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glauben leben lernen

Bildung aus evangelischer Perspektive

Auf dieser Seite können Sie entdecken, wie vielfältig Bildung in der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck ist. Dazu gehören KiTas und Schulen, Religionsunterricht, Konfi-Zeit, Arbeit mit Kindern, Jugendlichen und Familien, Ausbildungsorte an Fach- und Hochschulen, Erwachsenenbildung vom Senior*innenkreis bis zur evangelischen Akademie.

Übersicht:

Im Wimmelbild gibt es beispielhaft viele Szenen unserer evangelischen Bildungsarbeit zu entdecken. Weiter unten sind weitere Detials zu den einzelnen Bereichen abrufbar.

Im Wimmelbild gibt es beispielhaft viele Szenen unserer evangelischen Bildungsarbeit zu entdecken. Weiter unten sind weitere Detials zu den einzelnen Bereichen abrufbar.

Hier wuselt es gewaltig – und das mit Absicht

Unser Wimmebild zeigt die Realität natürlich nicht eins zu eins, doch typische Szenen werden sichtbar. Sie zeigt aber typische Szenen. Wir laden Sie ein, das eigene Umfeld unter die Lupe zu nehmen – zu entdecken, was da alles wächst und wirkt. So geht´s … (Die Kurzanleitung hier als PDF anschauen.)

Unsere „Lupe“ – Bildungsarbeit sichtbar machen: Notieren Sie ins Innere der Lupe einfach, was Ihnen beim Betrachten auffällt. Halten Sie Impulse, Ideen und nächste Schritte fest. Die nachfolgenden Fragen können helfen. 

Drei Fragebereiche zum gemeinsamen Austausch: 

I. Was sehen wir?

  • Wo geschieht bei uns überall Bildung – vielleicht auch unerwartet?
  • Welche Menschen erreichen wir?
  • Was gelingt uns gut? Worauf können wir stolz sein?

II. Was wächst durch Bildung?

  • Wo stiftet Bildung Beziehungen, vertieft Glauben oder öffnet Kirche?
  • Welche Angebote schaffen neue Kontakte?
  • Wie beziehen wir alle Generationen mit ein?

III. Was wird möglich?

  • Welche Ideen möchten wir konkret angehen?
  • Welche Schritte bringen uns weiter?
  • Welche Angebote und Projekte um uns herum finden wir anregend?
  • Mit wem können wir im Kooperationsraum zusammenarbeiten und Ressourcen teilen?

Wo Bildung bei uns Segen bringt:

Religionsunterricht
Rund 127.000 Kinder und Jugendliche besuchen in unserer Landeskirche den Religionsunterricht. Im Mittelpunkt stehen die großen Fragen des Lebens, christlicher Glaube, Werte und Orientierung. Der Unterricht fördert Respekt, Toleranz und Verständnis und verbindet Schule, Kirchengemeinden und Religion.
Religion in der Schule
Religion in der Schule wirkt weit über den Unterricht hinaus. Schulseelsorge begleitet Lernende und Lehrende in persönlichen und schulischen Krisen. Schulgottesdienste, etwa zur Einschulung oder im Advent, bereichern das Schulleben und schaffen Begegnungen zwischen Schule, Kirche und Gemeinde.
Konfirmandinnen und Konfirmanden
Rund 5.000 Jugendliche erleben jährlich ihre Konfizeit, etwa 78 Prozent der evangelisch getauften Kinder werden konfirmiert. Pfarrpersonen, Gemeindereferentinnen und -referenten und ehrenamtliche Teamerinnen und Teamer begleiten sie ein Jahr lang lebensnah. Vielfältige Lernformen eröffnen Zugänge zu Glaubensfragen.
Arbeit mit Kindern und Jugendlichen
Evangelische Kinder- und Jugendarbeit eröffnet jungen Menschen lebensnahe Begegnungen mit dem christlichen Glauben. Hauptamtlich Mitarbeitende und ehrenamtlich Engagierte gestalten Gruppen, Projekte und Aktionen, fördern Gemeinschaft und Verantwortung und begleiten Kinder und Jugendliche in ihrer persönlichen Entwicklung.
Freizeiten für Kinder und Jugendliche
Kinder- und Jugendfreizeiten sind feste Bestandteile evangelischer Jugendarbeit. Sie verbinden Gemeinschaft, Erholung und Bildung, schaffen Freiräume für neue Erfahrungen und machen christlichen Glauben erlebbar. Jugendliche können sich qualifizieren und Leitungsverantwortung übernehmen.
Kirchenmusik – vokal
Chöre prägen das kirchliche Leben unserer Landeskirche. Tausende Sängerinnen und Sänger aller Altersgruppen musizieren in Kantoreien, Kinder- und Jugendchören. Singen stärkt Gemeinschaft, musikalische Fähigkeiten und soziale Kompetenzen und bereichert Gottesdienste und kirchliche Feste.
Kirchenmusik - instrumental
Posaunenchöre und Instrumentalgruppen sind lebendige Ausdrucksformen kirchlicher Musik. Mehrere tausend Bläserinnen und Bläser musizieren generationenübergreifend. Aus- und Fortbildungen fördern musikalische Qualität, Gemeinschaft und Engagement in Gottesdiensten und Gemeindeleben.
Kirchenraumerkundungen
Kirchenraumerkundungen laden dazu ein, Kirchen neu zu entdecken – als Orte von Geschichte, Symbolik und Spiritualität. Kirchenpädagoginnen und Kirchenpädagogen eröffnen Zugänge für Menschen aller Altersgruppen und fördern Begegnung, Austausch und persönliche Glaubenserfahrungen.
Familienbildungsstätte / Familienbildungszentrum
In diesen Einrichtungen werden Familien in unterschiedlichen Lebensphasen begleitet. Sie bieten Kurse, Beratung und Begegnung an, stärken Eltern und Kinder und unterstützen bei Übergängen und Herausforderungen. Evangelische Familienbildung verbindet Alltag, Glaube und gemeinsames Lernen.
Kindertagesstätten
Rund 13.000 Kinder werden in evangelischen Kindertagesstätten unserer Landeskirche betreut. Sie erleben Gemeinschaft, Förderung und religiöse Vielfalt. Christlicher Glaube wird im Alltag erfahrbar, während Kinder Orientierung finden, Beziehungen aufbauen und ihre Welt entdecken.
Erwachsenenbildung
Evangelische Erwachsenenbildung eröffnet Räume für Austausch, Lernen und Orientierung. Workshops, Kurse und Tagungen greifen Glaubens- und Lebensfragen auf, stärken Verantwortung und fördern gesellschaftliches Engagement – offen, dialogisch und fest im christlichen Glauben verankert.
Kirche mit Kindern und Familien
In vielen Kirchengemeinden gibt es Angebote wie Kindergottesdienste, Familienkirche oder „Kirche Kunterbunt“. Ehrenamtliche gestalten altersgerechte Zugänge zu biblischen Geschichten, Gemeinschaft und Glauben und laden Kinder und Familien zum Mitfeiern und Mitgestalten ein.

