser Foto zeigt einen Davidstern in der Synagoge in Kassel.

Unser Foto zeigt einen Davidstern in der Synagoge in Kassel.

Kassel/Darmstadt, Redaktion ekkw.de
Veröffentlicht 05 Okt 2026

Allein in Hessen wurden im vergangenen Jahr über 1.000 antisemitische Vorfälle dokumentiert, sechsmal mehr als 2022, teilten die Evangelische Kirche in Hessen und Nassau (EKHN) und die Evangelische Kirche von Kurhessen-Waldeck (EKKW) gemeinsam mit.

Nach den Worten von Kirchenpräsidentin Christiane Tietz (EKHN) „stehen hinter diesen Zahlen konkrete Erfahrungen von Menschen“. In Hessen sei etwa ein Rabbiner in Begleitung seiner Kinder in einem Supermarkt angegriffen worden. Immer wieder würden Synagogen, jüdische Einrichtungen und Erinnerungsorte beschädigt oder mit antisemitischen Parolen beschmiert. „Auch der Brand vor der Gießener Synagoge zu Beginn des Jahres hat große Beunruhigung ausgelöst“, so Tietz.

Das Portraitfoto zeigt Bischöfin Dr. Beate Hofmann
«Für uns Christinnen und Christen ist es wichtig, dass jüdisches Leben sichtbar und selbstverständlich Teil unserer Gesellschaft ist. »
Bischöfin Dr. Beate Hofmann

Bischöfin Beate Hofmann (EKKW) erklärt: „Diese Entwicklung darf niemanden gleichgültig lassen. Als evangelische Kirchen stehen wir an der Seite von Jüdinnen und Juden. Wir treten Antisemitismus entschieden entgegen – überall dort, wo Menschen ausgegrenzt, bedroht oder angegriffen werden, weil sie jüdisch sind.“ Der 7. Oktober 2023 bilde dabei einen tiefen Einschnitt, so Hofmann weiter.

Beim Terrorangriff der Hamas auf Israel wurden vor drei Jahren mehr als 1.200 jüdische Menschen ermordet, zahlreiche Menschen verletzt und traumatisiert, Hunderte als Geiseln verschleppt. Auch drei Jahre später wirken Entsetzen und Trauer nach – in Israel und bei Jüdinnen und Juden auf der ganzen Welt.

Kirchenpräsidentin Tietz erläutert, dass sich auch in Deutschland „für viele jüdische Menschen das Gefühl der Unsicherheit nochmals verstärkt“ habe. „Umso wichtiger ist es, dass unsere Verbundenheit mit Jüdinnen und Juden nicht nur an Jahrestagen sichtbar wird. Verbundenheit muss sich immer wieder neu zeigen, wie wir es auch in den letzten Jahrzehnten als evangelische Kirchen formuliert haben“, so Tietz.

Bischöfin Hofmann ergänzt: „Für uns Christinnen und Christen ist es wichtig, dass jüdisches Leben sichtbar und selbstverständlich Teil unserer Gesellschaft ist. Wir rufen auf, das Miteinander der Religionen gemeinsam zu schützen und zu stärken. Wenn Jüdinnen und Juden in Deutschland nicht mehr wagen, ihren Glauben öffentlich zu leben, wird jüdisches Leben in Deutschland wieder unsichtbar gemacht und unser Land und unsere Kultur werden ärmer.“

Kirchenpräsidentin Tietz und Bischöfin Hofmann heben abschließend hervor, wie wichtig es sei, die vertrauensvollen Beziehungen und Begegnungen mit jüdischen Partnerinnen und Partnern zu pflegen und zu stärken.