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Plakat zum HoffnungsKulturFest am 30. August auf dem Marktplatz in Dessau. Zu sehen ist eine grafische Darstellung der Dessauer Stadtsilhouette mit Kirchengebäude, Brücke und Figuren sowie die Veranstaltungsangaben „11-18 Uhr, Dessau Marktplatz“.

Plakat zum HoffnungsKulturFest am 30. August auf dem Marktplatz in Dessau.

Dessau/Kassel, Redaktion ekkw.de
Veröffentlicht 31 Aug 2026

Kirchenpräsident Karsten Georg Wolkenhauer sagte in seiner Predigt: „Das Wort Gottes ist es, das mir in diesen Tagen Hoffnung macht, in seiner tiefsinnigen und klaren Orientierung quer durch die Zeit.“ Eine Woche vor der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt rief er die Kirchentagsbesucherinnen und -besucher auf, sich „in zivilgesellschaftliche Verantwortung, ins Ehrenamt, ins Engagement“ rufen zu lassen, „gegen die Brandstifter und Großmäuler und Drohgebärden“. Trotz aller Herausforderungen sei die Anhaltische Kirche nah bei den Menschen, so Wolkenhauer.

Die Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Bischöfin Kirsten Fehrs, pflichtete Wolkenhauer bei: „Hier beim Hoffnungskulturfest wird deutlich, was man im Alltag oft nicht so sieht – wie viele wir sind. Das gibt Hoffnung, die wir alle brauchen.“ Dieser Zusammenhalt benötige aber auch die gemeinsame Kommunikation. Deshalb würden Kirche und Diakonie zu vielen Verständigungsorten einladen.

Das Portraitfoto zeigt Bischöfin Dr. Beate Hofmann
«Ich fahre nach Dessau, weil ich überzeugt bin: Zusammenhalt lebt davon, dass Menschen füreinander da sind. Genau das feiern wir beim Hoffnungskulturfest. Kirche schafft Orte, an denen Menschen Hoffnung miteinander teilen können.»
Bischöfin Dr. Beate Hofmann

Unterstützung aus der EKKW

Auch Bischöfin Dr. Beate Hofmann nahm an dem Hoffnungskulturfest teil. Damit wollte sie ein Zeichen für Zusammenhalt und gesellschaftliche Offenheit setzen und sagte im Vorfeld: „Ich fahre nach Dessau, weil ich überzeugt bin: Zusammenhalt lebt davon, dass Menschen füreinander da sind. Genau das feiern wir beim Hoffnungskulturfest. Kirche schafft Orte, an denen Menschen Hoffnung miteinander teilen können. Ich freue mich auf viele Begegnungen. Fahren Sie mit!“, so die Bischöfin. Die Landeskirche Anhalts hatte alle EKD-Mitgliedskirchen eingeladen, sich an dem Kirchentag zu beteiligen.

Auch Gläubige brauchen Ermutigung

Die Kirchengemeinden luden unter dem Motto „Die Kirche bleibt im Dorf“ zum gemeinsamen Mittagessen an 120 Tischen auf dem Marktplatz ein. Unter den Gästen waren auch Bischöfe und Präsides von sieben anderen evangelischen Landeskirchen, unter anderem Sachsen, Berlin-Brandenburg, Württemberg sowie des katholischen Bistums Magdeburg.

Die Präses der EKD-Synode, Anna-Nicole Heinrich, sagte: „Man merkt, dass die Menschen in den hiesigen Landeskirchen Rückhalt brauchen.“ Für sie sei es ermutigend, Feste wie in Dessau zu erleben, wo Gläubige mit anderen Menschen zusammenkommen. „Es ist wichtig, den Menschen zuzuhören und nicht gegen jemanden zu sein“, sagte Heinrich. Ihr sei es wichtig, „die Vielstimmigkeit unserer Gesellschaft und unserer Kirchen zuzulassen.“ Doch dort „wo Grenzen überschritten werden, muss dies auch angesprochen werden“, machte sie deutlich.

Hoffnung über Kirchen hinaus

Mit Gesprächsangeboten auf der Bühne wurde das Thema Hoffnung aus verschiedenen Perspektiven betrachtet. Der sächsische Pfarrer und Influencer Justus Geilhufe betonte dabei, dass „das Dasein vor Ort ganz zentral“ sei. Das Kirchgebäude sei nicht nur für die Gläubigen ein wichtiger Ort. „Es ist den Menschen nicht egal, wenn diese Tür dauerhaft geschlossen würde“, sagte Geilhufe. Doch es benötige Angebote für die Menschen, auch für die Nichtkirchenmitglieder.

Die Regionalbischöfin der mitteldeutschen Landeskirche, Bettina Schlauraff, verwies darauf, dass viele Ehrenamtliche die Kirchen zu Orten der Begegnung machten. Sie plädierte dafür, mehr Mut zu zeigen. Die Frage sei, „was sind wir bereit aufzugeben, wenn wir unsere Kirchengebäude öffnen“, sagte Schlauraff. Die Botschaft des christlichen Glaubens sei, „dass wir eine Hoffnungspflicht haben.“

Landtagswahl in Sachsen-Anhalt

Die Landtagswahl in Sachsen-Anhalt am 6. September wird bundesweit mit großer Aufmerksamkeit verfolgt. Hintergrund sind die hohen Umfragewerte der AfD und die Debatte über die Zukunft des demokratischen Zusammenhalts im Land. Die Evangelische Landeskirche Anhalts feiert ihr Hoffnungskulturfest bewusst eine Woche vor der Wahl und versteht es als Ort der Begegnung, Verständigung und Ermutigung.