Grundlinien evangelischer Bildung in der EKKW

Unsere Aufgabe als Kirche ist es, das Evangelium zu teilen. Das ist die befreiende Botschaft von der Liebe Gottes in Jesus Christus. In allen Handlungsfeldern und bei allen Grundaufgaben spielen Bildungsprozesse eine Rolle. Das ist begründet im biblischen Auftrag (Mt 28,19-20 „Geht hin in alle Welt […] und lehret sie halten alles, was ich euch befohlen habe“). Um auf Gottes Wort zu hören, brauchen wir Bildung. Alle Menschen sollen in der Lage sein, Gottes Wort zu lesen und sich eigenständig mit der christlichen Tradition auseinander zu setzen. Das war ein zentrales Anliegen der Reformation.

Wir wollen Menschen nach ihren Bedürfnissen und Vorstellungen fragen. Hierfür sind neueste Erkenntnisse aus verschiedenen Studien und Befragungen wichtig. Evangelische Bildung findet statt, wenn wir vom Glauben erzählen. Sie ereignet sich auch im Gespräch über christliche Inhalte und dort, wo wir Räume für den Glauben eröffnen. Sie ist wirksam, wenn Menschen befähigt werden, ein selbstbestimmtes Leben zu führen. Evangelische Bildung unterstützt in der seelsorgerlichen Begleitung von Menschen. Sie hilft dabei, Gemeinschaft zu bilden. Bildung wird gebraucht, wenn wir miteinander Krisen bewältigen und Nächstenliebe leben.

1. Ganzheitliche Entwicklung und christlicher Glaube

Evangelische Bildung fördert Menschen in der Entfaltung ihrer von Gott gegebenen Möglichkeiten. Mit Kopf, Herz und Hand - ihr Ansatz ist ganzheitlich. Sie ermutigt zu selbstbestimmtem und eigenverantwortlichem Denken und Handeln. Evangelische Bildung fördert lebenslanges Lernen zu den Inhalten des christlichen Glaubens. Sie findet immer um der Menschen willen statt, nicht zur Selbsterhaltung der Kirche.
 

2. Offenheit und Dialog

Evangelische Bildung ist weltoffen und dialogbereit. Sie setzt sich für Menschenwürde und Demokratie ein. Sie stärkt die Fähigkeit, eine Vielfalt von Meinungen zu schätzen und auszuhalten. Sie hinterfragt kritisch verbreitete Weltbilder, die Menschen ausgrenzen. Sie strebt nach Bildungsgerechtigkeit. Ihr Ziel ist, dass alle Menschen ihre Möglichkeiten unabhängig von ihrer Umwelt entfalten können. Evangelische Bildung baut Barrieren ab und ermöglicht Teilhabe.

