Den inhaltlichen Impuls gab Prof. Dr. Sándor Fazakas aus Debrecen/Ungarn mit einem Vortrag über Synodalität, Demokratiebildung und kirchliche Transformation aus europäischer Perspektive. In verschiedenen Workshops berieten die Teilnehmenden anschließend über neue Gemeindeformen, über die geistliche Gestaltung von Veränderung, offenere kirchliche Räume und unterschiedliche Zukunftsmodelle für Kirchengemeinden.
Der Tag hatte mit einem Gottesdienst in der Stadtkirche St. Marien begonnen, in der vor 500 Jahren die Reformation in Hessen ihren Ausgang nahm. So war denn auch das Jubiläumsjahr ein guter Anlass für den Austausch der beiden Synoden an historischer Stätte – und der Marsch der vielen Mitglieder der beiden Kirchenparlamente von Stadtkirche zu Stadthalle ein eindrucksvolles Bild: Sich gemeinsam auf den Weg machen, über Gemeinsames reden, dazu waren die beiden hessischen „Kirchenparlamente“ zusammengekommen.

„Wir müssen reden“: Aus diesem Impuls war die Homberger Synode vor 500 Jahren entstanden, erinnerte der Präses der Synode der EKKW, Dr. Michael Schneider, in seiner Predigt im Eröffnungsgottesdienst. Dieses Erbe bleibe aktuell. Synodales Reden müsse unterschiedliche Positionen hörbar machen, zu Entscheidungen führen und dem gesellschaftlichen Zusammenhalt dienen. Er ist überzeugt: „Der synodale Weg, die Art wie wir miteinander reden, ist ein Erfolgsprinzip, nach dem sich andere sehnen – in der Kirche und in der Welt.“
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Die Homberger Synode war ein bedeutendes reformatorisches Ereignis, das im Oktober 1526 in der Stadtkirche St. Marien in Homberg (Efze) stattfand. Erstmals hatten Bürgerinnen und Bürger aktiv Mitsprache in kirchlichen und politischen Angelegenheiten. In der Versammlung diskutierten geistliche und weltliche Vertreter der Landgrafschaft Hessen, ob der protestantische Glaube einzuführen sei. Großer Fürsprecher war Landgraf Philipp I, der Initiator der Versammlung. Schließlich wurde die Landgrafschaft protestantisch, weil die Mehrheit Philipps Vorhaben unterstützte. Die infolge der Synode ausgearbeitete neue Kirchenordnung trat aber nie in Kraft, da sie dem Reformator Martin Luther als zu tiefgreifend erschien. Die Synode leitete jedoch bedeutende gesellschaftliche Veränderungen ein: Bildungsreformen, soziale Einrichtungen und neue Formen kirchlichen Lebens.


















