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Die Schulzeit läuft ab (v.l.): Antonia Martin, Lara Itter, Laeticia Bringmann, Sophia Stiehl, Christian Persch und Hannes Henkelmann vor der Ursulinenschule in Fritzlar

Die Schulzeit läuft ab (v.l.): Antonia Martin, Lara Itter, Laeticia Bringmann, Sophia Stiehl, Christian Persch und Hannes Henkelmann vor der Ursulinenschule in Fritzlar

Fritzlar / Olaf Dellit, blick in die kirche
Veröffentlicht 26 Jun 2026

Nun beginnt der Ernst des Lebens. Das hören Schülerinnen und Schüler zur Einschulung, später auch immer mal wieder. Kommt er nach dem Abitur nun wirklich, der Ernst? Oder ist es der Start der ganz großen Freiheit? Wir haben mit sechs jungen Menschen gesprochen, die ihr Abitur in der Tasche haben, wenn dieses Magazin erscheint, abgelegt an der Ursulinenschule in Fritzlar.

Wer glaubt, es hier mit einer planlosen Generation zu tun zu haben, liegt zumindest bei diesen sechs ganz falsch. Wochen vor den letzten Prüfungen haben sie alle einen Plan für die Zukunft. Sowohl Hannes Henkelmann als auch Sophia Stiehl wollen eine landwirtschaftliche Ausbildung machen und anschließend Agrarwissenschaft beziehungsweise Tiermedizin studieren.

Er habe schon immer «viel geschraubt», erzählt Hannes, der den Traktorführerschein längst hat. Freiheit, das begreift man schnell, erlebt er im Freien: «Ich muss jeden Tag raus.» Und Sophia erzählt von ihren Tieren: «Ich stehe um 5.30 Uhr mit Liebe auf, wenn ich in den Stall muss.» Wenn sie aber so früh raus müsse, um in die Schule zu gehen, sei das eher Hass als Liebe. 

Ganz anders ist das bei Laeticia Bringmann, die sagt: «Ich habe Schule eigentlich immer geliebt.» Sie will, genau wie Lara Itter, Lehramt studieren. Christian Persch steuert Jura an und Antonia Martin Psychologie, wenn es mit dem Studienplatz klappt.

Die Schulzeit haben die sechs als eine Zeit der Stabilität erlebt, Lara spricht von einer «Matrix» mit klaren Strukturen und Abläufen. Die Wochen vor den Prüfungen, als es keinen regulären Unterricht mehr gab, waren ein kleiner Vorgeschmack auf die neue Freiheit. Jeder und jede musste selbst dafür sorgen, den Tag einzuteilen. Christian berichtet von einem Mitschüler, der sehr spät aufstand und nachts lernte. 

Ein Urlaub als Generalprobe

Nicht alle von ihnen werden bei den Eltern ausziehen, aber zumindest Christian hat das zum Studium vor. Ihm ist klar, dass er damit ein Stück Bequemlichkeit aufgeben muss. Vielleicht wird der dreiwöchige Urlaub in Großbritannien und Irland mit der Freundin eine erste Probe für die neue Zeit; mit der Bahn und ohne die Möglichkeit, sich notfalls von den Eltern abholen zu lassen. 

Auch Lara Itter plant eine Reise. An den gemeinsamen Urlaub mit der Familie in Berchtesgaden möchte sie eine Fahrt an den Gardasee anhängen, allein mit dem Auto. «Ich kann dann machen, was ich will», sagt sie, «aber ich bin auch auf mich alleine gestellt.» Vielleicht fasst das ganz gut zusammen, wie sich für die Abiturientinnen und Abiturienten bald nicht nur der Urlaub anfühlen wird.

Alle sind sich im Klaren darüber, dass sich Freundschaften verändern werden. Manche werden bleiben, andere sich verlaufen, ist Sophia überzeugt. Die Freundinnen und Freunde nicht mehr zu sehen und vielleicht zuhause auszuziehen, das sei schon ein «komisches Gefühl», findet Laeticia. Vielleicht, gibt Antonia zu bedenken, könne es auch «zu viel Freiheit» geben.

Doch es bleiben auch Sicherheiten. Alle sechs loben ihre Eltern und Familien in den höchsten Tönen. Die Unterstützung in der Abiturzeit, ob durch belegte Brote, das Aushalten der Launen oder die Gebete der Oma, half ihnen sehr. 

So schwanken Antonia, Lara, Laeticia, Sophia, Christian und Hannes zwischen einem «traurigen und einem glücklichen Auge» (Antonia), wenn sie nach vorne blicken. Sie erleben gerade den doppelten Charakter der Freiheit. Lara Itter formuliert das so: «Es ist ein Gefühlscocktail aus Angst, Trauer und Freude.»

Titelbild der Ausgabe des blick in die kirche-Magazin „Ins Freie“
„Ins Freie“ als E-Paper

Passend zum Ferienbeginn führt das „blick in die kirche Magazin“ seine Leserinnen und Leser „Ins Freie“. Das ist einerseits ganz wörtlich gemeint: So hat die Redaktion ein Interview mit Bischöfin Dr. Beate Hofmann im und über den Wald geführt und einen 14-Jährigen besucht, der Segelfliegen lernt. „blick in die kirche“ war auf Hessens größtem Campingplatz am Hanauer Bärensee zu Besuch, wo auch ein Team von „Kirche unterwegs“ aktiv ist. Eine Frau erzählt, wie sie auf die Idee kam, rückwärts zu pilgern, und Teilnehmende, warum sie im höheren Alter einen Pedelec-Fahrkurs besuchen.

Andererseits geht es auch um Freiheit. Eine Christin, die aus dem Iran stammt, erzählt von ihrer Flucht und ihr Ehrenamt in der evangelischen Kirche. Die Geschichte der Waldenser zeigt, dass auch vor Jahrhunderten schon Menschen wegen ihres Glauben ihr Heimatland verlassen musste – die Spuren der Waldenser sind bis heute zu finden.

Außerdem gibt es ganz konkrete Tipps zu besonderen Kirchen und Anlässen für die Freizeit und den Urlaub. Passend dazu berichtet eine Urlaubsseelsorgerin von ihrer Arbeit auf der Nordseeinsel Langeoog. 
Wie immer gibt es ein Preisrätsel: Diesmal ist ein Hotelaufenthalt mit Abendessen in Hanau zu gewinnen. 

Das „blick in die kirche-Magazin“ ist die Publikumszeitschrift der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck und liegt viermal im Jahr den Tageszeitungen auf dem Gebiet der Landeskirche kostenfrei bei. Die Druckauflage beträgt über 211.000 Exemplare, hinzu kommen E-Paper und Webseite.