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Unser Foto zeigt das Gebiet Syriens auf einer Karte mit der Stadt Aleppo im Norden des Landes.

Unser Foto zeigt das Gebiet Syriens auf einer Karte mit der Stadt Aleppo im Norden des Landes.

Kassel / Redaktion ekkw.de
Veröffentlicht 06 Feb 2026

Nach Angaben einer Kontaktperson, die aus Sicherheitsgründen anonym bleibt, halten sich viele Bewohnerinnen und Bewohner seit Tagen nahezu ununterbrochen in ihren Häusern auf, heißt es in einer Mitteilung. Die Angst vor erneuten Zusammenstößen oder militärischen Operationen sei allgegenwärtig. Öffentliche Einrichtungen und Märkte blieben über lange Zeit geschlossen, Verkehrswege seien teilweise blockiert – mit der Folge, dass Familien voneinander getrennt und alltägliche Wege unmöglich wurden. Erst nach mehreren Tagen seien minimale Einkäufe wieder möglich gewesen.

Über der Region gebe es fortlaufend militärische Flugbewegungen; zugleich würden Gefangene aus ehemaligen IS‑Lagern verlegt. Die lokale Bevölkerung wisse kaum, welche politischen Absprachen im Hintergrund wirkten – sie spüre nur die daraus resultierende Unsicherheit und die eingeschränkte Versorgungslage, heißt es in der Mitteilung weiter.

Geburt in Krisenzeiten

Wie fragil die Situation ist, zeigt der Bericht über eine Frau aus einer christlichen Gemeinde, die ihr Kind unter besonders schwierigen Umständen zur Welt brachte. Eine schwere Schwangerschaftskomplikation führte zu einer Frühgeburt. Im Krankenhaus fehlte es an Personal; die Versorgung war nur eingeschränkt möglich. Umso größer sei die Erleichterung darüber, dass Mutter und Kind wohlauf sind.

Fürbitte für Syrien

Die Evangelische Kirche in Deutschland ruft anlässlich des Sonntags Reminiszere (1. März 2026) dazu auf, in Gottesdiensten besonders der bedrängten und verfolgten Christinnen und Christen in Syrien zu gedenken. Sie stellt Materialien für Gebete und Fürbitten zur Verfügung, um Solidarität sichtbar zu machen und die Stimmen aus der Region in die Öffentlichkeit zu tragen.

Kirchliche Präsenz trotz Gefahr

Christliche Gemeinden gehören in Nordostsyrien zu einer vielfältigen religiösen Landschaft. Trotz eigener Gefährdung versuchen sie, seelsorgerliche Unterstützung und soziale Stabilität zu bieten. Die geschilderten Eindrücke machten deutlich, dass es nicht allein um politische Nachrichten, sondern um konkrete Lebenswirklichkeiten und existentielle Herausforderungen geht: „Unsere Kirchen stehen in ökumenischer Verbundenheit mit Christinnen und Christen im Nahen Osten. Die Berichte aus Nordostsyrien erinnern uns daran, wie wichtig es ist, ihre Stimmen wahrzunehmen und verantwortlich weiterzugeben, ohne ihre Sicherheit zu gefährden“, heißt es abschließend in der Mitteilung.

Helfen Sie mit einer Spende!

Das Gustav-Adolf-Werk unterstützt seit vielen Jahren Gemeinden in Syrien – durch den Aufbau kirchlicher Strukturen, Bildungs- und Wiederaufbauprojekte sowie Hilfe für von Krieg und Vertreibung Betroffene. Über dieses Engagement bestehen wichtige Verbindungen in die Region und konkrete Unterstützung für die Menschen vor Ort.

Spendenkonto des GAW Kurhessen-Waldeck e.V.
IBAN: DE81 5206 0410 0000 800 058
Online-Spende auf der Website des GAW

Kirchliche Netzwerke in Deutschland, darunter die Evangelische Kirche von Kurhessen-Waldeck (EKKW) und die Evangelische Kirche in Hessen und Nassau (EKHN), sind seit Jahren in engem Austausch mit Partnerkirchen im Nahen Osten – etwa über die Near East School of Theology in Beirut, die Evangelische Mission in Solidarität (EMS), die Rum‑Orthodoxe Kirche von Antiochien sowie das Gustav-Adolf-Werk. Diese Verbindungen ermöglichen Rückhalt, Austausch und punktuelle Unterstützung.

Wie sind die Landeskirchen mit der Region verbunden?

Die EKKW und die EKHN sind über diverse ökumenische Beziehungen mit Kirchen und Christinnen und Christen in der Region verbunden:

Near East School of Theology (N.E.S.T.), Beirut: Die EKHN ist seit vielen Jahren mit der N.E.S.T. verbunden, einer theologischen Hochschule in Beirut (Libanon). Über Studium, Delegationsreisen und persönliche Begegnungen bestehen Kontakte zu Pfarrerinnen und Pfarrern aus dem Libanon und aus Syrien. Das Sabbatical-Programm der N.E.S.T., das Geistliche aus Krisenregionen stärkt und begleitet, wird von der EKHN maßgeblich unterstützt.

Evangelische Mission in Solidarität (EMS): Sowohl EKHN als auch EKKW sind Mitglied der EMS. Über dieses internationale Netzwerk bestehen kirchliche Beziehungen und Austauschformate mit Kirchen im Nahen Osten, darunter auch in Syrien.

Kirchliche Freundschaft der EKKW mit der Rum-Orthodoxen Kirche von Antiochien: Die EKKW pflegt freundschaftliche Beziehungen zur Rum-Orthodoxen Kirche von Antiochien, deren Wirkungsbereich sich auch auf Syrien erstreckt. Diese Freundschaft ermöglicht Räume für Begegnung, theologischen Austausch und Solidarität mit Christinnen und Christen in der Region.

Engagement des Gustav-Adolf-Werks (GAW): Die Gustav-Adolf-Werke beider Landeskirchen unterstützen evangelische Minderheitskirchen weltweit, auch im Nahen Osten. In Syrien engagiert sich das GAW seit Jahren in der Förderung kirchlicher Strukturen, in Bildungs- und Wiederaufbauprojekten sowie in der Unterstützung von Gemeinden, die unter den Folgen von Krieg und Vertreibung leiden. Über diese Arbeit besteht eine weitere wichtige Verbindung in die Region.