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Unser Screenshot zeigt das Layout der Erstausgabe von ekkw.de im Jahr 1996. Seitdem hat sich das Erscheinungsbild mehrfach geändert.

Unser Screenshot zeigt das Layout der Erstausgabe von ekkw.de im Jahr 1996. Seitdem hat sich das Erscheinungsbild mehrfach geändert.

Kassel / Redaktion ekkw.de
Veröffentlicht 05 Okt 2026

Irgendwann in den ersten beiden Oktoberwochen 1996 war es so weit: Die Evangelische Kirche von Kurhessen-Waldeck (EKKW) stellte ihren ersten eigenen Internetauftritt online. Das genaue Datum lässt sich drei Jahrzehnte später nicht mehr sicher rekonstruieren. Klar ist aber: Die Landeskirche gehörte zu denen, die früh im damals noch jungen Internet vertreten waren.

Von einer Selbstverständlichkeit war ein solcher Auftritt Mitte der 1990er-Jahre weit entfernt. Das Internet begann gerade, den Alltag von Redaktionen und Publikum zu verändern. Bei Radiosendern gingen zunehmend E-Mails statt Anrufen ein, auch die Redaktionen nutzten den neuen Kommunikationsweg. „Dann kamen die ersten Webseiten auf und alle fragten: Warum habt ihr keine?“, erinnerte sich der frühere Internetbeauftragte Christian Fischer in einem Interview zu seinem Abschied aus dem aktiven Dienst.

Eine Mini-Redaktion entdeckt das Internet

Die ersten Schritte unternahm eine dreiköpfige Mini-Redaktion. Zu ihr gehörten neben Fischer, der damals vor allem für den privaten Rundfunk zuständig war, der Schüler Jonas Pasche und der Medienpädagoge Gerhard Jost. Rund ein halbes Jahr lang trafen sie sich regelmäßig und überlegten, wie ein kirchlicher Auftritt im Internet aussehen könnte.

„Wie können wir das hinbekommen?“ sei damals die entscheidende Frage gewesen, berichtete Fischer. Eine ausgearbeitete Digitalstrategie gab es noch nicht. Vieles entstand durch Beobachten, Ausprobieren und gemeinsames Lernen. Die Anfänge seien „wild, spontan, ohne Struktur“ gewesen.

Mini-Redaktion zum ekkw.de-Start 1996 (v.l.): Schüler Jonas Pasche, Pfarrer Christian Fischer und Medienpädagoge Gerhard Jost

Mini-Redaktion zum ekkw.de-Start 1996 (v.l.): Schüler Jonas Pasche, Pfarrer Christian Fischer und Medienpädagoge Gerhard Jost

Auch die technischen Voraussetzungen waren andere als heute. Im Landeskirchenamt standen noch keine geeigneten Computer zur Verfügung. Deshalb bereitete das kleine Team den Internetauftritt dort vor, wo die nötige Technik vorhanden war: im Computerraum des Kasseler Engelsburg-Gymnasiums. Von dort aus startete die Landeskirche 1996 ins Internet.

Ein Psalm steht am Anfang

Das neue Angebot wurde von Beginn an nicht nur technisch, sondern auch theologisch gedacht. Die kleine Redaktion beschäftigte sich regelmäßig mit dem jeweiligen Wochenpsalm und setzte ihn grafisch um. Diese Gestaltung wurde dem eigentlichen Internetauftritt vorgeschaltet und bildete den Mittelpunkt der frühen Website. Das sei damals ziemlich einmalig gewesen und habe viel Resonanz gefunden, sagte Fischer rückblickend.

Als alle Veranstaltungen in Oberbimbach stattfanden

Zu den frühen Angeboten gehörte auch ein Veranstaltungskalender, der vor dem Start der Website im Oktober 1996 intensiv beworben wurde. Zahlreiche Termine aus der Landeskirche waren bereits eingegangen. Dann führte ein kleiner Programmierfehler dazu, dass sämtliche Veranstaltungen an einem einzigen Ort angezeigt wurden: in der Schnepfenkapelle in Großenlüder-Oberbimbach.

Ob Gottesdienst, Tagung oder größere Veranstaltung: Laut Kalender sollte alles in der kleinen Kapelle in der Nähe von Fulda stattfinden. Das sei für alle Beteiligten zunächst „ein echter Schock“ gewesen, erinnerte sich Fischer. Nach einem Tag war der Fehler behoben. Später habe man darüber lachen können.

Die Schnepfenkapelle in Großenlüder-Oberbimbach

Die Schnepfenkapelle in Großenlüder-Oberbimbach

Vom Experiment zum Gesicht der Landeskirche

Aus dem Angebot einer kleinen Redaktion ist in den vergangenen drei Jahrzehnten die offizielle Internetpräsenz der EKKW geworden. Die Website bildet heute nicht mehr nur einzelne Projekte und Ideen ab. Sie soll die Landeskirche in ihrer Breite zeigen, über aktuelle Entwicklungen informieren, Orientierung geben und den Zugang zu kirchlichen Angeboten ermöglichen.

