Die Checkliste ist abgearbeitet, die richtige Bahn ausgewählt, alles sicher verstaut, nichts liegt mehr herum. Dann setzt sich die Winde in Bewegung, zieht das Seil an, Fluglehrer und -schüler werden in die Sitze gedrückt; von Null auf 100 Stundenkilometer in 2,7 Sekunden.
400 Meter über dem Boden klinkt sich das Seil aus und sinkt an einem Fallschirm zu Boden. «Dann ist man frei», sagt Moritz John. Der 14-Jährige hat gerade damit begonnen, seinen Flugschein zu machen und plant seinen ersten Alleinflug – also ohne Lehrer – für Herbst oder Winter. Vorher muss er 40 Starts unter Begleitung absolviert haben, ärztlich untersucht sein und auch die theoretischen Grundlagen drauf haben.
So richtig begann für den 14-Jährigen, der in Ahnatal-Weimar wohnt, die Begeisterung für das Fliegen vor zwei Jahren bei einem Italien-Urlaub. Die Technik des Flugzeuges, das sie dorthin brachte, faszinierte ihn und die Tatsache, dass «so eine große Metallkiste in die Luft kommt». Moritz schaute sich im Internet Videos über Segelflug an, gestaltete für die Schule eine Präsentation über das Thema und durfte einmal beim Vater eines Freundes mitfliegen.
Nun kamen Geldgeschenke von der Konfirmation gerade recht, um sich den großen Traum vom Selberfliegen zu verwirklichen. Bei der Flugsportvereinigung Kassel-Zierenberg ist er auf dem Dörnberg jetzt in die Ausbildung gestartet; das ist ab 14 Jahren möglich. Den Schein darf er mit 16 bekommen. Die Kosten für die gesamte Ausbildung schätzt Moritz auf 2.500 bis 3.000 Euro.
Obwohl er noch am Anfang steht, weiß der Flugschüler schon viel über das neue Hobby – außerdem rudert er noch wettkampfmäßig und spielt in Bands und Ensembles Gitarre, manchmal auch im Gottesdienst. So erzählt er, was man tun sollte, falls das Seil der Winde mal reißt. Er erklärt, wie das mit der Trudelübung funktioniert, die zum Sicherheitstraining gehört und nach mindestens flauem Magen klingt. Und er kennt natürlich die Wolkentypen, etwa Kumulus-Wolken, die für Auftrieb sorgen.
Und wenn der Auftrieb günstig ist, dann schwebt Moritz, derzeit noch mit Fluglehrer, hoch über Nordhessen. Er findet es spannend, wie anders Orte und Plätze von oben aussehen. Das sorgt auch für Respekt bei ihm. «Manchmal habe ich etwas Angst, wenn ich von oben runterschaue», sagt er. Doch dann macht er sich klar, dass er vorm Start akribisch gecheckt hat, dass alles reibungslos funktioniert.
Er könne sich gut vorstellen, auch beruflich Pilot zu werden, erzählt der 14-Jährige, der das Friedrichsgymnasium in Kassel besucht. Und er überlegt, sich nach dem Segelflugschein auch mit Motorseglern und -flugzeugen sowie Ultraleichtflugzeugen zu beschäftigen.
Zunächst steht aber der Segelflugschein an: Moritz John wird also, wenn alles nach Plan läuft, noch oft das erleben, was er als schönstes Erlebnis in der Luft beschreibt: die Begegnung mit Vögeln. Er erzählt, wie irgendwann neben ihm ein Vogel auftauchte und sich, genau wie er, von der Thermik auf und ab tragen ließ. Weit weg vom Boden, vom Alltag, ganz frei.

„Ins Freie“ als E-Paper
Passend zum Ferienbeginn führt das „blick in die kirche Magazin“ seine Leserinnen und Leser „Ins Freie“. Das ist einerseits ganz wörtlich gemeint: So hat die Redaktion ein Interview mit Bischöfin Dr. Beate Hofmann im und über den Wald geführt und einen 14-Jährigen besucht, der Segelfliegen lernt. „blick in die kirche“ war auf Hessens größtem Campingplatz am Hanauer Bärensee zu Besuch, wo auch ein Team von „Kirche unterwegs“ aktiv ist. Eine Frau erzählt, wie sie auf die Idee kam, rückwärts zu pilgern, und Teilnehmende, warum sie im höheren Alter einen Pedelec-Fahrkurs besuchen.
Andererseits geht es auch um Freiheit. Eine Christin, die aus dem Iran stammt, erzählt von ihrer Flucht und ihr Ehrenamt in der evangelischen Kirche. Die Geschichte der Waldenser zeigt, dass auch vor Jahrhunderten schon Menschen wegen ihres Glauben ihr Heimatland verlassen musste – die Spuren der Waldenser sind bis heute zu finden.
Außerdem gibt es ganz konkrete Tipps zu besonderen Kirchen und Anlässen für die Freizeit und den Urlaub. Passend dazu berichtet eine Urlaubsseelsorgerin von ihrer Arbeit auf der Nordseeinsel Langeoog.
Wie immer gibt es ein Preisrätsel: Diesmal ist ein Hotelaufenthalt mit Abendessen in Hanau zu gewinnen.
Das „blick in die kirche-Magazin“ ist die Publikumszeitschrift der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck und liegt viermal im Jahr den Tageszeitungen auf dem Gebiet der Landeskirche kostenfrei bei. Die Druckauflage beträgt über 211.000 Exemplare, hinzu kommen E-Paper und Webseite.










