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Konsultation in Rumänien: Unser Foto zeigt die Teilnehmenden aus den Partnerkirchen, darunter Bischöfin Dr. Beate Hofmann (1. Reihe, Mitte) und Pfarrerin Kathrin Mantey vom Zentrum Oekumene (1. Reihe, 3. v. r.)

Konsultation in Rumänien: Unser Foto zeigt die Teilnehmenden aus den Partnerkirchen, darunter Bischöfin Dr. Beate Hofmann (1. Reihe, Mitte) und Pfarrerin Kathrin Mantey vom Zentrum Oekumene (1. Reihe, 3. v. r.)

Sibiu/Hermannstadt, Redaktion ekkw.de
Veröffentlicht 10 Jun 2026

Vom 1. bis 7. Juni kamen auf Einladung der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck (EKKW) und der Evangelischen Kirche A.B. in Rumänien Bischöfe und weitere Delegierte aus Estland, Indien, Kirgisistan, Namibia, Rumänien und Südafrika zusammen. Für die EKKW nahmen Bischöfin Dr. Beate Hofmann und Pfarrerin Kathrin Mantey vom Zentrum Oekumene teil.

Die Delegationen brachten unterschiedliche Erfahrungen mit nach Siebenbürgen. In den Beratungen zeigte sich aber auch, wie ähnlich manche Fragen sind: Wie bleibt Kirche für Menschen relevant? Wie können Aufgaben besser verteilt werden? Und was braucht eine lebendige Gemeindearbeit heute?

Im Mittelpunkt der Konsultation standen Berichte aus den Partnerkirchen, Gespräche über die Zukunft der Partnerschaften und Besuche kirchlicher Orte in Rumänien. Als roter Faden zog sich die Frage „Welche Ausbildung benötigen wir in Zukunft für unsere Haupt- und Ehrenamtlichen?“ durch die Konsultation. Themen waren unter anderem Bildung in Kirche und Schule, die theologische Ausbildung hauptamtlicher Mitarbeitender, die Begleitung von Ehrenamtlichen und die Rolle der Kirche in der Gesellschaft. Dazu kamen Begegnungen mit Gemeinden, Gespräche an einer theologischen Fakultät und eine öffentliche Podiumsdiskussion über die Bedeutung der Ökumene.

Starkes Bekenntnis zur Ökumene

Zum Programm gehörte eine öffentliche Podiumsdiskussion mit den sieben Bischöfen zur Frage, ob Ökumene ein Luxus oder lebensnotwendig ist. Moderiert wurde sie von Pfarrer Gerhard Servatius-Depner (ZETO).

Einige Bischöfe betonten dabei, wie wichtig ein gemeinsames Auftreten als Kirchen sei, besonders in säkularen Gesellschaften oder Regionen, in denen Christen eine Minderheit bilden, berichtete Pfarrerin Kathrin Mantey. Gemeinsam könnten Kirchen noch glaubwürdiger Zeugnis vom christlichen Glauben geben und besser soziale Verantwortung übernehmen, Frieden und Menschenrechte fördern, Menschen in Krisen und Katastrophen unterstützen sowie gegenüber Politik und Gesellschaft mit einer stärkeren Stimme auftreten.

Nicht verschwiegen wurden aber auch die Schwierigkeiten, die unterschiedliche theologische Positionen verursachen, beispielsweise die Anerkennung kirchlicher Ämter und Sakramente, insbesondere aber die unterschiedliche Sicht auf die Ordination von Frauen ins Pfarramt. Die Diskussionsteilnehmer warnten aber davor, sich zu sehr auf theologische Streitfragen zu konzentrieren. So wichtig diese Fragen seien - praktische Zusammenarbeit im Alltag könne oft mehr zur Einheit beitragen als theologische Debatten.

Die Zukunft der Ökumene liege weniger in vollständiger theologischer Übereinstimmung als vielmehr im gemeinsamen Handeln für Frieden, Gerechtigkeit und die Unterstützung von Menschen in Not.

Seit fünf Jahren sind die EKKW und die Evangelische Kirche A.B. in Rumänien partnerschaftlich verbunden. „Durch die Partnerschaft wollen wir uns als Kirchen und Gemeinden gegenseitig unterstützen und voneinander lernen“, sagte Bischöfin Hofmann im Vorfeld des Treffens. Themen wie die schwindende Bindung an die Kirche, der Erhalt von Gebäuden oder der Einsatz für Frieden und Demokratie spielten in unterschiedlichen Formen in vielen der beteiligten Kirchen eine Rolle.

