
Mit der multimedialen Inszenierung „Herzmitte“ gestalten die Kirchen beim Hessentag in Fulda eine Reise durch biblische Herzensgeschichten. Künstler Parviz Mir-Ali erklärt, wie das Motto „Im Herzen eins“ dabei erlebbar werden soll.
Was bedeutet Ihnen das Motto „Im Herzen eins“ im Zusammenhang mit Ihrer multimedialen Inszenierung „Herzmitte“ in der Hessentagskirche?
Parviz Mir-Ali: Wir haben im Team immer wieder darüber gesprochen, wie wir uns dieses Motto zu eigen machen können. Für mich bedeutet „Im Herzen eins“ zunächst die Verbundenheit im christlichen Glauben. Gleichzeitig geht die Botschaft darüber hinaus. Angesichts der gesellschaftlichen Herausforderungen wünsche ich mir, dass wir uns stärker auf das konzentrieren, was uns verbindet, statt auf das, was uns trennt. „Im Herzen eins“ bedeutet für mich auch die Bereitschaft, einander mit Respekt, Offenheit und Wohlwollen zu begegnen. Niemand muss dabei gleich denken oder gleich sein. Diese Haltung spiegelt sich auch in unserer Inszenierung wider.
Sie gestalten eine 15-minütige Reise durch biblische Herzensgeschichten im ökumenischen Rahmen von Bistum Fulda, Evangelischer Kirche von Kurhessen-Waldeck und Evangelischer Kirche in Hessen und Nassau. Wie übersetzt sich dieser Anspruch künstlerisch in Bild, Ton und Raum?
Mir-Ali: Der ökumenische Gedanke ist ein wichtiger Rahmen. Für mich als Künstler steht vor allem die Frage im Mittelpunkt, was Menschen miteinander verbindet. Die biblischen Herzensgeschichten handeln von Erfahrungen, Gefühlen und Hoffnungen, die Menschen seit Jahrhunderten bewegen. Deshalb versuchen wir in Bild, Ton und Raum eine Atmosphäre zu schaffen, die Menschen unabhängig von ihrer konfessionellen Prägung anspricht und berührt.
Welche Rolle kann eine Kirche als „Herzmitte“ eines Landesfestes wie dem Hessentag spielen, gerade in einer Zeit, in der viele Menschen Kirchen eher distanziert begegnen?
Mir-Ali: Ich halte es für wichtig, dass sich die Kirchen an einem Landesfest wie dem Hessentag beteiligen und dort sichtbar präsent sind. Der Hessentag ist ein Ort der Begegnung, an dem Menschen mit ganz unterschiedlichen Hintergründen zusammenkommen. Er bietet die Chance, mit Menschen ins Gespräch zu kommen, die im Alltag wenig Berührungspunkte mit Kirche und religiösen Themen haben. Dabei sollte es nicht um institutionelle Interessen gehen, sondern darum, Menschen dort abzuholen, wo sie stehen. Die Kirche kann Räume schaffen, in denen Fragen nach Gemeinschaft, Hoffnung und Zusammenhalt gestellt werden.

Das künstlerische Team (v.l.): Christoph Kaschky (Lichtdesign), Debora Ochoa (Schauspiel, Tanz und Gesang), Parviz Mir-Ali (Künstlerische Leitung)
Die Herzmitte – Kirche erleben, die bewegt

In der Herzmitte, dem pulsierenden Zentrum der Kirchen auf dem Hessentag, schlägt das Herz von „Im Herzen eins“ besonders lebendig.
Zwei stündlich wechselnde multimediale Inszenierungen nehmen die Zuschauerinnen und Zuschauer 15 Minuten lang mit auf eine berührende Reise durch biblische Herzensgeschichten: „Herzdame“ (Lukas 10,25-37) und „Herzkönig“ (1. Samuel 16,1-13).
In der Live-Inszenierung „Herzdame“ agiert Musicaldarstellerin Debora Ochoa in verschiedenen Rollen. Multi-Screen-Video-Installationen, eigens entwickelte Musik, sowie Licht- und Klangräume verbinden sich zu einer emotionalen Erlebniswelt zwischen Theater, Konzert und moderner Installation.
Herzklang am Mittag - Orgel live und Posaunenserenaden: Täglich um 13.15 Uhr erfüllt bewegende Orgelmusik die Hessentagskirche, bevor um 17.15 fröhliche Posaunenserenaden für gute Laune sorgen.
Nachtimpuls – Ein emotionaler Abschluss im Licht: Wer den Tag in besonderer Atmosphäre ausklingen lassen möchte, ist herzlich eingeladen, um 22.15 Uhr den ImPuls zur Nacht“ zu erleben.
Ort: Stadtpfarrkirche, Unterm Heilig Kreuz 1, 36037 Fulda














