Unter dem Motto „Gemeinsam was bewegen“ geht es darum, Einsamkeit stärker sichtbar zu machen und Räume zu schaffen, in denen Menschen unkompliziert miteinander ins Gespräch kommen – etwa bei Veranstaltungen, offenen Treffpunkten oder gemeinsamen Aktivitäten, teilt das Kompetenznetz Einsamkeit (KNE) in Frankfurt am Main mit. Initiiert wird die Woche vom Bundesministerium für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend.
Die Bandbreite möglicher Formate reicht laut KNE von Gesprächsangeboten über Freizeitaktionen bis hin zu lokalen Veranstaltungen, die Begegnung fördern. Wie solche Ansätze vor Ort umgesetzt werden können, zeigt ein Beispiel aus dem Kirchenkreis Marburg der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck (EKKW).
Kirchen in Marburg beteiligen sich erstmals
Dort beteiligt sich erstmals die Universitätsstadt Marburg mit einem Veranstaltungsprogramm an der Aktionswoche. Die evangelische und die katholische Kirche kooperieren und steuern Angebote sowie ihre Kompetenzen in der Seelsorge bei, teilte Nadja Schwarzwäller vom Kirchenkreis mit. Am Sonntag (21. Juni) lädt der Kirchenkreis zu einem Gottesdienst unter dem Motto „gemeinsam statt einsam“ in die Elisabethkirche ein und ist bei einem Picknick verschiedener Akteure im Northhampton-Park mit dabei.
„Kirchengemeinden waren schon immer Orte, wo Menschen einander begegnen und miteinander in Kontakt kommen“, sagt Pfarrerin Bettina Mohr von der evangelischen Trinitatisgemeinde in Wehrda. Sie hatte die Idee, sich mit einem besonderen Gottesdienst zu beteiligen, der das Motto der Aktionswoche aufgreift: „gemeinsam statt einsam“. Auch Gottesdienste böten Raum für Begegnung und Austausch, so Mohr.
Kommunikation hilft gegen Einsamkeit

Deshalb wird Pfarrerin Aline Seidel (rechts) auch eine „Plauderbank“ beim Picknick der Stadt im Southhampton-Park anbieten. Zuvor wird am 21. Juni um 10 Uhr ein Gottesdienst unter dem Motto „gemeinsam statt einsam“ in der Elisabethkirche in Marburg gefeiert.
In der Elisabethkirche sollen zudem verschiedene Gruppen und Initiativen ihre Angebote vorstellen. Dazu gehört unter anderem das Mütterzentrum Marburg. „Oft ist Einsamkeit auch ein Problem für alleinerziehende Mütter“, erklärt Bettina Mohr. Sina Gattinger stellt die Trauerspaziergänge der Johanniter vor, Margarete Deist das Plaudercafé sowie weitere Angebote des Vereins „Gut älter werden in Wehrda“.
Einsamkeit ist jedoch nicht nur ein Thema für Ältere – zahlreiche Umfragen und Studien belegen, dass gerade junge Menschen betroffen sind. Deshalb ist auch die Evangelische Jugend Marburg (ejm) beteiligt. Markus Klonk ist mit Mitarbeitenden des Jugendhauses „compass“ und des „Queer&friends“-Cafés bereits am Samstag beim Sommerfest für Allein- und Getrennterziehende vor dem Erwin-Piscator-Haus vertreten und bietet dort alkoholfreie Cocktails an.
Begegnungen auch außerhalb der Kirche
Schon in der biblischen Schöpfungsgeschichte heißt es: „Es ist nicht gut, dass der Mensch allein sei.“ Das sei auch ein Auftrag an die Kirche heute, so Pfarrerin Mohr. Am Ende des Gottesdienstes können Besucherinnen und Besucher kleine Karten mitnehmen, mit denen sie andere zu gemeinsamen Aktivitäten einladen können – als Anstoß, um Einsamkeit zu überwinden und miteinander in Kontakt zu kommen. Der Gottesdienst beginnt um 10 Uhr.
Am Nachmittag beteiligen sich Vertreterinnen des Kirchenkreises zudem an einem großen Picknick im Northhampton-Park, das die Stadt gemeinsam mit lokalen Akteuren organisiert. Dort stellt sich unter anderem der Spieletreff der Trinitatisgemeinde Wehrda vor. Zudem hat Pfarrerin Aline Seidel eine „Plauderbank“ organisiert, die zum Gespräch einlädt. Auch die ejm ist vor Ort und bringt ihre „Ansprechbar“ mit – ein mobiles Jugendzentrum, mit dem die Mitarbeitenden in Marburg unterwegs sind.