Damit sind auch die Anforderungen gewachsen. Inhalte müssen sorgfältig recherchiert, verständlich aufbereitet und zuverlässig gepflegt werden. Einrichtungen, Arbeitsbereiche und unterschiedliche Ebenen der Landeskirche bringen ihre Themen und Perspektiven ein. Aus dem Experiment weniger Beteiligter ist eine gemeinsame Plattform geworden, die vieles vereint: Nachrichten, geistliche Impulse, Serviceangebote und Informationen über das kirchliche Leben. Hinzu kommen Verbindungen zu sozialen Netzwerken, Audio- und Videoangeboten, Newslettern und weiteren digitalen Formaten.

Die Entwicklung von ekkw.de ist zugleich eine Geschichte veränderter redaktioneller Zusammenarbeit. Lange arbeiteten die verschiedenen Bereiche der kirchlichen Öffentlichkeitsarbeit weitgehend unabhängig voneinander. Heute speist sich ekkw.de aus Beiträgen der Stabsstelle Kommunikation, weiterer Arbeitsfelder im Landeskirchenamt sowie von Gemeinden, Kirchenkreisen und Einrichtungen in der gesamten Landeskirche.

Unsere Kirche entdecken

In der Rubrik KIRCHE geht es um unsere Kirche als Institution und ihre Strukturen. Dort sind alle Kirchengemeinden, Zahlen und Fakten zum kirchlichen Leben und zu den Kirchenfinanzen auffindbar. Außerdem gibt es Infos über den Reformprozess in der Landeskirche, die Landessynode mit weiteren kirchenleitenden Gremien und die Kirchenverwaltung.
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Trost, Mut und Zuversicht

Die Rubrik GLAUBE gibt einen schnellen Zugang zu Angeboten für wichtige Lebensstationen wie Taufe, Hochzeit und Bestattung. Dort findet man auch Inspiration in Glaubensfragen, zur Bibel und wichtige Gebete wie das Vaterunser oder das Glaubensbekenntnis. Außerdem wird das Kirchenjahr beleuchtet und verlässlich geöffnete Kirchen als Orte der Ruhe und Besinnung vorgestellt.
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Kirche mitten im Leben

In der Rubrik LEBEN geht es um wichtige Lebensfragen. Hier werden Themen aufgegriffen wie „Flucht & Migration“ oder „Kirche & Wald“. Auch die vielfältigen Seelsorge- und Beratungsangebote werden dort vorgestellt. Außerdem gibt es Informationen zum Umgang mit sexualisierter Gewalt in der Kirche und zur Initiative „Offen für Vielfalt“.
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Service von A bis Z

In der SERVICE-Rubrik präsentieren die Referate des Landeskirchenamtes und viele Einrichtungen ihre Angebote. Von „Akademie“ über „Gemeindeentwicklung“, bis hin zur „Kirchenvorstandsarbeit“ und dem „Weltgebetstag“ findet man viele Fachinformationen, die sich an eine breite Öffentlichkeit richten, inklusive einer Vielzahl von Bildungsmöglichkeiten für verschiedene Alters- und Personengruppen.
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Sichtbar bleiben in einer veränderten Medienwelt

Seit 1996 hat sich die digitale Öffentlichkeit grundlegend gewandelt. Damals bestand die Herausforderung darin, als Landeskirche überhaupt im Internet präsent zu sein. Heute konkurrieren Websites mit sozialen Netzwerken, Videoplattformen, Apps und zahlreichen weiteren Angeboten um Aufmerksamkeit.

Nach 30 Jahren steht ekkw.de damit vor neuen Herausforderungen. Menschen gelangen längst nicht mehr nur über eine Startseite oder die klassische Internetsuche zu kirchlichen Inhalten. Beiträge werden über soziale Netzwerke geteilt, von Suchmaschinen erschlossen oder von Künstlicher Intelligenz verarbeitet. Zugleich beginnen die Grenzen zwischen Websites, Plattformen und dialogischen Angeboten zu verschwimmen.

Welche Rolle kann eine landeskirchliche Website in dieser neuen Öffentlichkeit übernehmen? Wie verbindet sie verlässliche Informationen, journalistische Inhalte, praktische Angebote und religiöse Kommunikation? Und wie viel Raum bietet sie für Experimente und überraschende Formate?

Die Antworten werden anders ausfallen als 1996. Geblieben ist jedoch etwas vom ursprünglichen Auftrag: neue Entwicklungen wahrnehmen, ihre Möglichkeiten für kirchliche Kommunikation prüfen und den Mut aufbringen, nicht erst dann zu beginnen, wenn alle Wege bereits feststehen.

Stabsstelle Kommunikation

Produziert und verantwortet wird ekkw.de von den Mitarbeitenden der Stabsstelle Kommunikation und vielen weiteren Arbeitsbereichen der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck. Mehr zu den Aufgaben der Stabsstelle ist im Bereich des Landeskirchenamtes auf ekkw.de zu finden.

Das auf dieser Seite von Wikimedia verwendete Foto „Chapel (Schnepfenkapelle) in Grossenlueder Bimbach“ von UuMUfQ wurde im Zuschnitt verändert und steht unter der Creative-Commons-Lizenz „CC BY-SA 3.0“.