Die Teilnehmenden der Bischofskonsultation 2026

An der Konsultation in Sibiu/Hermannstadt nahmen Delegierte aus sieben Partnerkirchen teil:

Estland – Estnische Evangelisch-Lutherische Kirche (EELK)
Erzbischof Urmas Viilma, Bischof Marko Tiitus

Deutschland – Evangelische Kirche von Kurhessen-Waldeck (EKKW)
Bischöfin Dr. Beate Hofmann, Pfarrerin Kathrin Mantey (Zentrum Oekumene)

Indien – Karnataka Northern Diocese / Church of South India
Bischof Dr. Martin Borgai, Vijaykumar Dandin (Chief Administrative Officer)

Kirgisistan – Evangelisch-Lutherische Kirche in Kirgisistan (ELKK)
Bischof Alfred Eichholz, Pfarrer Nikolai Baranov (Stellvertreter)

Namibia – Evangelische Lutherische Kirche in der Republik Namibia (ELCRN)
Aser Adriaan Bock (Generalsekretär und kommissarischer Finanzdirektor)

Rumänien – Evangelische Kirche A.B. in Rumänien (EKR)
Bischof Reinhard Guib

Südafrika – Evangelisch-Lutherische Kirche im Südlichen Afrika – Western Diocese (ELCSA-WD)
Bischof Neo Elias Mogorosi, Pastor Saltiel Hendrick Letlape

Gemeinsame Fragen, unterschiedliche Kontexte

Das Programm der Woche verband geistliche Gemeinschaft und fachlichen Austausch. Zu den Stationen gehörten unter anderem die Kirchenburgen in Heltau, Seligstadt, Kleinschenk und Alzen, Gespräche über Bildungsarbeit auf Gemeindeebene, insbesondere über Formen, die die Kirchenburgen der Gemeinden einbeziehen, wie etwa die Projekte „Kinder-Stadt“ und „Kinder-Universität“ oder das Konzept einer Kultur- und Künstlerkirche, ein Besuch an der Lucian-Blaga-Universität in Hermannstadt sowie Begegnungen mit Verantwortlichen kirchlicher Einrichtungen vor Ort. So wurde die rumänische Gastgeberkirche nicht nur zum organisatorischen Rahmen, sondern auch selbst zum Lernort.

Die Evangelische Kirche A.B. in Rumänien blickt auf eine lange Geschichte zurück. Sie ist lutherisch geprägt und eng mit dem kulturellen Erbe der Siebenbürger Sachsen verbunden. Nach Krieg, politischem Wandel und der Auswanderung vieler Mitglieder ist sie heute eine kleinere Diasporakirche. Ihre Erfahrungen bildeten bei der Konsultation einen wichtigen Bezugspunkt für die Gespräche über Wandel, Verlässlichkeit und neue Wege kirchlicher Arbeit.

Schon vor Beginn in Rumänien

Bischöfin Hofmann war bereits vor Beginn der Konsultation nach Rumänien gereist. In Mühlbach predigte sie am Sonntag vor den Beratungen über ein Lied des Dichters Paul Gerhardt und sprach über die Frage, was Menschen trägt, wenn das Leben unsicher wird. Das Lied sei „wie ein starkes Seil, an dem man sich festhalten kann, wenn es besonders stürmisch und schwierig wird im Leben“, sagte sie.

Zugleich schlug Hofmann den Bogen in die Gegenwart. Christlicher Glaube bedeute nicht, einfach weiterzumachen wie bisher, sondern eröffne „neue Lebensmöglichkeiten, nicht ein ,Weiter so‘“. Dieser Gedanke zog sich auch durch die Konsultation: über Ländergrenzen hinweg nach Wegen zu suchen, wie Kirche unter veränderten Bedingungen lebendig und handlungsfähig bleiben kann.

Ist Gott für mich...
Festgottesdienst 20jähriges Bestehen Notfallseelsorge EKKW

Predigt von Bischöfin Dr. Beate Hofmann am 31. Mai 2026 in Mühlbach (Rumänien) zu EG 351. Unser Archiv-Foto zeigt Bischöfin Hofmann bei einem anderen Predigtanlass.