3. Lebensnähe und Relevanz

Evangelische Bildung ist lebensrelevant. Sie orientiert sich an existentiellen Bedürfnissen und individuellen Lebenserfahrungen von Menschen. Sie stellt sich den Herausforderungen der Gegenwart. Dazu gehören insbesondere digitale Kommunikation und weltweite Vernetzung (Digitalität und Globalität). So bildet sie Orientierung und Identität. Damit wird die aktive Gestaltung individueller Bildungsprozesse ermöglicht.

4. Glaubensorientierung und Freiheit

Evangelische Bildung begleitet Menschen jeden Alters dabei, Kompetenzen und Wissen über die christliche Tradition zu gewinnen. Sie fördert dadurch die Entwicklung einer eigenen kritisch reflektierten Position. Sie bietet Orientierung für ein verantwortungsvolles Leben in evangelischer Freiheit. Sie zielt auf Persönlichkeitsbildung jenseits von Leistungsdruck und ökonomischer Bewertung. Evangelische Bildung ermöglicht eine experimentierfreudige Haltung, indem sie scheinbar Selbstverständliches und Gewohnheiten in Frage stellt.

5. Gemeinschaft und Horizonterweiterung

Evangelische Bildung geschieht vielfach in Gemeinschaft. Sie schafft dadurch Räume für soziales Lernen. Sie erweitert den Horizont. So ermöglicht sie Begegnung und Auseinandersetzung mit Neuem und auch Fremdem durch Projekte, Aktionen, Diskurse und Debatten. Sie fördert die freie Entfaltung durch Spiel und Kreativität. Dabei nutzt sie vielfältige Lernorte für Bildungserlebnisse. Gottesdienst und Diakonie gehören unabdingbar dazu. Christlicher Glaube braucht die Kirche, denn er braucht sichtbare, verlässliche Formen von Gemeinschaft.

Konkretionen

Diese Handlungsfelder unserer Kirche werden klassisch dem evangelischen Bildungsbereich zugeordnet: KiTas und Schulen, Religionsunterricht, Konfi-Zeit, Arbeit mit Kindern, Jugendlichen und Familien, Ausbildungsorte an Fach- und Hochschulen, Erwachsenenbildung vom Senior*innenkreis bis zur evangelischen Akademie.

Die erstgenannten Handlungsfelder sind für die Zukunft unserer Kirche besonders relevant. Sie bieten Kontaktflächen mit Menschen unter 40 Jahren, auch mit denen, die eher kirchenfern sind. Gute Erfahrungen mit Religionsunterricht und Konfi-Arbeit können die Einstellung zu Religion und Kirche nachhaltig positiv prägen. Inzwischen wirkt sich dieser Einfluss im Zuge des Traditionsabbruchs sogar stärker aus als die Erfahrungen im Elternhaus.

Die evangelische Bildungsarbeit motiviert freiwillig Engagierte, die in der Jugendarbeit mitmachen und qualifiziert werden (Juleica). Sie wirkt nachhaltig auf den Glauben und die Bindung an die Kirche. Die Konfi-Zeit findet dabei in der Verantwortung von Kirchengemeinden statt. Sie eröffnet authentische Einblicke in gelebte Religion und Alltagsgestaltung. Die Konfi-Zeit unterstützt die Jugendlichen, ihren eigenen Glauben zu entdecken und zu formen in einer starken Gemeinschaft. Sie kann Identität und persönliche Entwicklung stärken. Dazu gehören u.a. die Begleitung und auch der Konfirmationsgottesdienst als Feier des Übergangs zum Jugendalter.

Die evangelische Bildungsarbeit geschieht in Zusammenarbeit mit anderen, oft mit staatlichen Stellen. Dies geschieht z.B. in KiTas und im Religionsunterricht. In der Zusammenarbeit mit staatlichen Bildungseinrichtungen ermöglicht ev. Bildung einen informierten, selbstbestimmten Umgang mit Religion in ihrer Bedeutung für das eigene Leben und für die Gesellschaft. Sie gibt Orientierung und stärkt die Urteilsfähigkeit. Der christliche Standpunkt wird dabei als Position offen ins Gespräch gebracht. Kinder und Jugendliche erleben eine Umgebung, die sensibel ist für ihre religiösen Bedürfnisse und Möglichkeiten. Dies schätzen auch Eltern, die keiner oder einer anderen Religion angehören.

Im Sozialraum arbeiten evangelische Bildungsakteur*innen auch mit Vereinen und anderen Trägern zusammen. Diese Zusammenarbeit ermöglicht eine große Vielfalt und orientiert sich an den Bedürfnissen vor Ort.
 

Dezernat Bildung der EKKW
Haus der Kirche, Landeskirchenamt, Wilhelmshöher Allee 330, 34131 Kassel
+495619378261